habhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghab-haft
Wortzerlegunghaben-haft
eWDG, 1969

Bedeutung

jmds., einer Sache habhaft werden (= jmdn., etw. zu fassen bekommen)
a)
jmds. habhaft werden (= jmdn. aufgreifen, ergreifen)
Beispiele:
man konnte des Täters nicht habhaft werden
er sollte benachrichtigt werden, sobald man ihrer habhaft wurde
die Polizei unternahm alles, um der Fälscher, um des vermissten Mädchens habhaft zu werden
Er mußte sich sagen, daß er der beiden auf diese Weise schwerlich habhaft werden würde [PolenzBüttnerbauer1,361]
denn er [der Hund] frißt es [das Mäuschen] ja ohne Erbarmen bei lebendigem Leibe […] wenn er seiner habhaft wird [Th. MannHerr u. Hund9,602]
b)
einer Sache habhaft werden (= etw. an sich nehmen, sich etw. aneignen)
Beispiele:
er hatte alle Lieder, deren er habhaft werden konnte, gesammelt
»Es ist mir geglückt […] dieser Pariser Stiche habhaft zu werden […]« [Feuchtw.Goya46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

haben · Habe · habhaft · Habseligkeit · Habsucht
haben Vb. ‘besitzen, sein eigen nennen’, ahd. habēn (8. Jh.), mhd. haben, hān ‘besitzen, (fest)halten’, anord. hafa ‘haben, anwenden, ergreifen, treffen’, schwed. ha(va), got. haban und (mit anderer Bildungsweise) asächs. hebbian, mnd. mnl. nl. hebben, aengl. habban, engl. to have stehen mit der resultativ-zuständlichen Bedeutung ‘halten, besitzen’ zu der unter ↗heben (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ (s. auch ↗-haft, ↗Haft1, ↗Heft1). Dem oft behaupteten Zusammenhang mit semantisch übereinstimmendem lat. habēre ‘haben, halten’ unter einem Ansatz ie. *khab(h)- steht der Vergleich des Lat. mit anderen ie. Sprachen (einschließlich des Osk.-Umbr.) entgegen; Literaturangaben dazu bei Feist ³229 und Walde/Hofmann ³1, 630 f. Doch ist Einfluß von ie. *kap- auf die unter ↗geben (s. d.) genannte Wurzel ie. *ghabh-, *ghab- und besonders *ghap- ‘fassen, nehmen’, zu der lat. habēre gehört, anzunehmen. Habe f. ‘Besitz, Gesamtheit dessen, was einem gehört’, ahd. haba ‘Griff, Henkel, Besitz, Eigenschaft’ (um 1000), mhd. habe. habhaft Adj. heute nur noch in der Wendung jmds., einer Sache habhaft werden ‘etw. erlangen, sich aneignen, jmdn. ergreifen’, frühnhd. habhaft ‘mit Besitz versehen, habend’ (15. Jh.). Habseligkeit f. meist Plur. ‘dürftiger Besitz’ (17. Jh.), im zweiten Wortbestandteil eine Weiterbildung (s. ↗-selig) des unter ↗-sal, ↗-sel (s. d.) behandelten Suffixes. Habsucht f. ‘krankhafter Drang, Besitz und Vermögen zu erweitern’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›habhaft‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›habhaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›habhaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Hilfe dieses Mediums gelingt es auch der Malerei, der Zeit habhaft zu werden.
Der Tagesspiegel, 28.03.1999
In einer Erklärung des Kabinetts hieß es, man werde alles unternehmen, der Täter habhaft zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 29.07.1994
Nur selten gelingt es einmal, eines entwischten Übeltäters habhaft zu werden.
Hagenbeck, John u. Ottmann, Victor: Südasiatische Fahrten und Abenteuer, Dresden: Deutsche Buchwerkstätten 1924 [1924], S. 213
Niemals ist es möglich, hierin eines fixierten Status habhaft zu werden.
Heuß, Alfred: Verlust der Geschichte, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1959, S. 7
Wenn es gelingt, seiner habhaft zu werden, wird man vielleicht mehr Klarheit schaffen können.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 320
Zitationshilfe
„habhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/habhaft>, abgerufen am 28.03.2020.

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