grasen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggra-sen
Wortbildung mit ›grasen‹ als Letztglied: ↗abgrasen · ↗ausgrasen · ↗nachgrasen · ↗übergrasen
 ·  mit ›grasen‹ als Grundform: ↗vergrasen  ·  formal verwandt mit: ↗begrast
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
das Gras abfressen, weiden
Beispiele:
das Vieh grast auf der Weide
das Reh beginnt zu grasen
die Tiere grasten friedlich
grasende Kühe
2.
landschaftlich, umgangssprachlich nach etw. graseneine Gegend, ein Gebiet nach etw. genau absuchen
Beispiele:
ich habe überall danach gegrast
nach einem Zitat grasen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gras · grasen · abgrasen · Graser · grasig · Grasmücke
Gras n. in Halmen wachsende grüne Pflanze mit schmalem Blatt und ährenförmigem Blütenstand, auch ‘Rasen, Wiese’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. gras, afries. gers, gres, aengl. græs, gærs, engl. grass, anord. gras, schwed. gräs, got. gras (germ. *grasa-) läßt sich mit lat. grāmen ‘Gras’ (aus *grasmen) verbinden. Daraus ist ie. *ghrəs- ‘Gras, Pflanzentrieb’ zu erschließen, das mit erweiterndem s auf ie. *ghrə-, eine Form der Wurzel ie. *gher(ə)- ‘hervorstechen’ (von Pflanzentrieben, Stacheln, Borsten, Erderhebungen, Kanten), weiterführend auch ‘wachsen, grünen’, zurückgeht. Zur gleichen Wurzel gehören ↗Grat, ↗Gräte, ↗Granne und ↗grün (s. d.). grasen Vb. ‘Gras abfressen’, ahd. grasōn ‘weiden, Gemüse pflanzen’ (9./10. Jh.), mhd. grasen ‘Gras schneiden, weiden’; abgrasen Vb. ‘Gras abweiden, abmähen’ (15. Jh.), übertragener Gebrauch seit dem 19. Jh. Graser m. (Jägersprache) ‘Zunge des Rotwildes’ (18. Jh.). grasig Adj. ‘mit Gras bewachsen, grasähnlich’, ahd. grasag (um 1000), mhd. grasec. Grasmücke f. kleiner, in Gebüsch und Hecken lebender Singvogel, ahd. grasmugga (Hs. 12. Jh.), mhd. gras(e)mucke (aus *grasa-smukka). Im zweiten Bestandteil des Vogelnamens sieht man ein Nomen agentis zu dem unter ↗schmiegen (s. d.) behandelten Verb. Das Nomen, das das anlautende s- früh verloren haben muß, weist Schwundstufe und die für Intensiv- bzw. Iterativbildungen (wie ↗schmücken, ↗schmuggeln, s. d.) charakteristische Konsonantengemination auf; semantisch folgt es mhd. smiegen und smucken, smücken, beide ‘in etw. eng Umschließendes drücken’, reflexiv ‘sich ducken’. Die ahd. Überlieferung bietet zahlreiche Varianten (mit und ohne Fugenvokal); neben den Formen auf -mugga stehen von Anfang an solche auf -mucca. Das beweist, daß irrtümlich schon früh Zusammenhang mit ahd. mugga, Variante mucca, nhd.Mücke (s. d.) empfunden wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
abgrasen · ↗abweiden · grasen · ↗weiden
Synonymgruppe
grasen · ↗weiden · ↗äsen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alm Almwiese Antilope Bison Gazelle Heidschnucke Herde Koppel Kuh Kuhherde Lama Lamm Lichtung Pferd Pony Reh Rentier Rind Rinderherde Schaf Schafherde Vieh Wasserbüffel Weide Weideland Wiese Zebra Ziege abgrasen seelenruhig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grasen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon 1999 hatte der Verlag versucht, 200 Kühe in der ganzen Stadt grasen zu lassen.
Bild, 06.12.2000
Rinder grasen, ein paar Kühe dösen wiederkäuend im satten Grün.
Süddeutsche Zeitung, 23.06.1995
Kühe, buntgefleckt, schritten langsam mit gesenkten Köpfen grasend über die Weiden.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Es begann sogleich unter den goldenen Kastanien, zwischen den scharlachroten Orchideen zu grasen.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 36
Die Herde hinter dem Hotel graste im Verlauf einer Viertelstunde um eine Ochsenlänge weiter.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 9
Zitationshilfe
„grasen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grasen>, abgerufen am 21.11.2019.

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