härmen

GrammatikVerb
Worttrennunghär-men
Wortbildung mit ›härmen‹ als Letztglied: ↗abhärmen

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ⟨sich härmen⟩ Harm empfinden
    1. ⟨sich um jmdn., etw. härmen⟩ sich um jmdn., etw. grämen
    2. ⟨etw. härmt jmdn.⟩ etw. bekümmert jmdn.
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben sich härmenHarm empfinden
Beispiel:
er härmt sich sehr
sich um jmdn., etw. härmensich um jmdn., etw. grämen
Beispiele:
die Mutter hat sich Tag und Nacht um ihr krankes Kind gehärmt
sie härmen sich um ihren schweren Verlust
etw. härmt jmdn.etw. bekümmert jmdn.
Beispiele:
ihr Tod härmte ihn
Was härmt euch? [KleistPenthesilea6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harm · härmen · abhärmen · abgehärmt · harmlos · verharmlosen
Harm m. ‘Kummer, Leid’. Während im heutigen Sprachgebrauch Harm vornehmlich eine seelische Belastung bezeichnet, gelten die älteren Entsprechungen ahd. harm (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. harm, aengl. hearm, engl. harm, anord. harmr (germ. *harma-) auch für das von außen zugefügte Leid im Sinne von ‘Kränkung, Beleidigung, Schädigung, Qual’. Über außergerm. Entsprechungen wie aslaw. sramъ, russ. (älter) soróm (сором) ‘Schande’ und wohl auch (mit ungeklärtem Anlaut) awest. fšarəma-, mpers. šarm ‘Scham(gefühl)’ läßt sich ie. *k̑ormo- ‘Qual, Schmerz, Schmach’ erschließen. Im Frühnhd. zurücktretendes Harm wird durch Opitz und die schlesische Dichterschule im obigen Sinne neu belebt. härmen Vb. meist reflexiv ‘sich grämen, in Kummer verzehren’, ahd. hermen ‘Kummer bereiten’ (9. Jh.), gihermen (8. Jh.), mhd. hermen ‘quälen, plagen’; vgl. auch ahd. harmēn (9. Jh.). abhärmen Vb. meist reflexiv ‘sich mit Sorgen, Kummer quälen’ (18. Jh.), besonders abgehärmt Part.adj. ‘von Kummer gezeichnet, vergrämt’ (18. Jh.). harmlos Adj. ‘arglos, unschuldig, ungefährlich, friedlich’ (18. Jh.); vgl. engl. harmless ‘unschädlich, ungefährlich’; verharmlosen Vb. ‘bagatellisieren, abschwächen’ (20. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›härmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine fliegende Holländerin jagte sie über die Meere, eine Erlkönigsbraut ritt sie durch die Lande, aber fand nirgends ihr Glück, sondern härmte sich immer mehr.
Süddeutsche Zeitung, 10.09.1998
Du hast verstanden, lieber Gyussi, dass menschlicher Lebenssinn nicht darin liegen kann, zu hadern und sich zu härmen.
Die Welt, 04.11.1999
Dann sitzt sie hier und härmt sich.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 02.02.1906
Zitationshilfe
„härmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/h%C3%A4rmen>, abgerufen am 09.04.2020.

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