grüßen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggrü-ßen
Wortbildung mit ›grüßen‹ als Erstglied: ↗Grüßaugust  ·  mit ›grüßen‹ als Letztglied: ↗herübergrüßen · ↗hinübergrüßen · ↗wiedergrüßen · ↗zurückgrüßen
 ·  mit ›grüßen‹ als Grundform: ↗begrüßen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit Worten und Gebärden
a)
jmdm. beim Zusammentreffen, Vorübergehen, Abschied höflich entgegenkommen
Beispiele:
er grüßte mich nicht, grüßte zuerst, herzlich, höflich, kühl, kurz, im Vorübergehen, mit gezogenem Hut, mit einer Verbeugung
wir grüßten uns nur flüchtig, schüchtern, mit den Augen
Er hatte den Major militärisch gegrüßt [RemarqueZeit zu leben247]
b)
jmdn. willkommen heißen, begrüßen
Beispiele:
ich grüße dich in unserem Haus
gehobensei (mir) gegrüßt
dieser Mann grüßt ihn als seinen Bruder [St. ZweigBalzac405]
2.
einem Abwesenden ein Zeichen des Gedankens, der Verbundenheit zusenden
Beispiele:
jmdn. herzlich, vielmals, tausendmal aus dem Urlaub grüßen
grüße deine Mutter von mir
auch von meinem Vater soll ich grüßen
meine Schwester lässt euch herzlich grüßen
landschaftlich grüß (dich) Gott! (= Grußformel)
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichUngeschick lässt grüßen (= Ausruf bei einer Ungeschicklichkeit)
3.
etw. grüßtetw. ist sichtbar
Beispiele:
Fahnen grüßen aus allen Fenstern, von den Dächern
stattliche Türme grüßten weit ins Land [Natur u. Heimat1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grüßen · Gruß
grüßen Vb. ‘jmdm. mit einer Höflichkeitserweisung begegnen, eine freundliche Empfehlung übermitteln’, ahd. grouʒen ‘anreden, angreifen’ (9. Jh.), mhd. grüeʒen ‘ansprechen, anreden, besonders um herauszufordern, anzugreifen, anzutreiben, zu beunruhigen, zu züchtigen’, asächs. grōtian ‘anreden, fragen’, mnd. grȫten ‘grüßen, herausfordern’, mnl. nl. groeten, afries. grēta, aengl. grētan ‘herausfordern, angreifen, grüßen’, engl. to greet ‘grüßen’, anord. grœta ‘zum Weinen bringen’ führen auf germ. *grōtjan ‘zum Schreien bringen’ (woraus über ‘Abschied nehmen’ die westgerm. Bedeutungen?), ein Kausativum zu dem ursprünglich reduplizierenden Verb asächs. grātan, anord. grāta, schwed. gråta, got. grētan ‘weinen, klagen’. Weiteres ungewiß. Die germ. Verben sind wohl lautnachahmenden Ursprungs und vergleichbar mit (keinen Dental aufweisenden) ↗girren, ↗gurren, ↗grell, ↗Groll (s. d.), außergerm. mit aind. ghargharaḥ ‘Geknister, Gerassel’, lat. hirrīre ‘winselnd knurren’. Ursprünglicher Zusammenhang, etwa über eine Schallwurzel ie. *gher-, erweitert *ghrēd-, ist nicht zwingend. Gruß m. ‘Worte, Gebärden der Höflichkeit bei Begegnung oder Abschied, übermitteltes Zeichen des Gedenkens, Schlußformel unter Briefen’, mhd. gruoʒ ‘freundliches Ansprechen, Entgegenkommen, Anreizung, Angriff, Anklage’, aus dem Verb rückgebildet.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekannter Ferne Hallo Heil Kopfnicken Murmeltier Nachbar Nicken Pförtner Todgeweihte Transparent artig du freundlich grüßen herab herzlich herüber herübergrüßen hinüber höflich ihr küssen lächelnd respektvoll täglich winken zuerst zurück zurückgrüßen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grüßen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn sie sich in der Stadt treffen, dann grüßen sie sich.
Der Tagesspiegel, 16.12.1999
Frauen dürfen erwarten, von den Männern zuerst gegrüßt zu werden.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 13
Der Dicke grüßt, der Mann dankt und sitzt wieder dem Mädchen gegenüber.
Die Zeit, 01.09.1961, Nr. 36
Ich grüße Dich herzlichst und ich denke immer an Dich.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 30.09.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Und nun grüße ich Dich und hoffe auch auf ein baldiges Wiedersehen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 02.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„grüßen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grüßen>, abgerufen am 12.12.2019.

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