hätscheln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghät-scheln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›hätscheln‹ als Erstglied: ↗Hätschelkind  ·  mit ›hätscheln‹ als Letztglied: ↗umhätscheln  ·  mit ›hätscheln‹ als Grundform: ↗Hätschelei · ↗verhätscheln
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmdn. (übertrieben) streicheln, liebkosen
Beispiel:
ein Kind, eine Puppe, einen Hund hätscheln
2.
abwertend, übertragen jmdn. bevorzugt behandeln, sehr verwöhnen
Beispiele:
einen Gast hätscheln
ein vom Verlag gehätschelter Autor
Er schämte sich nicht des Schicksals, das ihn aus dem Diktator Galiläas zum verächtlich gehätschelten Leibeigenen der Römer gemacht hatte [Feuchtw.Jüd. Krieg198]
an etw. in übersteigerter Weise hängen
Beispiel:
einen Plan, eine Lieblingsidee, seinen Kummer hätscheln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hätscheln · verhätscheln
hätscheln Vb. ‘liebkosen, streicheln, verwöhnen’. Das seit dem 17. Jh. nachweisbare Verb ist vermutlich Intensivum zu mundartlichem, vorwiegend omd. obd. hatschen, umgelautet hetschen ‘mit den Füßen gleiten, schleifend gehen, mit den Händen streicheln’. Die Verben sind wohl laut- oder bewegungsnachahmenden Charakters, wobei die Konsonantenverbindung -tsch- beim Intensivum als Laut für das sanfte Gleiten der Hände gelten kann. verhätscheln Vb. ‘übermäßig liebkosen’ (Ende 17. Jh.), seit dem 19. Jh. besonders ‘sehr verwöhnen, verziehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
hätscheln · ↗schonen · ↗verschonen  ●  (immer nur) mit Samthandschuhen anfassen  fig. · (nur) mit Wattebäuschchen werfen  fig. · in Watte packen  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diktator Hund Klientel Lieblingskind Medium bewundern füttern hegen lieben liebevoll pflegen päppeln streicheln tätscheln umhätscheln umsorgen umwerben verwöhnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hätscheln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist ein politischer Posten, und da kann man nicht erwarten, nur gehätschelt zu werden.
Bild, 08.09.2004
Der Mann kann es sich leisten, seine Beamten zu hätscheln.
Süddeutsche Zeitung, 27.07.2001
Die proletarische Bewegung hat keine Zeit und keine Kraft, uns zu hätscheln.
Tucholsky, Kurt: Gebrauchslyrik. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928]
Er liebte sich in diesen Minuten und hätschelte sein Herz.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 195
Dafür wird sie von den Arbeiterinnen sorgsam gehätschelt, gefüttert und gepflegt.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 322
Zitationshilfe
„hätscheln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hätscheln>, abgerufen am 26.08.2019.

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