Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

häuten

Grammatik Verb · häutet, häutete, hat gehäutet
Aussprache 
Worttrennung häu-ten
Wortbildung  mit ›häuten‹ als Letztglied: abhäuten  ·  mit ›häuten‹ als Grundform: enthäuten

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨sich häuten⟩ die Haut abstreifen, abstoßen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. das Fell, die Haut abziehen
eWDG

Bedeutungen

1.
sich häutendie Haut abstreifen, abstoßen
Beispiel:
die Schlange, Eidechse, der Krebs häutet sich
bildlich
Beispiel:
Herr Forster hatte sich nun vollends gehäutet und wies nirgends mehr ein Kennzeichen des preußischen Predigers auf [ I. SeidelLabyrinth86]
2.
das Fell, die Haut abziehen
Beispiele:
Rinder, Hasen, Fisch häuten
Mandeln werden abgebrüht und gehäutet
[ich] häute die Wurst [ FrischStiller30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haut · häuten · Dickhäuter · Rothaut · Vorhaut
Haut f. die gesamte Körperoberfläche bei Mensch und Tier überziehendes, aus mehreren Gewebeschichten bestehendes Organ, ‘umhüllende Schicht, Hülle, Schale’, ahd. hūt (9. Jh.), mhd. hūt, hout ‘Haut, Fell’, asächs. hūd, mnd. hūt, mnl. huud, nl. huid, aengl. hȳd, engl. hide, anord. hūð, schwed. hud stellt sich mit lat. cutis ‘Haut’, griech. skȳ́tos (σκῦτος) ‘zubereitete Haut, Leder, Lederriemen’, lit. kiáutas ‘Schale, Hülle, Hülse’ zu ie. *(s)keut- (wozu auch Hode, s. d.), einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’, zu der auch Hütte, Haus, Hort, Hose sowie Scheune, Scheuer, Schote2, Schuh (s. d.) gehören. häuten Vb. ‘(einem Tier) das Fell, die Haut abziehen’, reflexiv ‘die Haut abstreifen, abstoßen’, mhd. -hiuten in behiuten ‘jmdm. an die Haut gehen’, enthiuten ‘abhäuten’, ūʒhiuten ‘die Haut, das Fell abstreifen’. Dickhäuter Plur. zusammenfassende Bezeichnung für Elefanten, Flußpferde, Nashörner, Schweine, Tapire (1832), Übersetzung des (älteren) Terminus zoolog.-lat. Pachydermata Plur. (1797), einer Bildung zu griech. pachýs (παχύς) ‘dick’ und dérma (δέρμα) ‘Haut’. Rothaut f. durch die Abenteuerliteratur bekanntgewordene, heute nicht mehr übliche Bezeichnung für den nordamerikanischen Indianer (20er Jahre 19. Jh.), Übersetzung von engl. redskin. Vorhaut f. ‘die Eichel des Penis überziehende Hautfalte’; in dt. Bibelübersetzungen (zuerst vorhout Wenzelbibel, nach 1380, dann, wohl unabhängig davon, bei Luther) griech. akrobystía (ἀκροβυστία) bzw. lat. praepūtium wiedergebend.

Thesaurus

Synonymgruppe
enthäuten · häuten · schinden · schälen  ●  (Wildbret) aus der Decke schlagen  fachspr., Jägersprache · pellen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›häuten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›häuten‹.

Verwendungsbeispiele für ›häuten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie muss sich dafür häuten, so wie auch wir ein ganzes Leben lang Dinge von uns abstreifen müssen, um geistig reifen zu können. [Die Zeit, 20.02.2008, Nr. 09]
Der Mann hatte den Pit Bull seiner Mutter gehäutet und enthauptet. [Süddeutsche Zeitung, 26.04.2001]
Der häutete den toten Vater, gerbte und konservierte die Haut. [Bild, 16.01.2003]
Sie häutet sich, baut auf, reißt ab, fantasiert, verwirft, räumt ein, schmeißt weg – pausenlos, Ende offen. [Die Zeit, 22.07.2002, Nr. 29]
Erst im Mai des folgenden Jahres häutet sie sich zu einer bräunlichen Puppe. [Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 99]
Zitationshilfe
„häuten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/h%C3%A4uten>.

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