goutieren

GrammatikVerb · goutierte, hat goutiert
Aussprache
Worttrennunggou-tie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

altertümelnd an etw., jmdm. Gefallen haben, etw., jmdn. gut leiden mögen
Beispiele:
Er hat sie gefragt, ob sie den Jazz goutiert [BrechtPuntila9]
auch sagte er öfters: »Ich goutiere das« [Th. MannKrull8,268]
Sie wissen selbst ... wie wenig mich der Alte goutieren kann [SchönebeckGefährlicher Floh91]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gout · Hautgout · goutieren · Degout · degoutieren · degoutant · Gusto · degustieren · Degustation
Gout m. ‘Geschmack, Wohlgefallen’, Übernahme (17. Jh.) von afrz. frz. goût ‘Geschmack’, aus lat. gustus ‘das Kosten, Genießen, Geschmack’. Hautgout m. ‘pikanter Geschmack’ abgehangenen Wildes, entspricht der gleichbed. Fügung frz. haut goût (eigentlich ‘hoher, starker Geschmack’), ins Dt. als Kompositum entlehnt (18. Jh.); zu frz. haut ‘hoch’ (aus lat. altus) und frz. goût (s. oben). goutieren Vb. ‘Geschmack, Gefallen finden, gutheißen, billigen’ wird in der 2. Hälfte des 18. Jhs. aus afrz. goster, frz. goûter ‘kosten, schmecken, genießen, Geschmack finden, billigen’ entlehnt, dem lat. gustāre ‘kosten, genießen’ (verwandt mit nhd. ↗kosten, ↗Kür, s. d.) voraufgeht. Degout m. ‘Widerwille, Abneigung’, Übernahme (Anfang 18. Jh.) von gleichbed. frz. dégoût. degoutieren Vb. ‘anwidern’ (17. Jh.), frz. dégoûter. degoutant Part.adj. ‘abstoßend, widerwärtig, abscheulich’ (18. Jh.), entsprechend frz. dégoûtant Part. Präs. Gusto m. ‘Geschmack, Geschmacksrichtung, Verlangen’. Aus gleichbed. ital. gusto (lat. gustus, s. oben) wird in der 1. Hälfte des 16. Jhs. Gust ins Schweizerdt. entlehnt und begegnet dann bis Ende des 17. Jhs. bei obd. Schriftstellern. Im 18. Jh. wird die volle Form Gusto aufgenommen und allgemein bekannt. degustieren Vb. ‘probieren, kosten’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. lat. dēgustāre, zu lat. gustāre (s. oben) und ↗de- (s. d). Degustation f. ‘Verkostung, Wein-, Kostprobe’, lat. dēgustātio (Genitiv dēgustātiōnis), frz. dégustation.

Thesaurus

Synonymgruppe
akzeptieren · ↗billigen · goutieren · ↗gutheißen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktionär Analyst Anleger Applaus Börse Franzose Hörer Kenner Kritiker Kunde Leser Lächeln Mischung Publikum Ton Wähler Zuschauer allenfalls derlei durchaus ebenso freilich kaum keineswegs nicht offenbar sonderlich vielleicht wenig Öffentlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›goutieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Leser goutierten das nicht, später ging das bunte Blatt ein.
Süddeutsche Zeitung, 16.07.2003
Man goutierte das durchaus, bewegte sich fast nie und klatschte auch nur selten.
Die Welt, 16.03.2001
Ich goutiere nicht den Mord, aber ich versuche, den Mörder zu verstehen, weil es nichts bringt, den Mörder zu verurteilen.
konkret, 1996
Wer dieses Happy-End als Leser goutiert, hat seine kitschige Seele entblößt.
Der Spiegel, 12.11.1984
Was moralisch nicht einwandfrei ist, hat in einer Sendung, die als Spiegel des deutschen Volkes goutiert wird, nichts zu suchen.
o. A.: EIN VOLK MACHT SEIN PROGRAMM. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1986]
Zitationshilfe
„goutieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/goutieren>, abgerufen am 24.04.2019.

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