gutmütig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggut-mü-tig (computergeneriert)
formal verwandt mitMut
Wortbildung mit ›gutmütig‹ als Erstglied: ↗Gutmütigkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

von guter Gemütsart
a)
nicht zum Zorn neigend, nicht streitsüchtig
Beispiele:
ein gutmütiger Mensch
er hat ein gutmütiges Gesicht, Lachen
seine gutmütigen Augen
gutmütig lachen, brummen, poltern
b)
leicht zu beeindrucken, mitleidig
Beispiele:
die gutmütige Frau gab ein größeres Geldstück
er ist immer viel zu gutmütig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gut · Gut · Güte · vergüten · Vergütung · begütert · gütig · begütigen · gütlich · Gutachten · Gutdünken · Guthaben · gutheißen · gutmütig · Gutschein · gutwillig
gut Adj. ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter ↗Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für ↗Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.

Thesaurus

Synonymgruppe
friedfertig · ↗friedlich · gutmütig · ↗herzensgut · ↗pazifistisch · ↗versöhnlich
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Seele von Mensch · gut · gutmütig · ↗gütig · ↗herzensgut · ↗menschlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bursche Bär Elefant Fahreigenschaft Fahrverhalten Fahrwerk Geschöpf Geselle Gesichtsausdruck Kerl Kurvenverhalten Lächeln Monster Polterer Riese Spott Trottel aussehend beleibt bösartig dreinblickend geduldig gutgläubig harmlos hilfsbereit humorvoll liebenswert liebenswürdig naiv warmherzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gutmütig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann hat etwas von einem gutmütigen Bären an sich - in letzter Zeit allerdings von einem gekränkten Bären.
Der Tagesspiegel, 15.04.2002
Gutmütig läßt er sich durch den Verkehr lenken, wirkt in engen Kurven vielleicht etwas behäbig.
Bild, 22.09.1998
Überhaupt ging sie mit uns jüngeren Kindern nicht gerade gutmütig um.
Carossa, Hans: Eine Kindheit, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1992 [1922], S. 11
Sie redeten gleichzeitig auf ihn ein, und er hörte gutmütig zu.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 345
Der alte Herr streichelte ihm besänftigend den Ärmel mit seiner breiten, gutmütigen Hand.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Der Herr Hofrat. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 11021
Zitationshilfe
„gutmütig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gutmütig>, abgerufen am 16.07.2019.

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