höhnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghöh-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›höhnen‹ als Letztglied: ↗aushöhnen
eWDG, 1969

Bedeutung

boshaft, verächtlich spotten, höhnisch sprechen
Beispiele:
er höhnte ihnen ins Gesicht
»Das könnte dir so passen!« höhnte er
Höhnten Nachbarn: »Wir sind fertig, ohne Pumpe!« [BrechtHirse10]
gehoben jmdn., etw. höhnenjmdn., etw. verhöhnen, höhnisch behandeln
Beispiele:
die Kinder neckten und höhnten den Betrunkenen
die alten Feinde, Männer, die er Dezennien lang gehöhnt und unerbittlich bekämpft hat [HardenKöpfe219]
Soll ich verehren, was du höhnst? [SchillerCarlosV 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hohn · höhnen · höhnisch · hohnlachen · Hohngelächter · hohnsprechen · verhöhnen
Hohn m. ‘boshafter, mit Verachtung und Schadenfreude vermischter, beißender Spott’, ahd. hōna f. (9. Jh.), mhd. mnd. hōn m., mnl. nl. hoon m. sowie ahd. hōnida (8. Jh.), mhd. hœnde, hœne, asächs. hōnða ‘Schmach, Schande’ sind Abstrakta zu den Adjektivbildungen ahd. hōni (9. Jh.), mhd. hœne ‘verachtet, in Schmach lebend’, auch ‘hochfahrend, zornig, gefährlich’, aengl. hēan ‘niedrig, verachtet, arm, elend’, got. hauns ‘niedrig, demütig’ (germ. *hauna-). Diese stellen sich mit griech. kaunós (καυνός) ‘schlecht, trocken, dürr’, lett. kauns ‘Scham, Schande, Schmach’ als n-Erweiterungen zur Wurzel ie. *kau- ‘erniedrigen, demütigen, Schande, Scham’, die auch in anord. hāð ‘Spott, Hohn’ und lit. kūvė́tis ‘sich schämen’ vorliegt. Von den gleichen Adjektivbildungen abgeleitet sind höhnen Vb. ‘boshaft, verächtlich spotten, höhnisch sprechen’, ahd. hōnen (um 800; vgl. ahd. ungihōnit, 8. Jh.), mhd. hœnen ‘entehren, herabsetzen, schmähen’, asächs. hōnian, mnd. hȫnen ‘schmähen’, mnl. hōnen, nl. hoonen ‘(ver)höhnen’, aengl. hīenan, got. haunjan ‘erniedrigen’. Ursprünglich fehlt der Wortgruppe das Moment schadenfroher Überlegenheit. höhnisch Adj. ‘voller Hohn, spöttisch, schadenfroh’, mhd. hœnisch. hohnlachen Vb. ‘höhnisch lachen’, mhd. hōnlachen ‘hinterlistig lachen’; Hohngelächter n. (17. Jh.). hohnsprechen Vb. ‘spotten, widersprechen’ (15. Jh.). verhöhnen Vb. ‘verspotten, lächerlich machen’, mhd. verhœnen ‘herabsetzen, entehren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
auslachen · ↗frotzeln · ↗lästern · ↗scherzen · ↗spötteln · ↗ulken · ↗verspotten · ↗witzeln  ●  höhnen  negativ · ↗spotten  Hauptform · ↗verhöhnen  negativ · ↗(sich) mokieren  geh.
Unterbegriffe
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
giften · höhnen · ↗pesten · ↗stänkern · ↗ätzen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Blatt CSU-Chef Fan Gegner Kommentator Kritiker Mirror Opposition Presse SPD-Fraktionschef Spiegel Tageszeitung Tribüne Zeitung bitter damals derweil einst entgegen hinterher jüngst kürzlich lachen prompt schimpfen schmähen spotten verspotten zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›höhnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Image triumphiere über die Tat, höhnte die New Republic.
Die Zeit, 17.01.1997, Nr. 4
Höhne belegt seine Geschichte - wie andere Historiker auch - mit einer einzigen Quelle.
konkret, 1996
Sie haut mehrfach höhnend ihm vor der Nase in die flache Hand.
Stramm, August: Rudimentär. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 41917
Man verhandelte, schmeichelte, drohte, gestand zu, höhnte, sang gute und böse Lieder.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 18
Jehu ließ sie am Tore aufschichten und konnte dem Volk höhnend vorhalten, wie sie noch viel gerechter gewesen seien als er selbst.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 15131
Zitationshilfe
„höhnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/höhnen>, abgerufen am 23.09.2019.

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