gründen

Grammatik Verb · gründet, gründete, hat gegründet
Aussprache 
Worttrennung grün-den
Wortbildung  mit ›gründen‹ als Erstglied: Gründer · Gründung1  ·  mit ›gründen‹ als Letztglied: ausgründen · begründen · ergründen · mitgründen · umgründen
 ·  formal verwandt mit: wohl gegründet · wohlgegründet

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. die Grundlage von etw. schaffen
    1. a) das Fundament von etw. legen
    2. b) etw. ins Leben rufen
  2. 2. ⟨etw. auf eine Sache, auf einer Sache gründen⟩ etw. auf etw. aufbauen
    1. ⟨sich auf etw. gründen⟩
    2. ⟨auf, in etw. gründen⟩ in etw. seine Grundlage haben
eWDG

Bedeutungen

1.
die Grundlage von etw. schaffen
a)
das Fundament von etw. legen
Beispiele:
ein Dorf, die Siedlung, Stadt gründen
der Ort wurde um 1200 gegründet
b)
etw. ins Leben rufen
Beispiele:
einen Hausstand, ein Heim, eine Familie gründen
einen Orden, Verein, ein Unternehmen gründen
2.
etw. auf eine Sache, auf einer Sache gründenetw. auf etw. aufbauen
Beispiele:
Seine Festigkeit gründete er nicht auf die Amtsehre, sondern auf das Pflichtgefühl [ G. KellerGr. Heinrich4,334]
Der Bischof leugnet den hohen Wert dieser Phänomene nicht, will aber seine Erkenntnis nicht allein auf sie gründen [ WerfelBernadette467]
Die Monarchie … ist gegründet auf der Frömmigkeit [ J. RothRadetzkymarsch192]
aber seine Erinnerung an ähnliche Erlebnisse war schärfer und gepflegter, sein Vertrauen gegründeter [ HesseGlasperlensp.6,577]
sich auf etw. gründen
Beispiele:
darauf gründet sich seine Zuversicht, gründen sich seine Ansprüche, Forderungen, Hoffnungen
der Verdacht gründet sich auf belastende Aussagen
Denn gründen alle [Religionen] sich nicht auf Geschichte? [ LessingNathanIII 7]
auf, in etw. gründenin etw. seine Grundlage haben
Beispiele:
Die tiefe Ehrfurcht vor der Sprache … gründet auf der kernfesten Glaubensüberzeugung des Verfassers [ Muttersprache1956]
Die eine Versuchung gründet in der Begegnung mit der Natur, der großen Trösterin und Heilerin [ Wirk. Wort1954/55]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie schattieren, lackieren, schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einrichten · entstehen lassen · etablieren · gründen · ins Leben rufen  ●  auf die Beine stellen  fig. · aufmachen  ugs. · aus der Taufe heben  geh. · starten (mit)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›gründen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gründen‹.

Verwendungsbeispiele für ›gründen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich fragte ihn, wie er es anfange, eine Farm zu gründen. [Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 107]
Die Kenntnisse, welche wir hierüber besitzen, gründen sich auf die Untersuchung besonders günstiger Objekte. [Grell, Karl G.: Protozoologie, Berlin u. a.: Springer 1956, S. 23]
Noch in hohem Alter (1830) gründete er ein studentisches Coll. [Geck, Martin: Zelter. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 22854]
Jedenfalls geben Sie zu, daß Sie die Absicht hatten, eine Schule dieser Art zu gründen? [o. A.: Einhundertzweiundfünfzigster Tag. Dienstag, 11. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23754]
Er schritt in die Ferne, würde eine neue Generation gründen. [Die Zeit, 14.01.1999, Nr. 3]
Zitationshilfe
„gründen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gr%C3%BCnden>.

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