gravieren

Grammatik Verb · graviert, gravierte, hat graviert
Aussprache 
Worttrennung gra-vie-ren
Herkunft Französisch
Wortbildung  mit ›gravieren‹ als Erstglied: ↗Gravieranstalt · ↗Gravierarbeit · ↗Gravierkunst · ↗Graviernadel · ↗Gravierung · ↗Gravierwerkzeug
 ·  mit ›gravieren‹ als Letztglied: ↗aufgravieren · ↗eingravieren · ↗nachgravieren
eWDG, 1969

Bedeutung

eine Verzierung oder Schrift in Metall, Glas, Stein einschneiden, stechen
Beispiele:
ein Monogramm in die silbernen Löffel, in das goldene Medaillon gravieren
er hatte sein Wappen in den Siegelring gravieren lassen
in das Halsband des Hundes war die Adresse des Besitzers graviert
für das Festspiel hatte man besondere Münzen graviert
Ornamente in Kristall, Glas gravieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gravieren1 · Graveur · Gravüre · Gravur
gravieren1 Vb. ‘(in Metall, Stein, Glas) schneiden, ritzen’, Entlehnung (18. Jh.) aus gleichbed. frz. graver, das dem Germ. (vgl. anfrk. gravan, asächs. graƀan, mnl. mnd. grāven, s. ↗graben) entstammt und im Afrz. zunächst in der Bedeutung ‘einen Scheitel ziehen’ begegnet. Den erst für das 15. Jh. zu belegenden heutigen Wortsinn des Verbs setzt jedoch bereits das zugehörige Nomen agentis mfrz. frz. graveur (14. Jh.) ebenso wie jüngeres mfrz. frz. gravure (16. Jh.) voraus. Beide Bildungen werden im 18. Jh. gleichfalls ins Dt. entlehnt, Graveur m. ‘Kupfer-, Stahlstecher, Steinschneider’, Gravüre f. ‘Erzeugnis der Gravierkunst, Kupfer-, Stahlstich, Steinschnitt’, im 19. Jh. auch (latinisierend) Gravur f.

Thesaurus

Synonymgruppe
eingravieren · ↗einmeißeln · gravieren · ↗meißeln

Typische Verbindungen zu ›gravieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gravieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›gravieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gravierend ist auch künftig vor allem der Mangel an Erziehern.
Die Zeit, 02.04.1971, Nr. 14
Es geht hier nicht um die verworfene, absurde Idee, viereinhalb Millionen Namen auf Stein zu gravieren; dazu gäbe es ja Alternativen.
Der Tagesspiegel, 02.11.1997
Oft werden die Hölzer zusätzlich gefärbt, gebeizt, geräuchert oder graviert.
o. A.: Lexikon der Kunst - I. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6603
Der Mann als Nazi so graviert, daß man ihm selbst in München nur bescheidensten Posten, nicht etwa volle Professur, gegeben hat.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1953. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1953], S. 412
Die Bildhaftigkeit der Gottheit ist am Erweis er fahrbar, graviert also auf »Macht«.
Hertzsch, E.: Bilder und Bilderverehrung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 4227
Zitationshilfe
„gravieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gravieren>, abgerufen am 19.09.2020.

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