grell
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›grell‹ als Erstglied: ↗grellbunt · ↗grellfarben · ↗grellfarbig · ↗grellgelb · ↗grellgrün · ↗grellrosa · ↗grellrot · ↗grellweiß
 ·  mit ›grell‹ als Letztglied: ↗übergrell  ·  Ableitung von ›grell‹: ↗Grellheit
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
sehr hell und blendend
Beispiele:
er trat in die grelle Sonne
grelle Blitze
das grelle Scheinwerferlicht
grelle Lampen beleuchteten die Eisfläche
die Sonne scheint, strahlt grell durch die Gardinen
etw., jmd. ist grell von der Sonne beschienen, beleuchtet
übertrieben leuchtend
Beispiele:
ein grelles Rot, Blau
die grelle Farbe gefällt mir nicht
das Rosa ist mir zu grell
das Muster der Gardine sticht grell vom Grundton ab
übertragen
Beispiele:
er schilderte den Zusammenstoß in den grellsten Farben
seine jetzige Meinung steht zu seiner früher geäußerten im grellen Widerspruch
Ein Menschenschlag ... ließ in dem kleinen Staate, von dem wir reden, manches weit greller hervortreten als anderswo unter gleichen Umständen [Droste-Hülsh.Judenbuche883]
2.
in hohen Tönen laut erklingend
Beispiele:
eine grelle Musik
grelle Trompetentöne, Dissonanzen
ein greller Pfiff, Schrei
ihr grelles Lachen
die Blechbläser traten zu grell hervor
eine grell klingende Hupe
grell pfeifen, lachen
zu viele bedienten sich seiner, es [das Wort] fing an, grell aus jedem Satz, in dem es vorkam, herauszutönen [M. WalserHalbzeit27]
übertragen
Beispiel:
Plötzlich brach Tycho grell (= unvermittelt) ab [zu sprechen] und wandte sich nun an alle [BrodTycho Brahe61]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grell Adj. ‘durchdringend, schrill, blendend’, mhd. (md.) grel ‘zornig, rauh’, mnd. grel, (ablautend) gral ‘zornig, böse, verärgert’, mnl. gril, grel ‘jähzornig, leidenschaftlich’; dazu das Substantiv frühnhd. gral ‘Schrei, Zorn’ (15. Jh.), grel (16. Jh.) sowie das Verb mhd. grellen, grillen ‘laut, vor Zorn schreien’, mnd. grellen ‘in Zorn versetzen, reizen’, mnl. grillen ‘murren, brummen’, aengl. grillan ‘zum Zorn reizen, mit den Zähnen knirschen’ und anord. grellskapr ‘Zorn’. Sie alle sind (wie auch ablautendes ↗grollen, ↗Groll, s. d.) als lautnachahmende Bildungen anzusehen. grell und seine Verwandten bezeichnen zunächst das zornige Gebrüll, vom 16. Jh. an steht das Adjektiv für ‘schrill, durchdringend’ und, übertragen auf Gesichtseindrücke, für ‘hell, blendend’ (geläufig seit 18. Jh.). Man kann die Wortgruppe um grell und Groll in Verbindung mit ↗grüßen, ↗girren, ↗gurren (s. d.) bringen.

Thesaurus

Synonymgruppe
durchdringend · gellend · kreischend · ↗markerschütternd · ↗ohrenbetäubend · ↗schrill · sehr laut  ●  ↗gell  geh., literarisch, selten
Assoziationen
Synonymgruppe
(alle) Blicke auf sich ziehen · ins Auge fallen(d) · ins Auge stechen(d) · ↗knallig · ↗plakativ · ↗schreiend · ↗unübersehbar  ●  (man) muss einfach hingucken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
blendend · gleißend · gleißend hell · leuchtend · sehr hell · stark glänzend · stark reflektierend · strahlend
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beleuchtung Blitz Blitzlicht Buntheit Effekten Farben Farbigkeit Farce Flutlicht Gelb Kontrast Licht Lichtblitze Neonlicht Rampenlicht Rot Scheinwerfer Scheinwerferlicht Schlaglicht Schminke Sonnenlicht Tageslicht ausgeleuchteten beleuchtet beleuchteten bemalten erleuchteten geschminkte leuchtende schrill

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grell‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das einzige deutsche Wort sticht in der ungarischen Umgebung grell hervor.
Der Tagesspiegel, 31.08.1998
Ich habe das grelle Licht installieren lassen, damit ich sie jeden Abend sehen kann.
Süddeutsche Zeitung, 16.03.1996
Es war ein heißer Tag, mit grellem Licht, mit kurzen Schatten.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 441
Man spricht von knallgelb, von schreiendem Rot, von grellem Licht, von einem satten Blau.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 17
Zitationshilfe
„grell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grell>, abgerufen am 28.06.2017.

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