gruselig

Alternative Schreibunggruslig
GrammatikAdjektiv
Worttrennunggru-se-lig ● grus-lig
Wortzerlegunggruseln-ig
eWDG, 1969

Bedeutung

unheimlich, schauererregend
Beispiele:
eine gruselige Geschichte
ein gruseliges Erlebnis
das eigentümlich gruselige Gefühl des Aufgefressenwerdens [PenzoldtPowenzbande104]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gruseln · grus(e)lig · Gruselgeschichte · Grusical
gruseln Vb. ‘vor Furcht leicht schaudern, einen Schauder empfinden’, meist unpersönlich oder reflexiv Mhd. griuseln ‘Grausen empfinden’ ist Intensivbildung zu gleichbed. mhd. griusen (s. ↗grausen), setzt sich aber im Nhd. nicht fort. Im älteren Nhd. stehen vielmehr (im Anschluß an gleichbed. mhd. grūsen) ein nichtdiphthongiertes, ehemals kurzstämmiges, jedoch mundartlich sekundär gedehntes gruseln und umgelautetes grüseln bis ins 17. Jh. nebeneinander. Im Schrifttum des 18. Jhs. sind beide Verbformen nicht mehr belegt. Anfang des 19. Jhs. aber dringt gruseln mit den Grimmschen Märchen wieder in die Literatursprache. grus(e)lig Adj. ‘unheimlich, schaudererregend’, seit dem 15. Jh. belegte Ableitung von gruseln (s. oben), eine klare Abgrenzung gegen ↗grauslich (s. d.) ist anfangs nicht immer möglich; wie gruseln wird auch das Adjektiv grus(e)lig durch Grimms Märchen neu belebt. Gruselgeschichte f. ‘Schauergeschichte’ (19. Jh.). Grusical n. ‘Gruselfilm’ (2. Hälfte 20. Jh.), nach Musical (s. ↗Musik) gebildet.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Schatten von MAD lebte es sich gruselig, aber sicher.
Der Tagesspiegel, 18.10.1999
Die Geschichte ist dabei überhaupt nicht gruselig, dazu sind die Gespenster viel zu nett.
C't, 1996, Nr. 11
Das ist gräßlich, klappt Augen und Mund auf und zu, fischig, gruselig, schrecklich.
Hermann, Judith: Sommerhaus, später, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 2000 [1998], S. 155
Das war mir zu gruselig, nachts als Frau allein auf diesem Autobahnparkplatz.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 366
Da fällt mir nun gleich eine andere gruselige Sache ein.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18087
Zitationshilfe
„gruselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gruselig>, abgerufen am 22.11.2019.

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