häufeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghäu-feln
Wortbildung mit ›häufeln‹ als Erstglied: ↗Häufelpflug  ·  mit ›häufeln‹ als Letztglied: ↗anhäufeln · ↗aufhäufeln · ↗behäufeln · ↗zusammenhäufeln

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Landwirtschaft] ...
  2. 2. [landschaftlich] etw. zu kleinen Haufen aufschichten
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Landwirtschaft
Beispiele:
die jungen Pflanzen häufeln (= lockere Erde um die Pflanzen aufhäufen)
Kartoffeln, Rüben, Bohnen (mit der Hacke) häufeln
das Beet häufeln (= lockere Erde um die auf dem Beet stehenden Pflanzen aufhäufen)
2.
landschaftlich etw. zu kleinen Haufen aufschichten
Beispiele:
Heu häufeln
während ich die Scheine ... sortiere, die Münzen häufele [BöllWort26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haufen · häufen · häufeln · häufig
Haufen m. älter Haufe, ‘übereinandergeschichtete Dinge, Menge, große Anzahl, Trupp Bewaffneter’ (z. B. militärische Einheit im Landsknechtsheer). Neben nur im Dt. bezeugten Formen mit ū (germ. *hūp-) ahd. hūfo ‘Haufen, Menge, Anhäufung’ (8. Jh.), mhd. hūfe, mnd. hūpe stehen im Ablaut (germ. *haup-) gleichbed. ahd. (8. Jh.), mhd. houf, asächs. hōp, nl. hoop, aengl. hēap, engl. heap. Verwandt sind ↗hüpfen, ↗Hüfte (s. d.), die mit den oben genannten Bildungen auf ie. *keub-, *kūb- zurückführen, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ (wozu auch ↗Haube, ↗Hobel, ↗hoch, ↗Hügel, ↗Hocke1, s. d.). Im Nhd. sind die Formen mit -ū- und -ou- in -au- zusammengefallen; das seit dem Frühnhd. auftretende auslautende -n stammt aus den Flexionsformen. häufen Vb. ‘übereinanderschichten, aufstapeln’, (reflexiv) ‘sich (auf)türmen, vermehren’, vgl. ahd. hūfōn (um 800), houfōn (9. Jh.), mhd. hūfen, houfen ‘(an-, auf)häufen’; in frühnhd. Zeit setzt sich die umgelautete Form durch. häufeln Vb. ursprünglich gleichbed. mit häufen, also ‘Haufen machen’ (15. Jh.), heute vor allem in der Landwirtschaft ‘Erde locker um Pflanzen aufhäufen’. häufig Adj. älter häuficht, früher ‘in Haufen, massenweise vorhanden, reichlich’ (16. Jh. bis Anfang 19. Jh.), heute ‘oft vorkommend, wiederholt’ (seit 2. Hälfte 18. Jh.); vgl. mhd. hūfeht ‘gehäuft’.

Typische Verbindungen zu ›häufeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›häufeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›häufeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man redet, streitet und erfindet nicht mehr, sondern häufelt Infos stumm auf den Servern.
Die Welt, 24.03.2001
Sobald sie aufgehen, werden sie gehackt und nach 14 Tagen gehäufelt.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 110
Damit hatten sie nicht unbedingt das Recht, befruchtende Kritik auf das deutsche Kulturaufkommen zu häufeln, und sie taten es auch nicht.
Die Zeit, 28.02.2011, Nr. 09
Zu ihren Füßen, dem Winzling Oskar zugeordnet, sah ich getrocknete Linsen gehäufelt.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 355
Unkraut wächst noch keines und die Bohnen und Erbsen sind noch nicht groß genug um gehäufelt zu werden.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 02.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„häufeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/h%C3%A4ufeln>, abgerufen am 28.03.2020.

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