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hüllen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung hül-len
Wortbildung  mit ›hüllen‹ als Erstglied: Hüllblatt · Hüllkelch  ·  mit ›hüllen‹ als Letztglied: einhüllen · umhüllen · verhüllen

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ⟨jmdn., etw. in etw. hüllen⟩ jmdn., etw. in etw. einpacken, mit etw. schützend umgeben
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ...
    3. ⟨etw. ist in Dunkel gehüllt⟩ etw. ist unklar, unbekannt
    4. ⟨sich in Schweigen hüllen⟩ beharrlich schweigen
    5. ⟨etw. um jmdn., etw. hüllen⟩ etw. schützend um jmdn., etw. herumlegen, wickeln
eWDG

Bedeutung

gehoben jmdn., etw. in etw. hüllenjmdn., etw. in etw. einpacken, mit etw. schützend umgeben
Beispiele:
das Kind in eine Decke hüllen
sich in den Mantel, (fester) in den wollenen Schal hüllen
Kleidungsstücke in ein Tuch, eine Blumenschale in Papier hüllen
sie war in Samt und Seide gehüllt
er steht frierend auf der Straße, in seinen Mantel gehüllt
sie hüllte ihr Gesicht fest in die Falten des langen grünen Kleides [ G. KellerGr. Heinrich4,347]
Marat, in ein weißes Tuch gehüllt [ P. WeissMarat1]
bildlich
Beispiele:
der Schnee hüllt die Berge in ein dichtes Weiß
das Haus war in Flammen gehüllt
das Auto ist in Staubwolken gehüllt
die Stadt ist in Dunkel, Finsternis, Nebel gehüllt
übertragen
Beispiele:
die Musik hüllte ihn in glückliche Träume
Frau Permaneder, gehüllt in würdevollen Ernst [ Th. MannBuddenbrooks1,406]
etw. ist in Dunkel gehülltetw. ist unklar, unbekannt
Beispiel:
das Motiv der Tat ist (völlig) in Dunkel gehüllt
sich in Schweigen hüllenbeharrlich schweigen
Beispiel:
warum hüllst du dich in Schweigen?
etw. um jmdn., etw. hüllenetw. schützend um jmdn., etw. herumlegen, wickeln
Beispiele:
einen Pelz um jmdn., um sich hüllen
sie hüllte der alten Frau ein wärmendes Tuch um die Schultern
Der Schriftsteller Bertin … hüllte sich eine Decke um Leib und Beine [ A. ZweigErziehung268]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hüllen · Hülle · verhüllen · Verhüllung
hüllen Vb. ‘rundum bedecken, einpacken, verbergen’, ahd. hullen (9./10. Jh.; vgl. bihullen, 8. Jh.), mhd. mnd. hüllen, asächs. bihullian, aengl. hylian, mnl. nl. hullen, anord. hylja, schwed. hölja, got. huljan steht ablautend zu dem unter hehlen (s. d.) angeführten Verb und führt wie dieses auf die dort behandelte Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’. – Hülle f. ‘bergend Umschließendes, Bedeckung’, ahd. hulla ‘Überwurf, Schleier, Übergewand’ (9. Jh.), mhd. hülle ‘Umhüllung, Mantel, Kopftuch’. Dazu die Reimformel Hülle und Fülle ‘Kleidung und Nahrung’ (16. Jh.), danach ‘Überfluß’ (um 1700). verhüllen Vb. (16. Jh.); Verhüllung f. (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›hüllen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hüllen‹.

Verwendungsbeispiele für ›hüllen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann hüllte für eine Stunde der Staub die Stelle des niedergestürzten Hauses ein. [Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 264]
Wir zogen immer auf dem sandigen Weg dahin, in Staub gehüllt. [Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 49]
Das Bild kollabiert, und der Raum hüllt sich in tiefstes Schwarz. [C't, 1997, Nr. 4]
Über weitere zu erwartende Dinge hüllt man sich vornehm in Schweigen. [C't, 1997, Nr. 5]
Aber ab sieben Uhr abends sind die Nummern nicht mehr da, sind in Dunkel gehüllt, unbrauchbar. [Tucholsky, Kurt: Warten vor dem Nichts. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928], S. 28336]
Zitationshilfe
„hüllen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/h%C3%BCllen>.

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