grabbeln
GrammatikVerb · grabbelte, hat gegrabbelt
Worttrennunggrab-beln
Wortbildung mit ›grabbeln‹ als Erstglied: ↗Grabbelei
DWDS (Vollartikel), 2015

Bedeutung

jmd. grabbelt in, nach etw. salopp suchend mit den Fingern in, nach etw. wühlen, tastend nach etw. greifen
Beispiele:
Wir [Käufer] wollen das Überangebot, die Fülle. Wir wollen uns verlieren, in Hemden, in Schlafanzügen, in allem. Wir wollen grabbeln, wühlen, das preislich reduzierte Stück erlegen. [Die Welt, 27.01.2004]
Paolo Campana begleitet ihn über eine Plattenbörse, filmt ihn, wie er hektisch durch die Kisten grabbelt […]. [Spiegel, 03.11.2011 (online)]
Peter steigt schwer, sich an dem Gelände festhaltend, hinauf. […] Er grabbelt umständlich nach einem Schlüssel, fühlt mit dem Finger nach dem Schlüsselloch und schließt auf. [Luckner, Felix von, Seeteufel, Leipzig: Koehler 1921, S. 17]
jmd. grabbelt salopp, (oft) abwertend (jmdn.) mit den Händen, Fingern (leicht, plump oder zudringlich) am Körper berühren oder betasten
Beispiele:
Dauerlüstern wird gefingert, gefummelt, gegrabbelt und getatscht. [Süddeutsche Zeitung, 10.03.2004]
Gemeinsam mit ihrem seit Februar angetrauten Jungspund […] genießt sie dort Sommer, Sonne und feuchte Zweisamkeit. Sie busseln, knutschen und grabbeln, als gäbe es kein Morgen. [Bild, 07.06.2005]
Wenn du mir an ʼn Rock grabbelst, dann scheuer ich dir eine. [Merian, Svende, Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980, S. 279]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grabbeln · grapschen · grapsen
grabbeln Vb. ‘schnell greifen, fassen nach, tastend befühlen, umhergreifen, herumwühlen’ (17. Jh.). Das bes. im nordd. Raum gebräuchliche Verb ist eine Iterativbildung zu nd. grabben ‘raffen, schnell fassen’; in hd. Mundarten entspricht grappeln (15. Jh.). Dazu gehören ferner die Intensivbildungen grapschen Vb. (19. Jh.) und grapsen Vb. ‘heftig, gierig greifen, an sich raffen’ (18. Jh.), heute vornehmlich ‘betasten, befingern’. Im germ. Sprachbereich sind vergleichbar engl. to grab, to grasp ‘hastig, gierig greifen, an sich reißen’, to grabble ‘herumtasten, tappen’, schwed. grabba ‘grapsen, packen’ sowie ↗Grips (s. d.). Mit den außergerm. Verwandten aind. gṛb(h)ṇā́ti ‘ergreift’, lit. grė́bti ‘rechen, harken, unter Anwendung von Gewalt ergreifen, sich gewaltsam aneignen, rauben’, gróbti ‘gewaltsam ergreifen, an sich reißen, rauben’, lett. grābt ‘greifen, fassen, haschen, packen’, aslaw. grabiti ‘raffen, ergreifen’, russ. grábit’ (грабить) ‘rauben, plündern’ führen sie auf ie. *ghrebh- ‘ergreifen, erraffen, harken’ (s. ↗graben).
Zitationshilfe
„grabbeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grabbeln>, abgerufen am 25.07.2017.

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