Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

grausam

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung grau-sam
Wortzerlegung Grauen -sam
Wortbildung  mit ›grausam‹ als Erstglied: Grausamkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. roh, gefühllos, andere quälend
  2. 2. schlimm, sehr unangenehm
    1. [salopp, übertrieben] sehr groß
    2. sehr
eWDG

Bedeutungen

1.
roh, gefühllos, andere quälend
Beispiele:
ein grausamer Mensch
eine grausame Bestie
eine grausame Strafe, Marter, Tat
eine grausame Laune
diese Erzählung ist mir zu grausam
mit grausamer Gewalt vorgehen
jmd. handelt, straft, rächt sich grausam
grausam lächeln
er war auf das Grausamste verletzt worden
ich hatte plötzlich eine grausame Lust, ihn zu quälen [ H. W. RichterSpuren277]
Laßt, Vater, genug sein das grausame Spiel [ SchillerTaucher]
wo die kommunistischen Parteien grausam unterdrückt werden [ Thälm.Reden1,193]
daß Ihr kamt, / Um Euer Opfer grausam zu verhöhnen [ SchillerStuartIII 4]
2.
schlimm, sehr unangenehm
Beispiele:
das war ein grausames Erwachen
eine grausame Enttäuschung
umgangssprachlichein grausamer Winter (= ein sehr strenger Winter)
umgangssprachlicheine grausame Kälte (= eine sehr große Kälte)
umgangssprachliches ist grausam kalt draußen
umgangssprachlichdas tut grausam weh
es war schon eine grausame Vorstellung, ein Kind des Zufalls oder gar ein Wechselbalg zu sein [ PenzoldtErdenwurm22]
Plötzlich blendete weißes, grausames Licht ihre Augen [ Kellerm.Tunnel310]
umgangssprachlichDer Tag war grausam heiß gewesen [ BredelHeerstraßen178]
salopp, übertrieben sehr groß
Beispiele:
ein grausamer Durst
grausame Schmerzen
er war in grausamer Verlegenheit
sehr
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
ich bin grausam müde
er ist grausam liederlich
sie war grausam erschrocken
zehn grausam lange Tage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grausam · Grausamkeit
grausam Adj. ‘gefühllos, schrecklich, entsetzlich’, mhd. grū(we)sam ‘Grauen, Schrecken erregend’, abgeleitet von mhd. grūwe, nhd. Grau m. ‘Schauder’ (s. Grauen). Die heute geläufige Bedeutung ‘rücksichtslos, hart, gefühllos’ sowie die Verwendung als Verstärkung im Sinne von ‘heftig, stark, überaus’ (vgl. grausam tief, grausam wüten, grausame Stärke) kommen bereits im 15. Jh. auf. Grausamkeit f. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
fürchterlich · grauenhaft · grauenvoll · grausam · grausig · gräulich · horrormäßig · schaurig · schrecklich · sehr schlecht
Synonymgruppe
grausam · hart · roh · wild
Synonymgruppe
grausam · mörderisch  ●  bluttriefend  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›grausam‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grausam‹.

Verwendungsbeispiele für ›grausam‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemals aber war der Künstler auch so grausam in sein eigenes Selbst zurückverwiesen. [Ball, Hugo: Der Künstler und die Zeitkrankheit. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 1225]
So grausam behandelt er sogar sein eigenes Kind, seine eigene Tochter. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 161]
Wenn sich das Lachen nicht mehr unterdrücken lässt, sind die Visionen am grausamsten. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Und es erfüllt sich auf eine ebenso wunderbare wie grausame Weise. [Die Zeit, 11.02.1999, Nr. 7]
Es ist nicht bloß eine Lüge, es ist eine grausame Lüge. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 279]
Zitationshilfe
„grausam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grausam>.

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