grämen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung grä-men
Wortbildung  mit ›grämen‹ als Letztglied: abgrämen · zergrämen
eWDG

Bedeutung

etw. grämt jmdn.etw. verursacht jmdm. tiefe Betrübnis, macht jmdm. Kummer
Beispiele:
es grämte ihn, dass …
das Fehlen jeder Nachricht grämt sie sehr
scherzhaftdas soll mich nicht, wenig grämen (= das ist mir gleichgültig)
Was grämte sie [die Ratsherren] ? [ WeismantelRiemenschneider214]
scherzhaftUnd die Armee liegt hier in Böhmen, / Pflegt den Bauch, läßt sich's wenig grämen [ SchillerWallenst. Lager8]
sich grämen
Beispiele:
sie grämt sich darüber, dass er nicht schreibt
wie du dich nur über ihn, deswegen so grämen kannst!
wir hatten uns sehr gegrämt, weil …
die Mutter grämt sich noch zu Tode, hatte sich zu Tode gegrämt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gram · Gram · grämen · grämlich
gram Adj. nur noch in der Wendung jmdm. gram sein ‘zürnen, grollen, voll Unmut, böse sein’. Ahd. (um 1000), mhd. asächs. mnd. aengl. mnl. nl. gram, anord. gramr ‘feindselig, erzürnt, wütend’, dän. gram ‘böse’ steht im Ablaut zu den unter Grimm (s. d.) angeführten Formen. Gram m. ‘Erbitterung, tiefe Betrübnis, nagender Kummer’, älter ‘Unmut, Zorn’ (Anfang 15. Jh.), ‘Feindschaft’ (Luther), Substantivierung des prädikativ gebrauchten Adjektivs. Doch vgl. ahd. gremī f. ‘Erbitterung’ (9. Jh.). grämen Vb. meist reflexiv ‘(sich) ärgern, (sich) Kummer, Sorge machen’, ahd. gremmen (8. Jh.), mhd. gremen, mnd. gremmen, aengl. gremman, gremian, anord. gremja ‘erzürnen’, schwed. gräma ‘betrüben’, got. gramjan ‘reizen’ sind Faktitivbildungen zum Adjektiv. grämlich Adj. ‘verdrießlich, mürrisch, mißvergnügt’, mhd. grem(e)lich, gramelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
bedrücken · betrüben · deprimieren · desillusionieren · einen (seelischen) Tiefschlag versetzen · grämen · traurig stimmen

Typische Verbindungen zu ›grämen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grämen‹.

Verwendungsbeispiele für ›grämen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie hat sie sich um Sie gegrämt, wie hat diese Frau um Sie gebangt! [Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 162]
Man foltert mir das Haus ab, und Eva grämt sich. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 70]
Niemand muss sich also grämen, wenn er "falsch" gelegen hat. [Die Zeit, 20.09.2013, Nr. 38]
Die Männer grämen sich, Bäume gefällt zu haben, die ihre Hütten vielleicht vor dem Sturm geschützt hätten. [Die Zeit, 07.12.2009, Nr. 49]
Wenn ich daran denke, schäme ich mich schon jetzt und gräme mich. [Lichtenstein, Alfred: Mieze Maier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 29468]
Zitationshilfe
„grämen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gr%C3%A4men>.

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