grotesk

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggro-tesk (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›grotesk‹ als Erstglied: ↗Groteskschrift · ↗Grotesktanz · ↗Grotesktänzer · ↗groteskerweise
 ·  mit ›grotesk‹ als Grundform: ↗Grotesk
eWDG, 1969

Bedeutung

aufgrund einer Verzerrung absonderlich, übertrieben, lächerlich oder auch quälend wirkend
Beispiele:
ein grotesker Einfall
eine groteske Darbietung
eine groteske Beurteilung, Verkennung der Tatsachen
die Situation war peinlich und grotesk
es ist grotesk, wie sich manche Eltern von ihren Kindern tyrannisieren lassen
das Groteske an der Sache war Folgendes: ...
das Groteske spielt in den Erzählungen der Romantiker eine große Rolle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Groteske · grotesk
Groteske f. künstlerische, besonders literarische Form, deren komische Wirkung auf phantastisch -verzerrender Darstellung der Wirklichkeit beruht. Das Substantiv ist zunächst allein in der bildenden Kunst (vom frühen 17. Jh. bis zur Mitte des 18. Jhs.) als terminologische Bezeichnung für ein aus Pflanzenteilen, Tieren und Menschengesichtern zusammengefügtes verschnörkeltes Wandornament üblich; es geht in dieser Verwendung über frz. grotesque f. (16. Jh.) zurück auf gleichbed. ital. grottesca, substantiviertes Femininum eines von ital. grotta ‘Grotte, Höhle, Wall’ (s. ↗Grotte) abgeleiteten Adjektivs ital. grottesco ‘nach Art der Grottenbilder, seltsam, wunderlich’. Solche Malereien werden nämlich Ende des 15. Jhs. in verschütteten (und daher höhlenähnlichen) Räumen antiker römischer Thermen und Paläste entdeckt und von Renaissancekünstlern nachgeahmt. Jünger als das Substantiv ist im Dt. grotesk Adj. ‘wunderlich, absonderlich, durch Verzerrungen oder Übertreibungen lächerlich wirkend’ (Anfang 18. Jh. bis zur Jahrhundertmitte gleichfalls nur terminologisch), nach frz. grotesque ‘lächerlich, wunderlich, närrisch’ (17. Jh.); vgl. aber grubengrotteschisch ‘seltsam gestaltet’ schon bei Fischart 1575 als wohl unmittelbar an ital. grottesco anschließende Gelegenheitsbildung.

Thesaurus

Synonymgruppe
aberwitzig · ↗absurd · befremdend · ↗befremdlich · ↗bizarr · ↗eigenartig · ↗eigentümlich · ↗eigenwillig · grotesk · ↗komisch · ↗kurios · ↗lächerlich · ↗merkwürdig · ↗schräg · ↗skurril · ↗sonderbar · ↗ungewöhnlich · ↗verquer  ●  ↗abgedreht  ugs. · ↗abstrus  geh. · ↗dadaistisch  geh. · fällt aus dem Rahmen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
absurd · ↗fratzenhaft · grotesk
Synonymgruppe
bedrohlich · ↗beängstigend · grotesk · ↗kafkaesk · ↗rätselhaft
Synonymgruppe
grotesk · slapstickartig · wie in einem schlechten Film · wie in einer Klamotte

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auswuchs Farce Fehleinschätzung Fehlurteil Humor Karikatur Komik Mißverhältnis Mißverständnis Selbstüberschätzung Verkehrung Verkennung Verrenkung Verzerrung Zerrbild Zug absurd anmuten anmutend beinahe bisweilen geradezu komisch mitunter teilweise verzerrt Übersteigerung Übertreibung Überzeichnung überzeichnet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grotesk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was ansonsten unter Gill Sans firmiert, heißt hier Humanist 521, die Bitstream Geometric 706 entspricht der Neuzeit Grotesk.
C't, 1995, Nr. 1
Meist sind es Großbuchstaben der Antiqua, der serifenlosen Linearantiqua (Grotesk) und der Egyptienne, die mit vollen, schraffierten oder lichten Schatten versehen sind.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 28019
Es ist fast grotesk - es dürfte nicht geschehen, und doch geschieht es.
Die Welt, 14.09.2001
Aber auch der Rest der Geschichte klingt nicht minder grotesk.
Bild, 22.12.2000
Noch vor zehn Jahren konnte Japan - auf geradezu groteske Weise überbewertet - in den Augen der weltweiten Investoren nichts falsch machen.
Der Tagesspiegel, 27.04.1998
Zitationshilfe
„grotesk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/grotesk>, abgerufen am 22.10.2019.

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