grenzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggren-zen
Wortbildung mit ›grenzen‹ als Letztglied: ↗abgrenzen · ↗angrenzen · ↗ausgrenzen · ↗eingrenzen · ↗umgrenzen
eWDG, 1969

Bedeutung

etw. grenzt an etw.etw. berührt sich mit etw. an der Grenze, stößt an etw.
Beispiele:
unser Grundstück grenzt an den Wald
der Garten grenzte an den See
dieses Land grenzt an Polen
übertragen etw. kommt einer Sache fast gleich
Beispiele:
seine Virtuosität grenzt an Hexerei, an ein Wunder
diese Worte grenzten an eine Beleidigung
dein Tun grenzt an Wahnsinn
das grenzte schon ans Verbrechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grenze · grenzen · Grenzer
Grenze f. ‘Linie, die zwei Staaten, Länder, Grundstücke oder andere Bereiche voneinander trennt’. Mhd. graniza, graenizen, greniz stammt aus apoln. granica, grańca ‘Grenzzeichen, Grenzlinie’ (poln. granica) und wird auf der gesamten Länge des polnisch-deutschen Grenzgebietes entlehnt; vgl. die slaw. Entsprechungen russ. graníca (граница), tschech. hranice (zu deren Grundwörtern s. ↗Granne). Die verschiedenen mhd. Formen finden sich im 12. und 13. Jh. (neben Belegen aus dem sorb. wie elb- und ostseeslaw. Substratgebiet) vor allem in lat. Urkunden. Grenze, im 14. Jh. im Obsächs. bereits allgemein gültig, dringt im 14./15. Jh. in den nd. und hd. Sprachraum vor (in der Lutherbibel steht es ausschließlich) und erscheint im Westmd. vereinzelt in der 1. Hälfte des 16. Jhs. Es ist um 1700 im gesamten Sprachgebiet allenthalben anzutreffen, erlangt literatursprachlichen Rang und besitzt in der Sprache der Gegenwart (neben Staatsgrenze) uneingeschränkt Geltung; alte Bezeichnungen wie Ende, Gemerk, Mark, Rain, Scheide gelten heute als Dialektwörter, haben eine andere Bedeutung angenommen oder sind ausgestorben. Dazu schon im 15. Jh. die dt. Ableitungen grenzen Vb. und Grenzer m. ‘Grenzwächter’. Vgl. K. Müller in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 3 (1976) 21 ff.

Thesaurus

Synonymgruppe
adjazieren · ↗angrenzen · ↗anstoßen · grenzen
Synonymgruppe
grenzen (an) · ↗säumen

Typische Verbindungen zu ›grenzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Absurde Arbeitsverweigerung Besessenheit Blasphemie Groteske Heuchelei Hexerei Hochverrat Hysterie Lächerliche Majestätsbeleidigung Rufmord Selbstverleugnung Unverschämtheit Verleumdung Volksverdummung Wahnsinn Wunder Wunderbar Zauberei Zynismus ab abgrenzen aneinander aneinandergrenzen angrenzen ausgrenzen direkt eingrenzen unmittelbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grenzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›grenzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Abrechnung von gar nicht erbrachten Leistungen - selbst dies kommt vor - grenzt an Betrug.
Süddeutsche Zeitung, 15.09.1994
Die mit massiven Drohungen herbeigeführte Übereinkunft grenzt bereits unmittelbar an den Zwang.
Giersch, Herbert: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Wiesbaden: Gabler 1960, S. 307
Er grenzt unmittelbar an die Straße, aber man hätte ihn vergessen können.
Die Zeit, 18.11.1960, Nr. 47
Nur bei den ärmsten Bauern grenzte der Stall unmittelbar an die Stube.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 170
Der Ortsteil Bornstedt (eingemeindet 1935) grenzt nördl. an den Park Sanssouci.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 10817
Zitationshilfe
„grenzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grenzen>, abgerufen am 22.02.2020.

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