häkeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghä-keln
Wortbildung mit ›häkeln‹ als Erstglied: ↗Häkelarbeit · ↗Häkeldecke · ↗Häkelgarn · ↗Häkelmuster · ↗Häkelnadel · ↗Häkelspitze
 ·  mit ›häkeln‹ als Letztglied: ↗anhäkeln · ↗umhäkeln
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
(eine Handarbeit) mit einer Häkelnadel herstellen, anfertigen
b)
eine Häkelarbeit machen
2.
landschaftlich sich (in harmloser, lustiger Weise) streiten; necken, frotzeln
3.
Fußball, Eishockey, besonders süddeutsch haken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

häkeln · Häkelei
häkeln Vb. ‘mit einer an der Spitze gebogenen Nadel einen Faden zu Maschen verschlingen und dadurch ein Gewirk herstellen’ (Anfang 19. Jh., wozu Häkelnadel für das Arbeitsinstrument, bei Campe 1808 neben gleichbed. Häkchen), zunächst jedoch allgemeiner ‘mit einem Häkchen greifen, fassen’, von Tieren ‘mit den Krallen, Klauen zufassen’ (17. Jh.; vielleicht hiervon übertragen sich mit jmdm. häkeln ‘sich zanken, necken’). Das Verb ist seiner Bildung nach wohl Iterativum zu älterem ↗haken (s. d.); in Verwendungen, die nicht auf einen wiederholten Vorgang zielen (18./19. Jh.), kann es aber auch unmittelbar an das obd. Deminutivum von ↗Haken (s. d.) angeschlossen werden (vgl. spätmhd. hækel). Häkelei f. ‘gehäkelte Handarbeit’ und ‘Zank, Streiterei, Neckerei’, in beiden Bedeutungen seit Anfang des 19. Jhs.

Typische Verbindungen zu ›häkeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Decke Doppelstäbchen Jacke Kettenmasche Luftmasche Luftmaschenbogen Luftmaschenkette Masche Maschenglied Muster Mütze Rund Stab Topflapp Vorderteil Wendeluftmasche Wolle anhäkeln backen basteln du häkeln nähen spinnen sticken stricken umhäkeln weben weiterhäkeln zusammenhäkeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›häkeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›häkeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beginne am unteren Ärmel mit weißer Wolle und häkle 8 Muster in den unteren Ärmelrand.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 72
Sie willigte ein, und nachdem sie mich das Muster gelehrt hatte, häkelte ich noch ein gutes Stück selber dazu.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 17059
Man häkelt allzu nett und gemütlich miteinander, die Gruppe ist dabei aber stets auf Sicherheit bedacht, die Ängstlichkeit der Gruppe übersteigt die der einzelnen Frauen.
Die Zeit, 23.09.2013, Nr. 38
Der Vater masturbiert im Hobby-Keller, die Mutter häkelt allein auf der Couch.
Der Tagesspiegel, 10.04.2001
Die Mutter strickte oder häkelte; meine Geschwister tummelten sich; ich saß oft an dem Tisch und hörte dem unaufhörlichen Politisieren der beiden Männer zu.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 31107
Zitationshilfe
„häkeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/h%C3%A4keln>, abgerufen am 20.01.2020.

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