grollen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggrol-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›grollen‹ als Grundform: ↗Grollen  ·  formal verwandt mit: ↗unheilgrollend
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Groll empfinden, verhalten zürnen
Beispiele:
er grollt heimlich, seit langem
sie grollt weiter
(mit) jmdm. grollen
wegen etw. grollen
Aus purer Eifersucht grollen Sie Ihrer toten Mama [GrassBlechtrommel139]
Kapital und Militär stehen vereint den grollenden Arbeitermassen gegenüber [Bild. Kunst1957]
2.
dumpf dröhnen, hallen
Beispiele:
der Donner grollt
wir hörten das Grollen des Donners, der Geschütze
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Groll · grollen
Groll m. ‘im Innern schwelender Haß, anhaltender Unwille, Verärgerung’, spätmhd. grolle (14. Jh.), frühnhd. Groll(e), die schwache Flexion ist noch im 17. Jh. neben der starken lebendig. Das im Ablautverhältnis zu mhd. grellen ‘laut vor Zorn schreien’, grel ‘rauh, zornig’ (s. ↗grell) stehende Substantiv bezeichnet in älterer Zeit häufig auch den aufwallenden, plötzlich ausbrechenden Zorn. grollen Vb. ‘Haß empfinden, verärgert sein’, anfangs meist (die entsprechende Lautäußerung mit einschließend) ‘zornig murren, brummen’ (15. Jh.), daher bis heute auch ‘dumpf dröhnen, donnern’. Voraus gehen mit abweichendem Vokal mhd. grüllen ‘höhnen, spotten’, spätmhd. widergrullen n. ‘das Gegengrollen, Gegenwehr’; vgl. weiterhin mnd. grullen, grüllen ‘grollen, murren’. Nhd. grollen ist also wohl lautlich von Groll beeinflußt; möglicherweise vereinigt es aber auch in sich zwei ursprünglich getrennte Verben, von denen das eine als ablautendes Deverbativum unmittelbar zu mhd. grellen (s. oben) gehört und das andere ein Denominativum von frühnhd. Groll darstellt.

Thesaurus

Synonymgruppe
brummen · ↗grummeln · ↗knurren · ↗murren · ↗raunzen  ●  grollen  Hauptform
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
  • Laute von sich geben
Antonyme
Synonymgruppe
grollen · ↗grummeln · ↗rumoren
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bass Coach Donner Ferne Genosse Gewitter Himmel Kaiser Kanonendonner Kanzler Motor Riese bedrohlich blitzen donnern draußen dumpf düster grummeln herüber leise nach pfeifen poltern rollen schmollen vernehmlich zischen zurück zürnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grollen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dem bleibt nicht viel mehr übrig, als laut zu grollen.
Der Tagesspiegel, 06.08.2002
Man hat mich genommen, so wie ich bin ", grollte er.
Bild, 08.08.1997
Am anderen Morgen grollten wir einander, freilich nicht sehr lange.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 78
Jo grollt seinem Schicksal, weil es ihm verwehrt geblieben ist, inhaftiert, verhört und geschlagen worden zu sein.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 48
Der Donner verzog sich grollend, allmählich begann ein einschläferndes, summendes Rauschen.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 79
Zitationshilfe
„grollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grollen>, abgerufen am 18.02.2019.

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