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grazil

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung gra-zil
Wortbildung  mit ›grazil‹ als Grundform: Grazilität
Herkunft aus gracilislat ‘schlank, mager, dürr, einfach, schlicht’
eWDG

Bedeutung

zierlich und zartgliedrig
Beispiele:
ein graziles Mädchen
ihre grazile Figur
mit grazilen Schritten
so kostbar, vornehm und grazil wirkte die mädchenhafte Frau ohne Kind in diesem Bilde [ AndresHochzeit105]
während seine linke Hand, bemerkenswert grazil, auf einem schwarzen Konzert‑Flügel liegt [ FrischStiller311]
übertragen
Beispiele:
ein graziler Baustil, Turm
die grazileren, aus glänzenderem Holze gearbeiteten Barockmöbel [ KlepperSchatten294]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grazil Adj. ‘zierlich, schlank, geschmeidig’, entlehnt (19. Jh.) aus lat. gracilis ‘schlank, mager, dürr, einfach, schlicht’. Denkbar ist Entlehnung über die botan.-lat. oder zoolog.-lat. Wissenschaftssprache des 18. Jhs., indem das dort zur Beschreibung von Pflanzen, Körpern und deren Teilen verwendete lat. gracilis ‘schlank, dünn’ in der dt. Übertragung, modernem Empfinden gemäß, als ‘zierlich, schlank’ u. dgl. aufgefaßt wird. Die Etymologie des Adjektivs ist nicht sicher geklärt. Möglicherweise ist *cracilis vorauszusetzen, so daß Verwandschaft mit aind. kṛśáḥ ‘abgemagert, hager, schwächlich’, lit. káršti ‘ein hohes Alter erreichen, hinfällig werden’ und wohl auch tschech. krsati ‘abnehmen’ angenommen werden kann. Nicht verwandt ist Grazie (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anmutig · edel · elegant · geschmeidig · grazil · graziös · voller Anmut · zart · zierlich  ●  gazellenhaft  selten
Assoziationen
Synonymgruppe
empfindlich · fein · filigran · fragil · grazil · hauchfein · sacht(e) · zart  ●  wie gehaucht  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›grazil‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grazil‹.

Verwendungsbeispiele für ›grazil‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als graziler Solitär könne sich der Turm auch mit dieser Höhe in die Stadt integrieren, ohne seine Umgebung zu erdrücken, hieß es. [Süddeutsche Zeitung, 19.10.1999]
An steilen Hängen treten die weniger grazilen Tiere dabei mehr kaputt als sie fressen. [Süddeutsche Zeitung, 16.05.1998]
Ich kann inzwischen schon sehr grazil weglaufen, falls mir jemand den Arm brechen will. [Der Tagesspiegel, 28.11.2002]
Die meisten von uns sehen bei dem Wort Model ein graziles, schlankes Mädchen vor sich. [Die Zeit, 28.01.2013, Nr. 04]
Es gärt, obgleich Leibrecht seine grazile Hand auf seine hundertachtzig Männer gelegt hat, in einem kleinen Winkel. [Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 96]
Zitationshilfe
„grazil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grazil>.

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