hässlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung häss-lich
Ungültige Schreibung häßlich
Rechtschreibregel § 2
Wortbildung  mit ›hässlich‹ als Erstglied: Hässlichkeit  ·  mit ›hässlich‹ als Letztglied: abgrundhässlich · grottenhässlich · grundhässlich · mordshässlich
 ·  mit ›hässlich‹ als Grundform: verhässlichen
eWDG

Bedeutungen

1.
das ästhetische Empfinden verletzend, unschön auf jmdn. wirkend
a)
beim Anblick von etw., jmdm.
Beispiele:
ein hässliches Gesicht
das hässliche Kind
ein hässlicher Köter läuft auf der Straße herum
er bewohnte ein hässliches kleines Hinterzimmer
diese hässlich grüne Farbe
umgangssprachlichsie ist hässlich wie die Nacht (= abstoßend hässlich)
ich finde das Gemälde, Gebäude hässlich
die schreienden, knalligen Farben des Plakates sehen hässlich aus
sich ärgern macht hässlich
Roses Gesicht verzerrte sich zu einer häßlichen, weinerlichen Grimasse [ ApitzNackt414]
Erröten macht die Häßlichen so schön [ LessingNathanV 7]
b)
beim Hören von etw.
Beispiele:
hässlich reden, schimpfen
die Stimme klang belegt und hässlich
2.
unangenehm
Beispiele:
ein hässliches Wetter
eine hässliche Angelegenheit
umgangssprachlicheine hässliche Geschichte
ein hässlicher Traum
der alte Mann wurde von einem hässlich Husten gequält
3.
verabscheuenswürdig, ziemlich gemein
Beispiele:
ein hässlicher Streit, Zwischenfall
sie gebraucht hässliche Ausdrücke, Worte, hat hässliche Gedanken
das Kind hat hässliche Angewohnheiten
einen hässlichen Charakter haben
der Junge war hässlich zu seinem kleinen Bruder
jmdn. hässlich behandeln
sie fand sein Betragen hässlich
4.
umgangssprachlich klein und hässlichgeduckt, armselig
Beispiele:
klein und hässlich dastehen
du wirst noch (ganz) klein und hässlich werden (= du wirst noch (ganz) gefügig werden)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haß · hassen · häßlich · Häßlichkeit
Haß m. ‘von Feindseligkeit, von leidenschaftlicher Abneigung getragene Gesinnung’, ahd. (8. Jh.), mhd. haʒ ‘Groll, Feindschaft’, asächs. heti ‘Feindschaft, Verfolgung’, mnd. hāt(e), mnl. hāte (daneben hat), nl. haat, aengl. hete, engl. hate, anord. hatr, schwed. hat, got. hatis ‘Haß, Zorn’ ist ein alter es/os-Stamm, der mit (ablautendem) asächs. hōti ‘feindlich, erzürnt’ und mit außergerm. Verwandten griech. kḗdos (κῆδος), (dor.) kā́dos (κᾶδος) ‘Sorge, Trauer, Leichenbestattung, Verschwägerung, Verwandtschaft’, osk. cadeis (Genitiv) ‘Feindschaft’, mir. caiss, kymr. cas ‘Haß’ sowie mit awest. sādra- ‘Leid, Qual’ auf die Wurzel ie. *k̑ād-, *k̑əd- ‘seelische Verstimmung, Kummer, Haß, Sorge, Leid’ zurückzuführen ist. hassen Vb. ‘Haß empfinden’, ahd. haʒʒēn (8. Jh.), haʒʒōn (9. Jh.), mhd. haʒʒen, asächs. haton, mnd. mnl. hāten, nl. haten, aengl. hatian, engl. to hate, anord. schwed. hata, got. hatan. Im Germ. bedeutet das Verb auch ‘verfolgen’, das Substantiv entsprechend ‘Verfolgung’. S. dazu das Kausativum hetzen, eigentlich ‘hassen machen, zur Verfolgung bringen’, und zugehöriges Hatz. Für das Germ. ist also eine Ausgangsbedeutung ‘feindselige Verfolgung’ bzw. ‘verfolgen’ anzusetzen. häßlich Adj. ‘unschön, abstoßend, gemein, armselig’; ahd. haʒlīh (Hs. 12. Jh.), mhd. haʒ(ʒe)lich, heʒ(ʒe)lich, asächs. hetilīk, aengl. hetelic bedeuten ‘Haß erregend, feindselig’. Über ‘hassenswert, verhaßt’ wird häßlich in frühnhd. Zeit zum Gegenwort von schön umgedeutet. Häßlichkeit f. ‘unschönes Aussehen’, spätmhd. heʒlichkeit ‘Haß, Abscheu’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Auge beleidigen(d) · (eine) Beleidigung fürs Auge · kein schöner Anblick · reizlos · unansehnlich · unattraktiv · ungestalt · unschön · unästhetisch  ●  hässlich  Hauptform · hässliches Entlein  fig. · nicht sehr einnehmend  geh. · schiach  ugs., bayr., österr. · schiech  ugs., bayr., österr.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
leidig · lästig · misslich · missliebig · mit (einigen) Unannehmlichkeiten verbunden · nicht erwünscht · nicht wünschen · nicht wünschenswert · schlecht · schlimm · schrecklich · störend · unangenehm · unbequem · unerfreulich · unerquicklich · unerwünscht · ungeliebt · ungut · unliebsam · unschön · unwillkommen · wenig beneidenswert · widrig · ärgerlich  ●  blöd (ärgerlich)  ugs. · böse (Überraschung, Erwachen ...)  ugs. · dumm (ärgerlich)  ugs. · etwas Dummes  ugs. · hässlich  ugs., fig. · unkomfortabel  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›hässlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›hässlich‹ und ›häßlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›hässlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mein nächster Mann wird häßlich sein, das verspreche ich mir. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 162]
Das Kind ist häßlich und so verlassen wie sonst nichts auf der Welt. [Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 159]
Schön wird häßlich, häßlich schön, aber wir sollen immer mit. [Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26113]
Er sagt nicht, die Welt sei ungerecht; er sagt lieber, sie sei häßlich. [Die Zeit, 29.04.1999, Nr. 18]
Nun wurde die Geschichte, die so arglos begonnen hatte, häßlich. [Die Zeit, 17.09.1998, Nr. 39]
Zitationshilfe
„hässlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/h%C3%A4sslich>.

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