grassieren

Grammatik Verb · grassiert, grassierte, hat grassiert
Aussprache 
Worttrennung gras-sie-ren
Herkunft aus grassārīlat ‘losschreiten, hart zu Werke gehen, wüten’ < gradīlat ‘schreiten’
eWDG

Bedeutung

eine Krankheit grassierteine Krankheit greift um sich, nimmt überhand
Beispiele:
im Mittelalter grassierten oft Typhus, Cholera und Pocken
diese Seuche grassiert in den Hafenstädten
bei dem feuchten Wetter grassiert bei uns die Grippe
das war keine Frisur, sondern ein Kompromiß mit grassierendem Haarausfall [ M. WalserHalbzeit495]
übertragen
Beispiele:
allgemeine Niedergeschlagenheit, ein Gerücht grassierte
»Sonnig« grassierte damals in den Gefallenenanzeigen [ KlempererLTI156]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grassieren Vb. ‘sich ausbreiten, um sich greifen, wüten’, entlehnt aus lat. grassārī ‘losschreiten, hart zu Werke gehen, wüten’, einem Intensivum zu lat. gradī (gressus sum) ‘schreiten’ (s. ↗Grad). Zuerst (16. Jh.) verbunden mit dem Subjekt Pest (nach Vorbildern wie spätlat. pestilentia grassabatur), dann allgemein von seuchenartig auftretenden ansteckenden Krankheiten, sich verbreitenden Gerüchten, Meinungen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) ausbreiten · ↗(sich) verbreiten · (stark) im Kommen (sein) · Verbreitung finden · grassieren · um sich greifen · ↗umgehen · viele Anhänger finden (Idee)  ●  (mächtig) ins Kraut schießen  fig. · Hochkonjunktur haben  fig. · Konjunktur haben  fig. · auf dem Vormarsch (sein)  fig. · ↗(sich) breitmachen  ugs. · Platz greifen  geh. · mehr werden  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
grassieren  ●  (sich) epidemisch ausbreiten  fig. · (sich) epidemisch verbreiten  fig. · (sich) massenhaft verbreiten  negativ · zur Landplage werden  negativ
Assoziationen
  • (sich) ausbreiten · ↗(sich) verbreiten · (stark) im Kommen (sein) · Verbreitung finden · grassieren · um sich greifen · ↗umgehen · viele Anhänger finden (Idee)  ●  (mächtig) ins Kraut schießen  fig. · Hochkonjunktur haben  fig. · Konjunktur haben  fig. · auf dem Vormarsch (sein)  fig. · ↗(sich) breitmachen  ugs. · Platz greifen  geh. · mehr werden  ugs.
  • epidemisch anwachsen · epidemische Ausmaße annehmen · zur Epidemie werden
  • Epidemie · ↗Massenepidemie · ↗Massenerkrankung · ↗Plage · ↗Seuche  ●  ↗(eine) Pest  derb, fig. · Geißel der Menschheit  geh., literarisch, fig. · Gottesgeißel  geh., veraltet · ↗Pestilenz  geh., fig.

Typische Verbindungen zu ›grassieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

AngstBeispielsätze anzeigen BörsenfieberBeispielsätze anzeigen CholeraBeispielsätze anzeigen EpidemieBeispielsätze anzeigen FieberBeispielsätze anzeigen FurchtBeispielsätze anzeigen FusionsfieberBeispielsätze anzeigen Fußball-FieberBeispielsätze anzeigen FußballfieberBeispielsätze anzeigen GeflügelpestBeispielsätze anzeigen GrippeBeispielsätze anzeigen Grippe-VirusBeispielsätze anzeigen GrippewelleBeispielsätze anzeigen InfluenzaBeispielsätze anzeigen Internet-FieberBeispielsätze anzeigen KlauenseucheBeispielsätze anzeigen KorruptionBeispielsätze anzeigen MalariaBeispielsätze anzeigen MasernepidemieBeispielsätze anzeigen PestBeispielsätze anzeigen ReisefieberBeispielsätze anzeigen RinderwahnsinnBeispielsätze anzeigen SchweinepestBeispielsätze anzeigen SeucheBeispielsätze anzeigen TuberkuloseBeispielsätze anzeigen TyphusBeispielsätze anzeigen VirusBeispielsätze anzeigen VogelgrippeBeispielsätze anzeigen West-Nil-VirusBeispielsätze anzeigen ÜbernahmefieberBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grassieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›grassieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist keine gute Tradition, und natürlich grassiert sie nicht nur in der Politik.
Die Welt, 27.07.2004
Bis zu einem gewissen Grad aber grassieren diese Vorbehalte immer noch.
Die Zeit, 12.11.2001, Nr. 46
Wo aber die Wirklichkeit sich nicht wunschgemäß entwickelt, da grassiert zunehmend die Panik.
Süddeutsche Zeitung, 26.04.2002
Die Wortmarken sind eine Zeitlang die große Mode gewesen und grassieren auch noch.
Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 34
Daselbst grassiert tagelang die Farbenblindheit, indem nach einer über die Windeln abgestatteten Parade gelb für grün und grün für gelb angesehen wird.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10182
Zitationshilfe
„grassieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grassieren>, abgerufen am 18.04.2021.

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