Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

häufeln

Grammatik Verb · häufelt, häufelte, hat gehäufelt
Aussprache 
Worttrennung häu-feln
Wortbildung  mit ›häufeln‹ als Erstglied: Häufelpflug  ·  mit ›häufeln‹ als Letztglied: anhäufeln · aufhäufeln · behäufeln · zusammenhäufeln

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Landwirtschaft] ...
  2. 2. [landschaftlich] etw. zu kleinen Haufen aufschichten
eWDG

Bedeutungen

1.
Landwirtschaft
Beispiele:
die jungen Pflanzen häufeln (= lockere Erde um die Pflanzen aufhäufen)
Kartoffeln, Rüben, Bohnen (mit der Hacke) häufeln
das Beet häufeln (= lockere Erde um die auf dem Beet stehenden Pflanzen aufhäufen)
2.
landschaftlich etw. zu kleinen Haufen aufschichten
Beispiele:
Heu häufeln
während ich die Scheine … sortiere, die Münzen häufele [ BöllWort26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haufen · häufen · häufeln · häufig
Haufen m. älter Haufe, ‘übereinandergeschichtete Dinge, Menge, große Anzahl, Trupp Bewaffneter’ (z. B. militärische Einheit im Landsknechtsheer). Neben nur im Dt. bezeugten Formen mit ū (germ. *hūp-) ahd. hūfo ‘Haufen, Menge, Anhäufung’ (8. Jh.), mhd. hūfe, mnd. hūpe stehen im Ablaut (germ. *haup-) gleichbed. ahd. (8. Jh.), mhd. houf, asächs. hōp, nl. hoop, aengl. hēap, engl. heap. Verwandt sind hüpfen, Hüfte (s. d.), die mit den oben genannten Bildungen auf ie. *keub-, *kūb- zurückführen, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ (wozu auch Haube, Hobel, hoch, Hügel, Hocke1, s. d.). Im Nhd. sind die Formen mit -ū- und -ou- in -au- zusammengefallen; das seit dem Frühnhd. auftretende auslautende -n stammt aus den Flexionsformen. häufen Vb. ‘übereinanderschichten, aufstapeln’, (reflexiv) ‘sich (auf)türmen, vermehren’, vgl. ahd. hūfōn (um 800), houfōn (9. Jh.), mhd. hūfen, houfen ‘(an-, auf)häufen’; in frühnhd. Zeit setzt sich die umgelautete Form durch. häufeln Vb. ursprünglich gleichbed. mit häufen, also ‘Haufen machen’ (15. Jh.), heute vor allem in der Landwirtschaft ‘Erde locker um Pflanzen aufhäufen’. häufig Adj. älter häuficht, früher ‘in Haufen, massenweise vorhanden, reichlich’ (16. Jh. bis Anfang 19. Jh.), heute ‘oft vorkommend, wiederholt’ (seit 2. Hälfte 18. Jh.); vgl. mhd. hūfeht ‘gehäuft’.

Typische Verbindungen zu ›häufeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›häufeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›häufeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man redet, streitet und erfindet nicht mehr, sondern häufelt Infos stumm auf den Servern. [Die Welt, 24.03.2001]
Sobald sie aufgehen, werden sie gehackt und nach 14 Tagen gehäufelt. [Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 110]
Damit hatten sie nicht unbedingt das Recht, befruchtende Kritik auf das deutsche Kulturaufkommen zu häufeln, und sie taten es auch nicht. [Die Zeit, 28.02.2011, Nr. 09]
Auch anderswo wird zwar reichlich gehäufelt, aber dann bleiben die Haufen liegen. [Bild, 25.11.2002]
Über Groß‑Fusionen und feindliche Übernahmen wurde es gebündelt und gehäufelt. [Süddeutsche Zeitung, 11.03.2000]
Zitationshilfe
„häufeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/h%C3%A4ufeln>.

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