höchstens

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennunghöchs-tens
Grundformhöchst
Wortbildung mit ›höchstens‹ als Letztglied: ↗allerhöchstens
eWDG, 1969

Bedeutung

im äußersten, günstigsten Falle, wenn es hoch kommt
Gegenwort zu mindestens
Beispiele:
er ist höchstens fünf Jahre alt
das Buch hat höchstens 200 Seiten
sie will verkürzt arbeiten, vier Stunden höchstens
der Gang ist so niedrig, dass man darin höchstens kriechen kann
der Text ist so schwierig, dass höchstens ein Fachmann ihn verstehen kann
er treibt keinen Sport, er geht höchstens gelegentlich schwimmen
umgangssprachlich
Grammatik: im Übergang zur Konjunktion
Beispiele:
er treibt keinen Sport, höchstens geht er gelegentlich schwimmen
der Schlüssel ist weg, höchstens ich finde ihn auf der Straße
er verreist nicht, höchstens dass er einmal zu seinen Verwandten fährt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hoch · Hoch · Höhe · Anhöhe · Hoheit · höchstens · erhöhen · Hochachtung · hochachtungsvoll · hochdeutsch · hochherzig · Hochmeister · Hochmut · hochmütig · hochnäsig · Hochofen · Hochschule · Hochstapler · hochtrabend · Hochwasser · Hochwild
hoch Adj. ‘aus einer Ebene herausragend, weit nach oben reichend’, übertragen ‘nach Wert, Maß, Rang, Bedeutung hervorragend, über den Durchschnitt hinausgehend’, ahd. hōh (8. Jh.), mhd. hōch, , asächs. hōh, mnd. hō(ch), mnl. , hooch, nl. hoog, aengl. hēah, engl. high, anord. hār, got. hauhs, germ. *hauha- geht vielleicht wie ↗Hügel (s. d.) und aind. kucaḥ ‘weibliche Brust’, kucáti ‘zieht sich zusammen, krümmt sich’, lit. kaūkas ‘Beule’, kaũkaras ‘Hügel’, russ. kúča (куча) ‘Haufen, Heuschober’ auf die Gutturalerweiterung ie. *keuk-, *kūk- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurück (wozu auch ↗Hocke, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube, s. d.), so daß hoch ursprünglich als ‘(hervor-, empor)gewölbt’ zu verstehen ist. Hoch n. ‘Höhe, Größe’ (17. Jh.); in der Meteorologie (20. Jh.) Kurzform für Hochdruckgebiet (um 1900). Höhe f. ‘Ausdehnung, Ausmaß in vertikaler Richtung, Dimension, Spitze, Gipfel’, mit vielfältigem übertragenem Gebrauch, ahd. hōhī (8. Jh.), mhd. hœhe, hōhe, asächs. hōhi, got. hauhei. Anhöhe f. ‘Hügel, ansteigendes Gelände’ (17. Jh.). Hoheit f. ‘Erhabenheit, hohe Würde, Herrschaftsbefugnis (über ein bestimmtes Gebiet)’, auch Anrede für einen hohen fürstlichen Würdenträger, mhd. hōchheit, hōcheit. höchstens Adv. ‘maximal, im äußersten Falle’ (16. Jh.), dann auch ‘im günstigsten Falle, bestenfalls’, gebildet zum Superlativ höchst. erhöhen Vb. ‘in eine höhere Position bringen, (an)heben, verherrlichen’, ahd. irhōhen (9. Jh.), mhd. erhœhen; vgl. gleichbed. ahd. hōhen (8. Jh.), mhd. hōhen, hœhen. Hochachtung f. ‘Wertschätzung, Respekt’ (16. Jh.); hochachtungsvoll Adj. ‘respektvoll, von Wertschätzung erfüllt’, besonders als Schlußfloskel bei förmlichen Briefen (19. Jh.). hochdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung gekennzeichneten) Sprachstandes des Mittel- und Oberdeutschen (2. Hälfte 15. Jh.), dann auch im Sinne von ‘nicht mundartlich, der Norm der Literatursprache entsprechend’; ausgehend wohl von der meist gebirgigen Beschaffenheit der mittel- und oberdeutschen Landschaften (s. das Gegenwort ↗niederdeutsch und vgl. die Bezeichnung Niederlande). hochherzig Adj. ‘großmütig, von edler, selbstloser Gesinnung’ (17. Jh.), vgl. aengl. hēahheort, got. hauhhaírts ‘hochmütig, überheblich’. Hochmeister m. ‘Oberster eines geistlichen Ritterordens’, mhd. hōchmeister, hōmeister, dann auch ‘Vorsteher der gesamten Judenschaft im Reich, hoher Gelehrter’. Hochmut m. ‘übersteigertes Selbstgefühl, Überheblichkeit’, ahd. hōhmuot (11. Jh.), mhd. hōchmuot, auch im Sinne von ‘hohe, edle Gesinnung, Hochstimmung, Freude’; hochmütig Adj. ‘überheblich, übertrieben stolz’, ahd. hōhmuotīg (um 1000), mhd. hōchmüetic. hochnäsig Adj. ‘anmaßend, eingebildet’ (18. Jh.); vgl. die Redensart die Nase hoch tragen (18. Jh.). Hochofen m. hoher Schachtofen zur Ausschmelzung des Roheisens aus dem Erz, zunächst Hoherofen (18. Jh.), Hohofen (19. Jh.). Hochschule f. Bildungsstätte, in der die Qualifikation für akademische Berufe vermittelt wird, ‘Universität’ (15. Jh.), daneben zunächst auch Hohe Schule, Hoheschule. Hochstapler m. ‘seriös und vornehm auftretender Betrüger’ (18. Jh.), zu rotw. Stappler, Stabeler, Stabuler ‘Bettler’ (15. Jh.), vgl. rotw. stappeln, stapeln, stabeln ‘bettelnd umherziehen’, nhd. (literatursprachlich und landschaftlich) stapeln ‘hochbeinig, gespreizt gehen, betteln gehen’. hochtrabend Part.adj. ‘von oben herab, überheblich’ (vgl. auf dem hohen Roß sitzen), mhd. hōchtrabende. Hochwasser n. ‘höchster Wasserstand innerhalb der Gezeiten, Überschwemmung(sgefahr)’ (19. Jh.), vorher hoch Wasser (16. Jh.). Hochwild n. ‘wertvollste Wildkategorie’, z. B. Rotwild, Schalenwild, edles Federwild (16. Jh.), hoewilt (15. Jh.), entsprechend der Einteilung in hohe, (mittlere,) niedere Jagd.

Thesaurus

Synonymgruppe
höchstens · ↗maximal (Adverb) · nicht mehr als  ●  max.  Abkürzung
Assoziationen
  • höchstmöglich · ↗maximal (Adjektiv)
  • im (aller)schlimmsten Fall · im Extremfall · im äußersten Fall · ↗schlimmstenfalls · sollte es hart auf hart kommen · sollte es wirklich eng werden · sollte es wirklich kritisch werden · wenn es hart auf hart geht · wenn es hart auf hart kommt  ●  im übelsten Fall  ugs. · sollte es zum Äußersten kommen  geh.
  • allenfalls · ↗bestenfalls · günstigstenfalls · ↗höchstenfalls · höchstens · im besten Fall · im bestmöglichen Fall(e) · max. · ↗maximal · ↗äußerstenfalls  ●  wenn es hoch kommt  ugs.
Synonymgruppe
allenfalls · ↗bestenfalls · günstigstenfalls · ↗höchstenfalls · höchstens · im besten Fall · im bestmöglichen Fall(e) · max. · ↗maximal · ↗äußerstenfalls  ●  wenn es hoch kommt  ugs.
Assoziationen
  • am besten · am ehesten · am liebsten · mit Vorliebe  ●  bevorzugt  fachspr. · optimalerweise  fachspr. · ↗vorzugsweise  fachspr.
  • (bereits) am (oberen) Anschlag · (da) ist Feierabend · (das) Äußerste sein · (die) absolute Obergrenze sein · am oberen Limit (sein) · besser geht es nicht · das Maximum (darstellen) · das war mein letztes Wort · mehr gibt es nicht · mehr ist nicht drin · mehr ist nicht zu holen · mehr sitzt nicht drin · nichts mehr zu holen  ●  (das) Ende der Fahnenstange sein  fig. · (es ist) alles ausgereizt  ugs. · alles ausgereizt haben  ugs. · das höchste der Gefühle (sein)  ugs. · mehr geht (einfach) nicht  ugs., Hauptform · voll ausgereizt sein  ugs.
  • höchstens · ↗maximal (Adverb) · nicht mehr als  ●  max.  Abkürzung
Synonymgruppe
abgesehen (von) · ↗allerhöchstens · ↗ausgenommen · ↗außer · bis auf · höchstens · wenn überhaupt (dann)  ●  es sei denn  ugs. · höchstens dass  ugs. · nur dass  ugs.
Assoziationen
  • (nur) dieses eine Mal · aufgrund der außerordentlichen Umstände · außer der Reihe · im Gegensatz zu sonst · ↗ungeplant · unplanmäßig · unüblicherweise  ●  ↗ausnahmsweise  Hauptform · (nur) weil du es bist  ugs.
  • nichts außer · nichts, höchstens (dass) · nichts, nur

Typische Verbindungen
computergeneriert

abzählbar acht ahnen beiläufig betragen dauern drei dreigeschossig erahnen fünf halb halbherzig indirekt kurzfristig marginal mittelbar mittelmäßig neun punktuell sechs sekundär sieben taugen vereinzelt vier zufällig zulässig zwei zweistöckig zweitklassig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›höchstens‹.

Zitationshilfe
„höchstens“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/höchstens>, abgerufen am 07.12.2019.

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