grapschen

Grammatik Verb
Nebenform grabschen · Verb
Worttrennung grap-schen ● grab-schen
Wortbildung  mit ›grapschen‹ als Erstglied: ↗Grabscher · ↗Grapscher  ·  mit ›grapschen‹ als Letztglied: ↗angrabschen · ↗angrapschen · ↗begrabschen · ↗begrapschen · ↗vorbeigrabschen · ↗vorbeigrapschen

Bedeutungsübersicht+

  1. [landschaftlich, salopp] ...
    1. 1. etw. rasch ergreifen
    2. 2. rasch nach etw. greifen, fassen
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, salopp
1.
etw. rasch ergreifen
Beispiele:
jmdm. etw. aus der Tasche grapschen
Er grapschte das Heft und rannte hinaus [ StrittmatterWundertäter280]
Unsere Kanonen […] haben die auch versucht zu grapschen [ BrechtCommune3]
sich [Dativ] etw. grapschen
Beispiel:
Er […] grapscht sich selbst eine Schaufel [ R. BartschTür zu308]
2.
rasch nach etw. greifen, fassen
Beispiele:
er grapschte nach ihrer Hand
Er grapscht drunter [unter das Bett] [ SchnurreRechnung59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grabbeln · grapschen · grapsen
grabbeln Vb. ‘schnell greifen, fassen nach, tastend befühlen, umhergreifen, herumwühlen’ (17. Jh.). Das besonders im nordd. Raum gebräuchliche Verb ist eine Iterativbildung zu nd. grabben ‘raffen, schnell fassen’; in hd. Mundarten entspricht grappeln (15. Jh.). Dazu gehören ferner die Intensivbildungen grapschen Vb. (19. Jh.) und grapsen Vb. ‘heftig, gierig greifen, an sich raffen’ (18. Jh.), heute vornehmlich ‘betasten, befingern’. Im germ. Sprachbereich sind vergleichbar engl. to grab, to grasp ‘hastig, gierig greifen, an sich reißen’, to grabble ‘herumtasten, tappen’, schwed. grabba ‘grapsen, packen’ sowie ↗Grips (s. d.). Mit den außergerm. Verwandten aind. gṛb(h)ṇā́ti ‘ergreift’, lit. grė́bti ‘rechen, harken, unter Anwendung von Gewalt ergreifen, sich gewaltsam aneignen, rauben’, gróbti ‘gewaltsam ergreifen, an sich reißen, rauben’, lett. grābt ‘greifen, fassen, haschen, packen’, aslaw. grabiti ‘raffen, ergreifen’, russ. grábit’ (грабить) ‘rauben, plündern’ führen sie auf ie. *ghrebh- ‘ergreifen, erraffen, harken’ (s. ↗graben).

Thesaurus

Synonymgruppe
greifen  ●  grabschen  ugs. · grapschen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) (ungerechtfertigterweise) aneignen · ↗(sich) einverleiben · (ungerechtfertigterweise) in seinen Besitz bringen · an sich bringen · an sich nehmen · ↗einheimsen · ↗erbeuten · ↗erjagen · zugespielt bekommen  ●  ↗(sich) zueignen  juristisch · ↗kapern  fig. · (sich an etwas) gesund stoßen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs. · (sich) grabschen  ugs. · ↗(sich) greifen  ugs. · ↗(sich) gönnen  ugs. · ↗(sich) krallen  ugs. · (sich) reinpfeifen  ugs. · ↗(sich) reinziehen  ugs. · ↗(sich) schnappen  ugs. · (sich) unter den Nagel reißen  ugs. · ↗abgreifen  ugs. · ↗absahnen  ugs. · ↗abstauben (u.a. Sport)  ugs. · ↗einsacken  ugs. · ↗einstreichen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
angeln (nach) · ↗fischen (nach) · grabschen (nach) · ↗haschen (nach) · ↗schnappen (nach) · zu erhaschen versuchen · zu erwischen versuchen · zu fangen versuchen  ●  ↗greifen (nach)  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
(mit Glück noch) bekommen  ●  ↗(noch) erhaschen  poetisch, regional · ↗ergattern (knappe Ware / letztes vorhandenes)  Hauptform · ↗(noch) erwischen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs., salopp · (sich) grabschen  ugs., salopp · ↗(sich) greifen  ugs., salopp · ↗(sich) krallen  ugs., salopp · ↗(sich) schnappen  ugs., salopp · ↗abbekommen  ugs. · glücklich einen der letzten ... bekommen  geh., variabel
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gunst der Stunde nutzen · ↗(etwas) mitnehmen · nicht verstreichen lassen · ↗wahrnehmen (Termin, Vorteil, Chance) · ↗zugreifen  ●  beim Schopf(e) ergreifen  fig. · ↗ergreifen (Gelegenheit, Chance)  Hauptform · nicht links liegen lassen  fig. · ↗nutzen (Chance, Gelegenheit)  Hauptform · ↗ausüben (Option, Stimmrecht, Vorkaufsrecht)  fachspr., kaufmännisch, juristisch · beim Schopf(e) packen (Gelegenheit, Chance)  ugs., fig. · ↗zuschlagen  ugs., Hauptform
  • (jemandem) zuvorkommen  ●  ↗(jemandem etwas) (vor der Nase) wegschnappen  ugs. · schneller sein  ugs.
  • (jemandem) (buchstäblich / förmlich / nur so ...) aus den Händen gerissen werden · reißenden Absatz finden  ●  (sich) verkaufen wie geschnitten Brot  ugs. · weggehen wie warme Brötchen  ugs. · ↗weggehen wie warme Semmeln  ugs.
  • aufspüren · ↗aufstöbern · ↗auftreiben · ausfindig machen · ↗besorgen · ↗finden · fündig werden · ↗lockermachen  ●  (sich) an Land ziehen  ugs. · ↗aufgabeln  ugs. · ↗ausbaldowern  ugs. · kommen an  ugs.
  • Selbstbedienungsmentalität · an sich selbst zuerst denken  ●  Hauptsache ich!  ugs.
  • angeln (nach) · ↗fischen (nach) · grabschen (nach) · ↗haschen (nach) · ↗schnappen (nach) · zu erhaschen versuchen · zu erwischen versuchen · zu fangen versuchen  ●  ↗greifen (nach)  Hauptform
  • (sich) greifen · ↗(sich) schnappen · ↗ergreifen · ↗fassen · ↗festhalten · in die Hand nehmen · nicht aus der Hand geben · nicht loslassen · ↗packen  ●  ↗nehmen  ugs.
  • (etwas) wollen · (sich) interessieren für · an etwas (heran)kommen wollen · an sich bringen wollen · hinter etwas her sein wie der Teufel hinter der armen Seele (Verstärkung) · in seinen Besitz bringen wollen · interessiert sein an · unbedingt haben wollen  ●  (etwas) haben wollen  Hauptform · Begehrlichkeiten wecken  floskelhaft, mediensprachlich · (etwas) kriegen wollen  ugs. · (ganz) heiß sein auf  ugs. · (sich etwas) an Land ziehen wollen  ugs. · (sich etwas) grapschen wollen  ugs. · (sich etwas) krallen wollen  ugs., salopp · (sich etwas) schnappen wollen  ugs. · (sich) etwas unter den Nagel reißen wollen  ugs., fig. · geil sein auf  derb · hinter etwas her sein  ugs. · scharf sein auf  ugs. · spitz sein auf  ugs.
  • (etwas) abbekommen wollen · (etwas) abhaben wollen · (etwas) abkriegen wollen · (etwas) haben wollen (von)
  • (sich) reißen um · haben wollen · heiß begehrt sein · scharf sein (auf) · sehr gefragt sein  ●  Schlange stehen (bei)  fig. · heiß sein (auf)  ugs.
  • hinter etwas her sein · schon lange gesucht haben nach · schon lange suchen nach
  • (einen guten) Fang machen  fig. · (ein) Super-Schnäppchen ergattern  ugs. · (einen) Fitsch machen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›grapschen‹, ›grabschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grapschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›grapschen‹, ›grabschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einige fangen an, mich zu stoßen, nach mir zu grapschen.
Die Zeit, 26.10.2009, Nr. 43
Fürchtet es sich, so sucht es Halt und grapscht sich den Hut.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2003
Er grapschte nach dem Skat und kniff die Augen zusammen.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 33
Ich war gleich bei meinem Vater und grapschte nach seiner Hand.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 99
Was wußten sie schon von den Härten der geteilten Welt, sie, die nach allem grapschen konnten, in ihrer und erst recht in unserer Welt.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 177
Zitationshilfe
„grapschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grapschen>, abgerufen am 13.04.2021.

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