hämmern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghäm-mern (computergeneriert)
GrundformHammer
Wortbildung mit ›hämmern‹ als Erstglied: ↗hämmerbar  ·  mit ›hämmern‹ als Letztglied: ↗Gehämmer · ↗aushämmern · ↗einhämmern · ↗herumhämmern · ↗loshämmern · ↗zusammenhämmern
 ·  mit ›hämmern‹ als Grundform: ↗behämmern · ↗zerhämmern
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
mit dem Hammer arbeiten, schlagen, klopfen
b)
mit dem Hammer bearbeiten
c)
(durch Bearbeitung) mit einem Hammer, hämmernd herstellen
2.
in kurzen (rhythmischen) Abständen heftig an, auf, gegen etw. schlagen, klopfen
3.
in Bezug auf Herz und Puls   heftig, rasch schlagen, klopfen
4.
umgangssprachlich ein Geräusch, das dem von Hammerschlägen ähnlich ist, hervorbringen; mit einem anhaltenden, einem Stakkato ähnlichen Geräusch in Tätigkeit sein
5.
umgangssprachlich
a)
laut, abgehackt, kunstlos spielen
b)
(mit der Schreibmaschine) langsam, ungeschickt, unangenehm laut schreiben
6.
umgangssprachlich (durch häufiges, wiederholtes Hinweisen, Erinnern oder dergleichen) jmdm. etw. fest, nachdrücklich einprägen
7.
Fußball, Jargon (den Ball) mit Wucht (in eine bestimmte Richtung) schießen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hammer · hämmern
Hammer m. ‘Schlagwerkzeug’, ahd. hamar (9. Jh.), mhd. hamer, asächs. hamar, hamur, mnd. hāmer, mnl. nl. hamer, aengl. hamor, engl. hammer, anord. hamarr ‘Klippe, Stein, Hammer’ (die Bedeutung ‘Klippe, Stein’ noch in Ortsnamen wie Hammerfest), schwed. hammare (germ. *hamara-) sowie mhd. (mit anderer Ableitung) hamel ‘abgehauener Stein, Klippe’ sind verwandt mit aslaw. kamy, russ. kámen’ (камень) ‘Stein’. Hammer bezeichnet wohl ursprünglich ein Gerät aus Stein, das als Werkzeug und Waffe verwendet wird. Die genannten Formen, insbesondere die slaw. Bezeichnungen für ‘Stein’ (slaw. *kāmen-; vgl. auch die dem Slaw. entstammenden Ortsnamen Kammin, Kamenz, Chemnitz) verbindet man mit Bildungen gleicher Bedeutung (ie. *ak̑men-, *akmen-), die an die Wurzel ie. *ak̑-, *ok̑- ‘scharf, spitz’, auch ‘kantig, Felsspitze, Felsrand, Stein’ (s. ↗Ähre, ↗Ahorn) das Suffix ie. -men- anfügen, aind. áśmā ‘Stein, Fels, Himmel’ (als Steingewölbe vorgestellt, s. auch ↗Himmel), awest. asman- ‘Stein (als Wurfgeschoß), Himmel’, griech. ákmōn (ἄκμων) ‘steinerner Amboß’, auch ‘Meteorstein’, lit. akmuõ ‘Stein’, ašmuõ ‘Schärfe, Schneide’. Ob ein etymologischer Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Bildungen besteht, ist umstritten, ebenso die Frage nach der ursprünglichen (ie.) Qualität des in den germ. und slaw. Formen auf den anlautenden Guttural folgenden Vokals. Sehr zweifelhaft ist daher auch, ob die unter ↗Himmel (s. d.) genannten Formen etymologisch hierher gehören (bei Annahme eines alten e/o-Ablauts und Anknüpfung an die Vorstellung ‘Steingewölbe’, wie sie die zitierten indoiran. Wörter aufweisen). In nhd. Zeit bedeutet Hammer auch ‘Hammerwerk’ und (jünger) ‘Werkzeugmaschine’, ferner sportsprachlich ‘Wurfgerät’. Die Verbindung unter den Hammer kommen ‘versteigert werden’ knüpft an den Hammer an, mit dem in der Auktion dem Meistbietenden der Zuschlag erteilt wird. hämmern Vb. mhd. hemeren.

Thesaurus

Synonymgruppe
heftig pochen · hämmern
Synonymgruppe
hämmern · ↗klopfen · ↗pochen · ↗pulsieren · ↗schlagen  ●  bumpern  ugs. · klopf klopf machen  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ball Faust Freistoß Hirn Latte Puck Schläfe Schreibmaschine Specht Stakkato Taste bohren drauf ein einhämmern feilen herumhämmern hineinhämmern klopfen los mauern meißeln nageln schleifen schrauben schweißen sägen volley zimmern zusammenhämmern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hämmern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn sie dann seinen Arm geführt habe, habe er auf einmal von selbst angefangen, auf die Tasten zu hämmern.
Der Tagesspiegel, 13.08.2002
Er hämmerte auf die Tastatur und sein Finger schoss in Richtung des Monitors.
C't, 2001, Nr. 8
Das ist ungerecht, hatte es in ihrem Kopf gehämmert, das ist ungerecht.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 400
Hunderte Brigaden zimmerten, schachteten aus, betonierten und hämmerten und schweißten und schleppten Material.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 328
Zwei Jahrtausende länger hatte das Leben ihn in den Händen behalten und hatte an ihm gearbeitet, gehorcht und gehämmert Tag und Nacht.
Rilke, Rainer Maria: Auguste Rodin. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1902], S. 9689
Zitationshilfe
„hämmern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hämmern>, abgerufen am 20.07.2019.

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