grätschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggrät-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›grätschen‹ als Letztglied: ↗abgrätschen · ↗aufgrätschen · ↗ausgrätschen · ↗durchgrätschen · ↗eingrätschen · ↗hineingrätschen · ↗quergrätschen · ↗rückgrätschen · ↗seitgrätschen · ↗untergrätschen · ↗übergrätschen
eWDG, 1969

Bedeutung

Turnen die Beine grätschenmit einem Sprung beide gestreckten Beine gleichzeitig spreizen und sich so aufstellen
Beispiele:
grätscht die Beine!
er grätschte die Beine
die Beine bleiben gegrätscht
mit gegrätschten Beinen hüpfen, über das Gerät springen
die Hände durch die gegrätschten Beine nach hinten strecken
die Riesenwelle am Reck mit gegrätschtem Abgang [GrassKatz87]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grätschen · Grätsche
grätschen Vb. ‘die Beine spreizen, mit gespreizten Beinen springen’ (17. Jh.), üblich in der Fechtersprache (Mitte 18. Jh.), dann durch Vieth (1795) und Jahn (1814) in die Turnersprache übernommen; seitdem allgemein. Intensivbildung zu nicht mehr gebräuchlichem gräten ‘die Beine spreizen, große, weite Schritte machen’ (14./15. Jh.). Aus gräten und seinen zahlreichen mundartlichen Varianten (graten, grätten, gretten, greiten, gritten) kann ein Ansatz germ. *grī̌- ‘gespreizt, auseinanderklaffen’ erschlossen werden; weitere verwandtschaftliche Beziehungen sind nicht erkennbar. Grätsche f. ‘Sprung, Stellung mit seitwärts gespreizten Beinen’, seit Jahn (1816) in der Turnersprache. Vgl. älteres Grät-, Grätschsprung (Vieth 1793), zuvor (in der Reitkunst) der gekretschelte Sprung (um 1660).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absprung Außenlinie Ball Bein Eckfahne Flanke Hereingabe Leere Mittellinie Parade Strafraum ab abgrätschen ackern dazwischen dribbeln flanken foulen hinein nieder rackern reingrätschen rennen sprinten tricksen um umgrätschen vorbei weg weggrätschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grätschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er selbst aber bemühe sich, nicht irgendwo dazwischen zu grätschen.
Die Welt, 17.09.2004
Nein, Roger steigt nicht ein, Roger grätscht in den Lift.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.1999
Er kam auf Elke zu und stellte sich zwei Meter von ihr entfernt auf, grätschte seine Beine und verschränkte die Arme hinter dem Kopf.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 175
Musikern wird während des Spiels gewöhnlich nicht in die Beine gegrätscht.
Der Spiegel, 09.11.1992
Wenn einer von uns versuchte, in Ballnähe zu kommen, grätschten sie in seine Beine.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 163
Zitationshilfe
„grätschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grätschen>, abgerufen am 21.08.2019.

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