Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

grölen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung grö-len
Häufige Falschschreibung gröhlen
Wortbildung  mit ›grölen‹ als Erstglied: Grölerei  ·  mit ›grölen‹ als Letztglied: Gegröl · Gegröle · durcheinandergrölen · losgrölen · mitgrölen
eWDG

Bedeutung

abwertend misstönend lärmen, schreien
Beispiele:
laut und unflätig grölen
begeistert grölen
mit voller Lautstärke, aus vollem Halse grölen
Kinder grölten auf der Straße
er hat sich heiser gegrölt
ein Lied, Beifall grölen
ein unbeschreibliches Grölen
ein grölendes Lachen
grölender Gesang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grölen Vb. ‘mißtönend schreien, brüllend singen’; mnd. grālen ‘Feste feiern, lärmen’, auch grȫlen ‘lärmen, schreien’. In dieser durch Umlaut (vgl. jüngere nd. und md. Mundartformen) und Verdumpfung des Stammvokals zu erklärenden Form findet sich das im Nd. heimische Verb seit dem 17. Jh. in hd. Texten, ist aber erst im 19. Jh. (vielleicht durch studentischen Sprachgebrauch begünstigt) allgemein verbreitet (daneben gröhlen als Schreibvariante). Mnd. grālen ist abgeleitet von mnd. grāl ‘lärmende Festlichkeit in den Städten’ (zunächst als bürgerliche Nachahmung ritterlicher Turnierspiele mit entsprechend geschmücktem Festplatz, auf dem ein die Gralsburg darstellender Bau errichtet wird), ‘Herrlichkeit, Pracht, Glanz’, dann überhaupt ‘lautes Vergnügen, Lärm’. Dem mnd. Substantiv liegt mhd. grāl ‘heiliger, wundertätiger Gegenstand’ als Symbol des höfischen Rittertums (s. Gral) zugrunde, doch können mnd. grā̌l ‘Groll, Unruhe, Aufruhr’, gral(le) ‘zornig, böse, ergrimmt’ (beide ablautend neben den unter Groll und grell behandelten Wörtern, s. d.) auf die Bedeutungsentwicklung eingewirkt haben.

Thesaurus

Synonymgruppe
brüllen · grölen · johlen · laut werden · schreien
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben

Typische Verbindungen zu ›grölen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grölen‹.

Verwendungsbeispiele für ›grölen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Saal beginnt zu lachen, verhalten erst, dann grölt er. [Die Zeit, 12.09.2012, Nr. 17]
Jedenfalls läßt es sich prima nach der altvertrauten Weise grölen. [Die Zeit, 15.12.1989, Nr. 51]
Man fing an, herausfordernd zu grölen und die Gläser auf den Tisch zu hauen. [Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 69]
Alle kannten sich, redeten durcheinander und lachten dann wieder grölend. [Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 212]
Viele jubeln laut, grölen «Ausziehen», als wollten sie sich selbst ermutigen. [Die Zeit, 23.06.2012 (online)]
Zitationshilfe
„grölen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gr%C3%B6len>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
gröblich
gräzisieren
gräulich
grätschen
grätig
größenwahnsinnig
größerenteils
größernteils
größt-
größtenteils