griesgrämig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggries-grä-mig (computergeneriert)
GrundformGriesgram
eWDG, 1969

Bedeutung

mürrisch, verdrossen
Beispiele:
ein griesgrämiger Nachbar, Verkäufer
in griesgrämiger Stimmung sein
das Gesicht griesgrämig verziehen
ein griesgrämig verkniffener Mund
die griesgrämige Mademoiselle Berthe habe beständig an den Türen gehorcht [KaschnitzHaus100]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Griesgram · griesgrämig · griesgrämlich
Griesgram m. ‘mürrischer Mensch, mürrische Stimmung’. Mhd. grisgram ‘Zähneknirschen’ ist aus dem Verb ahd. gris(t)gramōn (um 1000; vgl. gris(t)gramunga, 10. Jh.), mhd. grisgram(m)en ‘mit den Zähnen knirschen, brummen, knurren’ rückgebildet. Nhd. griesgramen entwickelt unter dem Einfluß von ↗gram, ↗grämlich (s. d.) im 16. Jh. die Bedeutung ‘mißmutig sein, nörgeln’; dazu (und nicht im Anschluß an die mhd. Form) wird im 18. Jh. nhd. Griesgram neu gebildet. Das Verb geht im 19. Jh. unter. Auch das zugehörige Adjektiv mhd. grisgramig ‘zähneknirschend’ (14. Jh.) bleibt ohne unmittelbare Nachfolge, denn die Formen griesgrämig, griesgrämlich ‘mürrisch, übellaunig, verdrossen’ stammen ebenfalls aus dem 18. Jh. Der erste Wortbestandteil findet sich auch in asächs. gristgrimmo ‘Zähneknirschen’, mnd. grisgrimmende Part.adj. ‘die Zähne zeigend, wütend’, aengl. gristan ‘mahlen, knirschen’, gristbitian ‘mit den Zähnen knirschen’, aengl. engl. grist ‘Mahlgut, Korn’; vgl. auch nd. grieseln ‘vor Furcht, Kälte, Ekel erschaudern’. Wie ↗gräßlich (s. d.) zu einer Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’? Oder zu ie. *g̑hers- ‘starren, beben’? Zum zweiten Bestandteil s. ↗gram.

Thesaurus

Synonymgruppe
beleidigt  ●  betupft  ugs. · griesgrämig  ugs. · ↗knatschig  ugs. · ↗miesepetrig  ugs. · muksch  ugs.
Synonymgruppe
bärbeißig · ↗grantig · griesgrämig · ↗knurrig · ↗launisch · ↗missgelaunt · ↗missgestimmt · ↗misslaunig · ↗missmutig · ↗missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · ↗mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · nicht zu(m) Scherzen aufgelegt · ↗unausstehlich · ↗unleidlich · ↗unwillig · ↗unwirsch · ↗unzufrieden · ↗verdrießlich · ↗verdrossen · ↗übellaunig  ●  ↗schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · ↗brummig  ugs. · ↗dysphorisch  fachspr., medizinisch · ↗gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · ↗miesepetrig  ugs. · ↗muffelig  ugs. · ↗sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ↗ungemütlich  ugs. · ↗ungenießbar  ugs. · ↗ungnädig  ugs., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gesicht Großvater Kritiker Miene Rentner blicken blickend dreinblicken dreinblickend dreinschauen eher grau gucken manchmal oft schauen sonst verziehen wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›griesgrämig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der früher oft griesgrämig dreinblickende Mann lächelt nun strahlend in jede Kamera.
Die Welt, 03.01.2003
Die Frauen waren bei uns nicht so fürchterlich griesgrämig wie bei euch.
Die Zeit, 13.01.1992, Nr. 02
Viele sind auf jeden Fall bei der Suche alt geworden und griesgrämig gestorben.
Salbader, 1999, Nr. 24
Gewöhnlich sind 10 bis 15 solcher alten, griesgrämigen Bullen vereint.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 299
Der alte Mann sah nun schon unsere offene und endgültige Trennung heraufziehen, machte mir bittere Vorhaltungen und zeigte sich überhaupt unleidlich und griesgrämig.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 17
Zitationshilfe
„griesgrämig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/griesgrämig>, abgerufen am 15.10.2019.

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