gute Karten

Grammatik Mehrwortausdruck · wird nur im Plural verwendet
Bestandteile gutKarte
Rechtschreibregeln § 63 (1.2)
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

in einer (anstehenden) Auseinandersetzung, einem Wettbewerb o. Ä.   gute Aussichten auf Erfolg, gute Erfolgschancen; vorteilhafte, erfolgversprechende Mittel, Möglichkeiten oder Eigenschaften
Beispiele:
Gelegenheit, sich mit der norwegischen Wirklichkeit näher auseinanderzusetzen, hat S[…] bisher allerdings kaum gehabt. Und ob sein Asylantrag genehmigt wird, ist auch alles andere als sicher; nicht zuletzt wegen seines früheren zweijährigen Aufenthalts in Russland, das von Norwegen als sicheres Drittland betrachtet wird. Ausserdem leidet er an einer Beinverletzung. Das sind keine guten Karten für Erfolg auf dem norwegischen Arbeitsmarkt, wenn es trotzdem klappen sollte mit dem Asyl. [Neue Zürcher Zeitung, 21.04.2016]
Am wenigsten […] dürfte [der französische Politiker Jean-François] Copé unter dem Zerwürfnis innerhalb der [Partei] UMP leiden. Er ist politisch unverbraucht, kennt die Siegerpose, füllt die Oppositionsrolle besser aus und weiss den Übervater Nicolas Sarkozy erst noch im Hintergrund. Das sind ziemlich gute Karten für seine weitere Karriere. […] [Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2012]
Fachliche Kompetenz vereint mit einer »jugendlichen Reife« sind gute Karten für den Aufstieg in einem spanischen Unternehmen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2001]
a)
Phrasem:
gute Karten (in der Hand) haben, halten, besitzen (= gute Erfolgsaussichten haben) (= erfolgversprechende Mittel, Möglichkeiten oder Eigenschaften besitzen)
Beispiele:
In puncto Meistertitel und dem damit verbundenem Aufstieg in die Landesklasse hält der SV Blau-Weiß Bennewitz die mit Abstand besten Karten in der Hand. [Leipziger Volkszeitung, 14.06.2019]
Noch hat der Mensch [gegenüber der künstlichen Intelligenz] gute Karten. Doch seine Qualitäten werden in Zukunft zunehmend herausgefordert. [Süddeutsche Zeitung, 28.09.2018]
»Insgesamt bin ich mit der heutigen Gesamtleistung sehr zufrieden«, sagte [Sportlerin] H[…], die nun gute Karten besitzt, auch im WM-Massenstartbewerb dabei zu sein. [Der Standard, 09.03.2016]
Die Arbeit eines Diätassistenten besteht darin, Diätpläne für Patienten vor allem in Krankenhäusern zu erstellen, aber auch in Kurkliniken. […] Die Diätassistenten haben gute Karten, weil die gesunde Ernährung in den letzten Jahren einen Boom erlebt hat. [Süddeutsche Zeitung, 18.09.1999]
b)
Phrasem:
gute Karten ziehen (= gute Erfolgschancen bekommen) (= erfolgversprechende Möglichkeiten, gute Chancen auf etw. erhalten)
Beispiele:
Wer sich jetzt für ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium entscheidet, zieht gute Karten für die berufliche Zukunft. [Allgemeine Zeitung, 01.08.2013]
In diesem Jahr hat der Norden Deutschlands in puncto Wetter ganz klar die besseren Karten gezogen. [Kiek mol …, 13.08.2010, aufgerufen am 05.06.2015]
Mit dem Solarpark hat Oschatz noch eine gute Karte gezogen: Entwickelt sich das Projekt tatsächlich wie geplant, macht die Stadt mit einer der größten Anlagen von sich reden. [Leipziger Volkszeitung, 19.03.2005]
c)
Phrasem:
gute Karten ausspielen (= vorhandene erfolgversprechende Mittel, Möglichkeiten einsetzen oder verbrauchen)
Beispiele:
Schaffhausen kann seine guten Karten als Wohnkanton aber nur ausspielen und dem demographischen Abwärtstrend begegnen, wenn seine Verkehrserschliessung besser wird. [Neue Zürcher Zeitung, 23.06.2006]
[…] es sah zunächst noch besser aus für den Aufsteiger, der gerade zu Beginn die besseren Karten im Mittelfeld ausspielte und nach vorne gut zu gefallen wusste. [Fränkischer Tag, 25.04.2016]
Er [der Politiker] hat seine besten Karten ausgespielt. Sein neuer Senat kann ihm wenig helfen, im besten Fall schadet er nicht. Jetzt sind erstmal wieder die anderen dran. [Der Tagesspiegel, 16.06.2001]
Zitationshilfe
„gute Karten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gute%20Karten>, abgerufen am 01.06.2020.

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