grapschen

GrammatikVerb
Nebenform grabschen, s. Regelwerk: Einzelfälle · Verb
Worttrennunggrap-schen · grab-schen
Wortbildung mit ›grapschen‹ als Erstglied: ↗Grabscher · ↗Grapscher  ·  mit ›grapschen‹ als Letztglied: ↗angrabschen · ↗angrapschen · ↗begrabschen · ↗begrapschen · ↗vorbeigrabschen · ↗vorbeigrapschen
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, salopp
1.
etw. rasch ergreifen
Beispiele:
jmdm. etw. aus der Tasche grapschen
Er grapschte das Heft und rannte hinaus [StrittmatterWundertäter280]
Unsere Kanonen […] haben die auch versucht zu grapschen [BrechtCommune3]
sich [Dativ] etw. grapschen
Beispiel:
Er […] grapscht sich selbst eine Schaufel [R. BartschTür zu308]
2.
rasch nach etw. greifen, fassen
Beispiele:
er grapschte nach ihrer Hand
Er grapscht drunter [unter das Bett] [SchnurreRechnung59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grabbeln · grapschen · grapsen
grabbeln Vb. ‘schnell greifen, fassen nach, tastend befühlen, umhergreifen, herumwühlen’ (17. Jh.). Das besonders im nordd. Raum gebräuchliche Verb ist eine Iterativbildung zu nd. grabben ‘raffen, schnell fassen’; in hd. Mundarten entspricht grappeln (15. Jh.). Dazu gehören ferner die Intensivbildungen grapschen Vb. (19. Jh.) und grapsen Vb. ‘heftig, gierig greifen, an sich raffen’ (18. Jh.), heute vornehmlich ‘betasten, befingern’. Im germ. Sprachbereich sind vergleichbar engl. to grab, to grasp ‘hastig, gierig greifen, an sich reißen’, to grabble ‘herumtasten, tappen’, schwed. grabba ‘grapsen, packen’ sowie ↗Grips (s. d.). Mit den außergerm. Verwandten aind. gṛb(h)ṇā́ti ‘ergreift’, lit. grė́bti ‘rechen, harken, unter Anwendung von Gewalt ergreifen, sich gewaltsam aneignen, rauben’, gróbti ‘gewaltsam ergreifen, an sich reißen, rauben’, lett. grābt ‘greifen, fassen, haschen, packen’, aslaw. grabiti ‘raffen, ergreifen’, russ. grábit’ (грабить) ‘rauben, plündern’ führen sie auf ie. *ghrebh- ‘ergreifen, erraffen, harken’ (s. ↗graben).

Thesaurus

Synonymgruppe
greifen  ●  grabschen  ugs. · grapschen  ugs.
Synonymgruppe
(einfach) mitnehmen · ↗(sich) (ungerechtfertigterweise) aneignen · ↗(sich) einverleiben · (sich) vergreifen an · (ungerechtfertigterweise) in seinen Besitz bringen · an sich bringen · an sich nehmen · ↗einheimsen · ↗erbeuten · ↗erjagen · zugespielt bekommen  ●  ↗(sich) zueignen  juristisch · ↗kapern  fig. · (einen) Fitsch machen  ugs., rheinisch · (sich an etwas) gesund stoßen  ugs. · ↗(sich) (einfach) nehmen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs. · (sich) grabschen  ugs. · (sich) grapschen  ugs. · ↗(sich) greifen  ugs. · ↗(sich) gönnen  ugs. · ↗(sich) krallen  ugs. · (sich) reinpfeifen  ugs. · ↗(sich) reinziehen  ugs. · ↗(sich) schnappen  ugs. · (sich) unter den Nagel reißen  ugs. · ↗abgreifen  ugs. · ↗absahnen  ugs. · ↗abstauben (u.a. Sport)  ugs. · ↗einsacken  ugs. · ↗einstreichen  ugs. · ↗ergattern  ugs. · ↗erwischen  ugs. · mitgehen lassen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brust an

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grabschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einige fangen an, mich zu stoßen, nach mir zu grapschen.
Die Zeit, 26.10.2009, Nr. 43
Fürchtet es sich, so sucht es Halt und grapscht sich den Hut.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2003
Er grapschte nach dem Skat und kniff die Augen zusammen.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 33
Ich war gleich bei meinem Vater und grapschte nach seiner Hand.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 99
Was wußten sie schon von den Härten der geteilten Welt, sie, die nach allem grapschen konnten, in ihrer und erst recht in unserer Welt.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 177
Zitationshilfe
„grapschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grapschen>, abgerufen am 17.02.2019.

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