grämen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggrä-men
Wortbildung mit ›grämen‹ als Letztglied: ↗abgrämen · ↗zergrämen
eWDG, 1969

Bedeutung

etw. grämt jmdn.etw. verursacht jmdm. tiefe Betrübnis, macht jmdm. Kummer
Beispiele:
es grämte ihn, dass ...
das Fehlen jeder Nachricht grämt sie sehr
scherzhaft das soll mich nicht, wenig grämen (= das ist mir gleichgültig)
Was grämte sie [die Ratsherren] ? [WeismantelRiemenschneider214]
scherzhaft Und die Armee liegt hier in Böhmen, / Pflegt den Bauch, läßt sich's wenig grämen [SchillerWallenst. Lager8]
sich grämen
Beispiele:
sie grämt sich darüber, dass er nicht schreibt
wie du dich nur über ihn, deswegen so grämen kannst!
wir hatten uns sehr gegrämt, weil ...
die Mutter grämt sich noch zu Tode, hatte sich zu Tode gegrämt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gram · Gram · grämen · grämlich
gram Adj. nur noch in der Wendung jmdm. gram sein ‘zürnen, grollen, voll Unmut, böse sein’. Ahd. (um 1000), mhd. asächs. mnd. aengl. mnl. nl. gram, anord. gramr ‘feindselig, erzürnt, wütend’, dän. gram ‘böse’ steht im Ablaut zu den unter ↗Grimm (s. d.) angeführten Formen. Gram m. ‘Erbitterung, tiefe Betrübnis, nagender Kummer’, älter ‘Unmut, Zorn’ (Anfang 15. Jh.), ‘Feindschaft’ (Luther), Substantivierung des prädikativ gebrauchten Adjektivs. Doch vgl. ahd. gremī f. ‘Erbitterung’ (9. Jh.). grämen Vb. meist reflexiv ‘(sich) ärgern, (sich) Kummer, Sorge machen’, ahd. gremmen (8. Jh.), mhd. gremen, mnd. gremmen, aengl. gremman, gremian, anord. gremja ‘erzürnen’, schwed. gräma ‘betrüben’, got. gramjan ‘reizen’ sind Faktitivbildungen zum Adjektiv. grämlich Adj. ‘verdrießlich, mürrisch, mißvergnügt’, mhd. grem(e)lich, gramelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
bedrücken · ↗betrüben · ↗deprimieren · ↗desillusionieren · einen (seelischen) Tiefschlag versetzen · grämen · traurig stimmen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausscheiden Finanzminister Niederlage Tod Trainer allzusehr andererseits darüber dennoch derweil deswegen du freuen heute ihr lange nicht schämen sehr sonderlich trotzdem was weiter wenig ärgern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grämen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Irgendwo in dieser schönen Stadt grämt sich eine Frau um 300 Euro.
Bild, 11.10.2004
Doch die neue Elite muss sich nicht grämen, die Old Economy wartet schon auf die pfiffigen Lenker.
Die Welt, 20.11.2000
Wie hat sie sich um Sie gegrämt, wie hat diese Frau um Sie gebangt!
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 162
Man foltert mir das Haus ab, und Eva grämt sich.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 70
Wenn ich daran denke, schäme ich mich schon jetzt und gräme mich.
Lichtenstein, Alfred: Mieze Maier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 29468
Zitationshilfe
„grämen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grämen>, abgerufen am 16.12.2018.

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