habgierig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghab-gie-rig
WortzerlegungHabgier-ig
eWDG, 1969

Bedeutung

Beispiele:
ein habgieriger Mensch
etw. habgierig an sich reißen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gier · gierig · gieren · Begier · Begierde · begierig · Neugier · Neugierde · neugierig · Habgier · habgierig
Gier f. ‘heftiges, maßloses Verlangen, Begehren’. Das auf den dt. Sprachraum beschränkte Substantiv ahd. girī(n) (8. Jh.), mhd. gir ‘Begierde’, asächs. nur im Kompositum fehugiri ‘Streben nach Besitz’, ist eine Abstraktbildung zu dem durch gierig (s. unten) ersetzten alten Adjektiv ahd. ger (9. Jh.), Nebenform giri (8. Jh.), mhd. gir, ger ‘begierig, verlangend’, mnd. gīr, gēr, das mit ↗gern und ↗begehren (s. d.) verwandt ist und wie diese zur Wurzel ie. *g̑her- ‘begehren, gern haben’ gehört. gierig Adj. ‘voller Gier, heftig begehrend’, ahd. girīg (9. Jh.), mhd. giric ‘begierig, begehrlich’, Weiterbildung zu den oben genannten Adjektivformen ahd. ger, giri, mhd. gir, ger. gieren Vb. ‘heftig begehren, gierig verlangen’ (15. Jh.), nach heutigem Sprachempfinden als Ableitung von Gier angesehen, ist aber wohl Übernahme von mnd. gīren und gehört damit zu der unter ↗gähnen (s. d.) genannten Wurzelform ie. *g̑hēi-, *g̑hī- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’. Doch können im Einzelfall auch auf die gleiche Wurzel zurückgehende nominale Formen mit ī (s. ↗Geier) von Einfluß gewesen sein. Begier f. Begierde f. ‘heftiges, leidenschaftliches (sinnliches) Verlangen’. Während ahd. girida (um 800), mhd. girde Abstraktbildungen zum Adjektiv ahd. ger, giri (s. oben) sind, gehört das Abstraktum mhd. begirde zum Verb mhd. begern, begirn, nhd. ↗begehren (s. d.). Verkürztes mhd. begir steht dagegen unter dem Einfluß von mhd. gir, nhd. Gier (s. oben). begierig Adj. ‘voller Begierde, auf etw. versessen’, mhd. begirec, begirdec. Neugier f. Neugierde f. ‘Gier, Begier, Neuigkeiten oder die Angelegenheit anderer zu erfahren’ (17. Jh.), gebildet zu älterem neugierig Adj. ‘voller Neugier, gespannt’ (Mitte 16. Jh.). Habgier f. ‘Gier nach Besitz’ (18. Jh.) übernimmt die ältere Bedeutung von ↗Geiz (s. d.) und meint den ‘raffenden’ im Unterschied zum späteren ‘sparsamen Geiz’; habgierig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
besitzgierig · ↗geldgierig · gierig · habgierig · ↗habsüchtig · ↗materialistisch · ↗raffgierig · ↗unbescheiden · ↗unersättlich  ●  (dem) Geld hinterherjagen  ugs., variabel · (dem) schnöden Mammon frönen  geh., variabel · den Hals nicht vollkriegen können  ugs., variabel · ↗geldgeil  ugs. · ↗konsumgeil  ugs. · ↗konsumistisch  geh. · wie die Aasgeier  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dealer König Manager Nachbar Wirt böse geizig gewalttätig grausam rücksichtslos skrupellos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›habgierig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Frauen sind gewalttätig, eitel, verlogen, unbeherrscht, habgierig, herablassend, unbelehrbar, fahrlässig, grob, laut, unordentlich, niederträchtig, egozentrisch.
Die Zeit, 01.03.2013, Nr. 10
Viele hatten sie habgierig geöffnet - auf der Suche nach Geld.
Bild, 26.02.2000
Denn Mutter Hanisch war eine ebenso fromme wie habgierige Frau.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 172
Sein Spiel trug ihm beim Publikum den Ruf ein, zänkisch und habgierig zu sein.
Rumpf, Fritz: Zur Geschichte des Theaters in Japan. In: Glaser, Curt (Hg.), Japanisches Theater, Berlin-Lankwitz: Würfel-Verl. 1930, S. 128
Was seid ihr anders als ein ungläubiges, lügnerisches, betrügerisches und habgieriges Geschlecht?
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 288
Zitationshilfe
„habgierig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/habgierig>, abgerufen am 19.04.2019.

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