hündisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung hün-disch

Bedeutungsübersicht+

  1. [abwertend] ...
    1. 1. kriechend, unterwürfig, würdelos
    2. 2. gemein, widerwärtig
eWDG

Bedeutung

abwertend
1.
kriechend, unterwürfig, würdelos
Beispiele:
hündische Treue, Kriecherei, hündischer Gehorsam, hündisches Benehmen
jmdn. mit hündischem Blick ansehen
er ist ihr hündisch ergeben
Achleitner hatte seine hündische Liebe büßen müssen [ G. Hauptm.2,161]
2.
gemein, widerwärtig
Beispiele:
eine hündische Gemeinheit
eine Person, die von den hündischen Ungläubigen abstammte [ ZuchardtStunde104]
eure hündisch feigen Kriege [ WerfelMusa Dagh527]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hund · Hunt · hündisch · Schäferhund · Schießhund · Hundstage · Hündin
Hund m. Der gemeingerm. Name des zu den Raubtieren gehörenden, wohl ältesten indoeuropäischen Haustieres ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. hunt, asächs. aengl. hund (engl. hound ‘Jagd-, Hetzhund’ neben dog ‘Hund’), mnl. hont, nl. hond, anord. hundr, schwed. hund, got. hunds zeigt eine Dentalerweiterung (ie. *k̑u̯ont-) gegenüber den außergerm. Bezeichnungen aind. śvā́ (Genitiv śúnaḥ), griech. kýōn, Genitiv kynós (κύων, κυνός) (s. zynisch), air. (Genitiv con), lit. ṡuõ sowie lat. canis (mit später entstandenem a?), aus denen sich ein Ansatz ie. *k̑u̯on-, *k̑un- ‘Hund’ erschließen läßt, wobei Anknüpfung an die Wurzel ie. *k̑eu- ‘leuchten, glänzen, hell’ (motiviert durch die Farbe des Tieres) fraglich bleibt. Andere führen den Dental des Germ. auf ein to-Partizip zur Wurzel ie. *ken- ‘frisch hervorkommen’ zurück, die auch in Bezeichnungen für ‘Tierjunges’ erscheint, vgl. mir. cano, cana ‘Wolfjunges’. Hund, auch Hunt ‘kleiner Förderkarren im Bergbau’ ist eine Übertragung des Tiernamens (Mitte 16. Jh.). Häufig ist der Gebrauch als Schimpfwort (16. Jh., doch vermutlich viel älter), auch Lumpenhund (17. Jh.), Schweinehund (s. d.). Oft in Zusammensetzungen und Wendungen, die selten auf gute Eigenschaften des Tieres (Hundetreue, Hundeblick), weit mehr nach allgemeiner, zumal älterer Auffassung auf vermeintlich schlechte Eigenschaften anspielen, da der Hund weithin und lange Zeit als Bild des Elenden, Niederträchtigen, Menschenunwürdigen angesehen wird; das Bestimmungswort nimmt dabei vielfach steigernde Funktion an, vgl. Hundeleben (17. Jh.), Hundeloch zunächst für ‘Gefängnis’ (17. Jh.), Hundeseele (18. Jh.), Hundearbeit (19. Jh.), Hundekälte (19. Jh.), Hundewetter (19. Jh.), Hundelohn (20. Jh.); hundekalt (19. Jh.), hundemüde (19. Jh.), hundemiserabel (19. Jh.), hundsmiserabel (20. Jh.), hundsgemein (19. Jh.), hundsmäßig, hundemäßig (19. Jh.); ferner da liegt der Hund begraben ‘das ist der Kern der Sache’ (17. Jh.), auf den Hund kommen ‘herunterkommen’ (18. Jh.), vor die Hunde gehen ‘zugrunde gehen’ (17. Jh.). hündisch Adj. ‘kriecherisch, unterwürfig, gemein’, älter hundisch (15. Jh.), da der Hund als niedergetretene und geprügelte Kreatur gilt und wegen seiner Unterwürfigkeit verachtet wird. Schäferhund m. Hund einer besonders für das Treiben und Bewachen von Herden geeigneten Rasse (16. Jh.). Schießhund m. ‘Spürhund’, eigentlich ‘Hund, der das angeschossene Wild aufzuspüren hat’, besonders in der Wendung aufpassen wie ein Schießhund (nd. uppassen as een Scheethund) ‘scharf aufpassen’ (18. Jh.). Hundstage Plur. ‘Hitzetage’, meist um den 14. Juli, spätmhd. hundetac, huntlīche tage (14. Jh.), hundische tage (15. Jh.), mnl. hontdāghe; Übersetzung von lat. diēs canīculārēs, der Bezeichnung für die durch das Hundsgestirn im Sternbild des Orion bestimmten Tage, vgl. lat. canīcula ‘Hundsstern, Sirius’, dessen Aufgang die heißen Juli- und Augusttage einleitet. Hündin f. ahd. huntinna (Hs. 12. Jh.), mhd. hundinne, spätmhd. hündin, doch erst seit dem 15. Jh. geläufig.

Thesaurus

Synonymgruppe
devot · hörig · untertänig  ●  blind ergeben  abwertend · hündisch  stark abwertend · knechtisch  abwertend · kriecherisch  stark abwertend · sklavisch  stark abwertend · speichelleckerisch  stark abwertend · unterwürfig  abwertend · (jemandem) untertan  geh. · servil  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›hündisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hündisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›hündisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jeder weiß alles über ihn, und was er nicht selber herausgibt, finden seine hündisch ergebenen Reporter schnell heraus.
Süddeutsche Zeitung, 06.02.2001
Immer wieder folgten den hündischen Anbiederungsversuchen des Vaters seine wilden Überfälle.
Die Zeit, 18.04.1980, Nr. 17
Hier hat der Hund seine Hütte, hier erledigt er auch seine hündischen Bedürfnisse.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 29
Der schlug einen halben Bogen, näherte sich hündisch zitternd abermals, bot seine gefüllte Schnauze an.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 1063
Hündisch und begabt ging er auf jede Demütigung und Perversion phantasievoll ein.
Hesse, Hermann: Der Steppenwolf, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1955 [1927], S. 192
Zitationshilfe
„hündisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/h%C3%BCndisch>, abgerufen am 19.10.2021.

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