hüllen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghül-len
Wortbildung mit ›hüllen‹ als Erstglied: ↗Hüllblatt · ↗Hüllkelch  ·  mit ›hüllen‹ als Letztglied: ↗einhüllen · ↗umhüllen
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben jmdn., etw. in etw. hüllenjmdn., etw. in etw. einpacken, mit etw. schützend umgeben
Beispiele:
das Kind in eine Decke hüllen
sich in den Mantel, (fester) in den wollenen Schal hüllen
Kleidungsstücke in ein Tuch, eine Blumenschale in Papier hüllen
sie war in Samt und Seide gehüllt
er steht frierend auf der Straße, in seinen Mantel gehüllt
sie hüllte ihr Gesicht fest in die Falten des langen grünen Kleides [G. KellerGr. Heinrich4,347]
Marat, in ein weißes Tuch gehüllt [P. WeissMarat1]
bildlich
Beispiele:
der Schnee hüllt die Berge in ein dichtes Weiß
das Haus war in Flammen gehüllt
das Auto ist in Staubwolken gehüllt
die Stadt ist in Dunkel, Finsternis, Nebel gehüllt
übertragen
Beispiele:
die Musik hüllte ihn in glückliche Träume
Frau Permaneder, gehüllt in würdevollen Ernst [Th. MannBuddenbrooks1,406]
etw. ist in Dunkel gehülltetw. ist unklar, unbekannt
Beispiel:
das Motiv der Tat ist (völlig) in Dunkel gehüllt
sich in Schweigen hüllenbeharrlich schweigen
Beispiel:
warum hüllst du dich in Schweigen?
etw. um jmdn., etw. hüllenetw. schützend um jmdn., etw. herumlegen, wickeln
Beispiele:
einen Pelz um jmdn., um sich hüllen
sie hüllte der alten Frau ein wärmendes Tuch um die Schultern
Der Schriftsteller Bertin ... hüllte sich eine Decke um Leib und Beine [A. ZweigErziehung268]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hüllen · Hülle · verhüllen · Verhüllung
hüllen Vb. ‘rundum bedecken, einpacken, verbergen’, ahd. hullen (9./10. Jh.; vgl. bihullen, 8. Jh.), mhd. mnd. hüllen, asächs. bihullian, aengl. hylian, mnl. nl. hullen, anord. hylja, schwed. hölja, got. huljan steht ablautend zu dem unter ↗hehlen (s. d.) angeführten Verb und führt wie dieses auf die dort behandelte Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’. Hülle f. ‘bergend Umschließendes, Bedeckung’, ahd. hulla ‘Überwurf, Schleier, Übergewand’ (9. Jh.), mhd. hülle ‘Umhüllung, Mantel, Kopftuch’. Dazu die Reimformel Hülle und Fülle ‘Kleidung und Nahrung’ (16. Jh.), danach ‘Überfluß’ (um 1700). verhüllen Vb. (16. Jh.); Verhüllung f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einhüllen · ↗einwickeln · hüllen · ↗umhüllen · ↗verbinden · ↗wickeln
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aura Decke Dunkel Dunkelheit Dunst Flagge Gewand Kleid Lump Mantel Nebel Pelz Plastikfolie Qualm Rauch Rauchschwaden Rauchwolke Samt Schleier Schweigen Seide Staub Staubwolke Stillschweigen Toga Tuch Weiß Wolke Wolldecke einhüllen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hüllen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis Montag hüllte sich die Regierung in Riad in Schweigen.
Die Welt, 09.10.2001
Über Zahlen hüllt auch er sich ganz in der Tradition seines Hauses in Schweigen.
Der Tagesspiegel, 19.05.2000
Dann hüllte für eine Stunde der Staub die Stelle des niedergestürzten Hauses ein.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 264
Wir zogen immer auf dem sandigen Weg dahin, in Staub gehüllt.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 49
Nun zog er den Mantel vorsichtig unter ihrem Kopf weg und hüllte sie hinein.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„hüllen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hüllen>, abgerufen am 19.09.2019.

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