Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

grammatisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [gʀaˈmatɪʃ]
Worttrennung gram-ma-tisch
Wortzerlegung Grammatik -isch
Wortbildung  mit ›grammatisch‹ als Letztglied: ungrammatisch
Mehrwortausdrücke  grammatischer Wechsel
eWDG

Bedeutung

die Grammatik, Sprachlehre betreffend
Beispiele:
der grammatische Bau, die grammatische Struktur einer Sprache, des Satzes
das grammatische System der slawischen Sprachen
die grammatische Terminologie
ein grammatischer Fachausdruck
grammatische Angaben, Kategorien, Gesichtspunkte
den grammatischen Stoff, die grammatischen Regeln beherrschen
das ist ein grammatischer Fehler, Verstoß
sie hat gute grammatische Kenntnisse
sie spricht und schreibt grammatisch völlig richtig
Sprachwissenschaft das grammatische GeschlechtGenus
Beispiele:
der grammatische Wechsel (= der auf der Wirkung des indogermanischen Akzents beruhende Wechsel gewisser Konsonanten in gleichen Wortstämmen)
Es lag nahe, die Klassen des grammatischen Geschlechts zum natürlichen Geschlecht in Beziehung zu setzen [ Brinkm.Dt. Sprache17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grammatik · Grammatiker · grammatisch · grammatikalisch
Grammatik f. ‘Wissenschaft und Lehre vom Bau und von den Regeln einer Sprache, Sprachlehrbuch’, ahd. grammatih (um 1000), mhd. grāmatic, grāmaticā, frühnhd. gramatic, gramatica (15. Jh.), Grammatik (16. Jh.) beruhen auf Übernahme bzw. Entlehnung von lat. (ars) grammatica, griech. grammatikḗ (téchnē) (γραμματικὴ τέχνη); bis ins 18. Jh. teils in lat., teils in eingedeutschter Form (mit unterschiedlicher Schreibweise); vom 19. Jh. an gilt Grammatik. Ausgangswort ist griech. grámma (γράμμα) ‘Buchstabe, Geschriebenes, Aufgezeichnetes’, eine Bildung zu griech. gráphein (γράφειν) ‘einritzen, zeichnen, schreiben’ (s. -gramm). Der Ausdruck bezeichnet ursprünglich die ‘Fertigkeit, mit Buchstaben umzugehen, Kunst des Lesens und Schreibens’, in hellenistischer und römischer Zeit ‘Sprach- und Literaturwissenschaft’, seit spätantiker Zeit ‘Lehre vom Bau der Sprache’. Entsprechend wird im mittelalterlichen Wissenschaftsgebäude Grammatik Terminus für das erste Fach des Triviums (neben Rhetorik und Dialektik) der septem artes liberales (wobei hauptsächlich an die lateinische Sprache zu denken ist). Seit Notker begegnet daneben die engere Verwendung ‘Summe der Regeln einer Sprache, richtiger Sprachgebrauch’ (wofür vom 16. bis 18. Jh. auch Sprachkunst, seit dem 17. Jh. Sprachlehre üblich ist), dann ‘Regelsammlung für das Erlernen und den Gebrauch einer Sprache in Lehrbuchform’ (16. Jh.). Grammatiker m. (18. Jh.), mhd. grāmaticus ‘wer lesen, schreiben und Latein kann oder dieses lehrt’, Übernahme von lat. grammaticus ‘Sprachkundiger, -forscher’, griech. grammatikós (γραμματικός) ‘Elementarlehrer’, dann auch ‘Gelehrter’. Im Dt. (bis ins 18. Jh. in lat. Form) ‘Sprachgelehrter (besonders im Hinblick auf die Regeln der Grammatik), Sprachtheoretiker’. Vereinzelt und ohne Nachfolge bleibt die frühe Entlehnung ahd. gramatihhāri (um 1000). grammatisch Adj. (16. Jh.), grammatikalisch Adj. (17. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
die Grammatik betreffend · grammatikalisch · grammatisch
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
der Grammatik gemäß · grammatikalisch korrekt · grammatikkonform · grammatisch · nicht ungrammatisch · regelkonform · sprachrichtig · wohlgeformt  ●  kann man so (auf Deutsch) sagen  ugs. · korrekt  ugs. · korrektes Deutsch  ugs., variabel · sagt man (auf Deutsch) so  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›grammatisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grammatisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›grammatisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In vielen Fällen ist die Basis der grammatischen Erfahrungen der Kinder noch zu eng. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 23]
Der letzte Satz der Rede enthält genaugenommen einen grammatischen Fehler. [Barthel, Henner (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998, S. 145]
Dabei geht es um den Übergang von der symbolisch vermittelten Interaktion zur grammatischen Rede. [Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 67]
Nicht so gut gelungen ist die Integration der grammatischen Erklärungen. [C't, 1998, Nr. 24]
Man denkt grammatisch nicht folgerichtig; darüber kann es keine Diskussion geben. [Tucholsky, Kurt: Ulysses. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1927], S. 20558]
Zitationshilfe
„grammatisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grammatisch>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
grammatikalisieren
grammatikalisch
gramgebeugt
gramerfüllt
gram
grammatischer Wechsel
grammweise
gramnegativ
grampositiv
gramseln