grau

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›grau‹ als Erstglied: ↗Graubart · ↗Graubrot · ↗Grauerle · ↗Graufischer · ↗Graugans · ↗Grauguss · ↗Grauhörnchen · ↗Graukopf · ↗Graumarkt · ↗Graumännchen · ↗Graureiher · ↗Grauschimmel1 · ↗Grauschimmel2 · ↗Grautier · ↗Grauwacke · ↗Grauwerk · ↗Grauzone · ↗grau-blau · ↗grau-gelb · ↗grau-grün · ↗grau-weiß · ↗graubehaart · ↗graubelegt · ↗graublau · ↗graubraun · ↗graubärtig · ↗graufarben · ↗graugelb · ↗graugesprenkelt · ↗graugetigert · ↗graugetupft · ↗graugrün · ↗grauhaarig · ↗graukariert · ↗graumeliert · ↗grausträhnig · ↗grauweiß · ↗grauwollen · ↗grauäugig
 ·  mit ›grau‹ als Letztglied: ↗altersgrau · ↗anthrazitgrau · ↗aschgrau · ↗blaugrau · ↗bleigrau · ↗dunkelgrau · ↗dämmergrau · ↗eisengrau · ↗eisgrau · ↗fahlgrau · ↗feldgrau · ↗fledermausgrau · ↗gelbgrau · ↗grafitgrau · ↗graphitgrau · ↗grün-grau · ↗grüngrau · ↗hechtgrau · ↗hellgrau · ↗lichtgrau · ↗mausgrau · ↗mittelgrau · ↗nassgrau · ↗perlgrau · ↗rauchgrau · ↗schiefergrau · ↗schwarz-grau · ↗schwarzgrau · ↗silbergrau · ↗stahlgrau · ↗taubengrau · ↗weiß-grau · ↗weißgrau · ↗zartgrau · ↗zementgrau
 ·  mit ›grau‹ als Grundform: ↗Gräue  ·  formal verwandt mit: ↗Morgengrau · ↗Nachtgrau · ↗Novembergrau
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Mischfarbe aus Schwarz und Weiß
Beispiele:
die graue Haut des Elefanten
grau wie eine Maus
ein grauer Stoff, ein graues Kostüm
eine graue Uniform
er hat graue Augen
graues Gestein
graue Mauern
graue Rauchwolken, Regenwolken
der Himmel ist ganz grau
graues Frühlicht
ein helles, dunkles, düsteres, bleiches, kaltes, fahles, farbloses Grau
das Grau der Regenwolken
das Blau des Himmels ging in Weiß und Grau über
eine Bluse in Grau
die Dame in Grau
sie kam in Grau, bevorzugt die Farbe Grau
sprichwörtlich bei Nacht sind alle Katzen grau (= nachts erkennt man keine äußerlichen Unterschiede)
Am grauen Strand, am grauen Meer / Und seitab liegt die Stadt [Storm8,194]
Grau ist's immer, wenn ein Morgen naht [BrechtGedichte278]
2.
farblos, bleich
a)
durch zunehmendes Alter
Beispiele:
graues Haar
eine graue Haarsträhne
ein grauer Bart
Achtung vor einem grauen Haupte (= einem alten Menschen) haben
sein graues Haar färben
alt und grau werden
er ist in Ehren grau geworden
der graue Star (= krankhafte Trübung der Linse im Auge)
Sie hatte bereits einen grauen Scheitel [G. Hauptm.4,552]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich darüber, deshalb brauchst du dir keine grauen Haare wachsen zu lassen (= darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen)
b)
durch Blutleere
Beispiele:
ein graues Gesicht
eine graue Gesichtsfarbe
mein mageres graues Gesicht und die Trostlosigkeit meines Blickes [BöllWort12]
Der alte Mann wurde ganz grau im Gesicht [BrechtDreigroschenroman296]
Sie starrte mich grau vor Haß an [MarchwitzaJugend248]
3.
übertragen trostlos, trübe, öde
Beispiele:
ihr erschien die Welt grau und öde
umgangssprachlich, scherzhaft das graue Elend kriegen (= sich tief unglücklich fühlen, zeigen)
Es hieß warten, einen grauen Morgen und einen grauen Tag und eine graue Woche und einen grauen Monat [Feuchtw.Tag78]
In Dresden ging der graue Alltag wieder los [RennKindheit23]
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie [GoetheFaustI 2038]
ich kann das Grau in Grau unserer Nachkriegsepoche auf die Dauer nicht aushalten [G. Hauptm.SonnenuntergangI]
4.
weit zurückliegend, längst vergangen
Beispiele:
in grauer Vorzeit
im grauen Altertum, Mittelalter
vor grauen Jahren, Zeiten
5.
unbestimmt, ungewiss
Beispiel:
das liegt noch in grauer Ferne, Zukunft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grau · grauen1 · ergrauen · graulich · gräulich · Morgengrau · Morgengrauen
grau Adj. Bezeichnung des Farbtons zwischen schwarz und weiß, ahd. grāo, Genitiv grāwes (9. Jh.), mhd. grā, asächs. grāo, grē, mnd. grā, grāwe, mnl. grā, grau, nl. grauw, aengl. grǣg, engl. grey, anord. grār, schwed. grå, germ. *grēwa- gehört als wa-Stamm (darin den Farbbezeichnungen ↗blau, ↗gelb, s. d., vergleichbar) bzw. (im Aengl.) als Weiterbildung eines wa-Stammes mit lit. žėrė́ti ‘im Glanze strahlen, funkeln, glänzen’, žarà ‘Röte am Himmel, Lichtschein’, aslaw. zaŕa, zoŕa, russ. zarjá (заря) ‘Glanz, Röte am Himmel’ und wohl auch lat. rāvus (mit r aus *ghr- und unerklärtem ā) ‘grau, graugelb’ zur Wurzel ie. *g̑her(ə)-, *g̑hrē- ‘strahlen, glänzen, schimmern’. Ähnlich wie ↗blau (s. d.) entwickelt sich auch grau aus einer Ausgangsbedeutung ‘glänzend, strahlend, hell’. Zur genaueren Bezeichnung des Farbtons dienen mehrere Zusammensetzungen wie tauben-, maus-, schiefergrau. grauen1 Vb. ‘dämmern, hell werden’, ahd. grāwēn, grāwōn ‘grau sein, werden’ (11. Jh.), mhd. grāwen, auch ‘altern, dämmern’. Die Bedeutung ‘grau werden’ übernimmt im 18. Jh. ergrauen Vb. graulich, gräulich Adj. ‘ins Graue spielend, ein wenig grau’ (17. Jh.), zuvor graulicht (16. Jh.). Im substantivierten Kompositum mit Adjektiv Morgengrau n. mit Verb Morgengrauen n. ‘Morgendämmerung’ (beide Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
grau · ↗mausgrau
Synonymgruppe
blass · ↗dröge · ↗eintönig · ↗fade · ↗farblos · ↗geisttötend · grau · grau in grau · kontrastarm · ↗langatmig · ↗langweilig · ↗monoton · ↗reizlos · ↗schal · ↗schnöde · ↗spannungsarm · ↗stupid · ↗stupide · ↗trist · ↗trostlos · wenig aufregend · ↗öd · ↗öde  ●  ↗fad  ugs. · ↗trocken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ergraut · grau · grau geworden · graue Haare haben · ↗grauhaarig · grauköpfig  ●  alt und grau  ugs.
Assoziationen
  • in Ehren ergraut · in Würde ergraut
  • (langsam) graue Haare bekommen · anfangen, grau zu werden (Haare) · ↗angegraut · einzelne graue Haare haben · ↗grau meliert · ↗graumeliert · leicht ergraut · von Silberfäden durchzogen · von grauen Fäden durchzogen · von grauen Strähnen durchzogen
  • (die) jungen Alten · ↗alt · alt und grau (sein / werden) · ↗angejahrt · gealtert · gehobenen Alters · im Rentenalter · im reifen Alter von · in fortgeschrittenem Alter · in vorgerücktem Alter · nicht mehr der (die) Jüngste · nicht mehr ganz (so) jung · vorgerückten Alters · ↗ältlich  ●  auf meine (deine, seine...) alten Tage  ugs. · fortgeschrittenen Alters  geh. · in (jemandes) reife(re)n Jahren  geh. · in Ehren ergraut  geh. · in die Jahre gekommen  ugs. · in die Tage gekommen  ugs. · in hohen Jahren stehen  geh. · in höheren Jahren stehen  geh. · ↗oll  derb · viele Jahre auf dem Buckel haben  ugs. · zwischen 80 und scheintot  derb, variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Anzug Bart Beton Eminenz Fassade Flanell Haar Himmel Hose Kapitalmarkt Kasten Kloster Mantel Maus Panther Schleier Schläfe Star Strähne Theorie Vollbart Vorzeit Wolf Wolke Zelle braun meliert schwarz trist

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grau‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rote Blätter fallen, graue Nebel wallen, kühler weht der Wind.
Die Zeit, 22.08.2011, Nr. 34
Mit ihren kühlen grauen Augen musterte auch sie nachdenklich ihr Gegenüber.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 92
Er steht sehr aufrecht, den fleischigen Kopf hoch, die grauen Augen geradeaus.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 85
In der letzten Zeit war Grau dann nur noch selten mit dem Mädchen zusammengekommen.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 03.03.1927
Unten im Dunkel erhob sich der Schatten des Malers in seinem grauen Mantel.
Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 356
Zitationshilfe
„grau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grau>, abgerufen am 17.10.2019.

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