hadern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ha-dern
eWDG

Bedeutung

gehoben mit jmdm., etw. hadernmit jmdm., etw. unzufrieden sein und das beklagen, jmdn., etw. anklagen, mit jmdm. streiten
Beispiele:
innerlich haderte er mit seinem Bruder
er wollte mit ihr nicht darüber, um diese Sache, wegen dieser Sache hadern
mit Gott, seinem Schicksal, Geschick hadern
der ehrgeizige Sportler haderte mit seinem Pech bei diesem Wettkampf
In Fieberträumen haderte Tycho bald mit seiner Frau, seinen Kindern ... bald mit Kepler [ BrodTycho Brahe253]
keine der hadernden Parteien [konnte] ... entscheidende Schläge führen [ MehringLessing-Legende120]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hader1 · hadern
Hader1 m. ‘(schwelender) Streit, Unfrieden’. Nur in Personennamen bezeugtes ahd. (u-Stamm) hadu ‘Kampf’ (vgl. ahd. Hadubrant, -wīg) sowie als erstes Kompositionsglied belegtes aengl. heaþu- (vgl. heaþugeong ‘jung im Kampf’, heaþuwǣd ‘Kampfrüstung’) und seltenes (in poetischer Sprache) anord. hǫð ‘Kampf’ stellen sich mit air. cath ‘Kampf’ (vgl. gall. catu- in Caturīges, Völkername), vielleicht auch griech. kótos (κότος) ‘Zorn, Groll’ zu einer Wurzel ie. *k̑at- ‘kämpfen’. Dazu gehören als r-Ableitungen aind. śátruḥ ‘Feind, Gegner, Nebenbuhler’ und (bei Annahme eines Übergangs von k̑ zu k) aslaw. kotora, russ. (älter) kotorá (котора) ‘Streit, Zwietracht’. Erst spät tritt mhd. (omd.) hader ‘Streit, Zank’ auf, das von Luther aufgegriffen wird und sich im Nhd. verbreitet. hadern Vb. ‘unzufrieden sein, streiten’, spätmhd. hadern ‘streiten, necken’; heute besonders in der Wendung mit seinem (dem) Schicksal hadern.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) streiten (mit / über / um / wegen) · hadern (mit)  ●  (mit jemandem) ein Hühnchen rupfen  ugs., fig. · (sich) fetzen  ugs. · (sich) kabbeln  ugs. · (sich) zanken  ugs. · (sich) zoffen  ugs.
Assoziationen
  • (einen) Streit beginnen · Streit anfangen · Streit bekommen  ●  (einen) Streit vom Zaun brechen  fig. · in Streit geraten (mit)  Hauptform · (sich) anne Köppe kriegen  ugs., ruhrdt. · (sich) in die Haare kriegen  ugs., fig. · (sich) in die Wolle geraten  ugs., fig. · (sich) in die Wolle kriegen  ugs., fig. · Krach kriegen  ugs. · aneinandergeraten  ugs. · das Kriegsbeil ausgraben  ugs., fig. · zusammenknallen  ugs., fig.
  • (ein) Streitgespräch führen · (einen) Disput haben · (sich) heftig auseinandersetzen (über) · (sich) streiten (über) · disputieren  ●  (sich) zoffen  ugs.
  • (einen) Strauß ausfechten · (einen) Streit zur Entscheidung bringen · bis zur Entscheidung kämpfen  ●  (einen) Streit austragen  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›hadern‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hadern‹.

Verwendungsbeispiele für ›hadern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es macht keinen Sinn, zu hadern oder traurig zurückzublicken, und jetzt kann ich mich ja auch gar nicht beklagen.
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2002
Es bringt schließlich auch nichts, jetzt noch mit dem Schicksal zu hadern.
Der Tagesspiegel, 15.10.1999
Die Bürger, völlig überrascht, begannen untereinander zu hadern; nicht wenige betrachteten jetzt den Kampf bereits als aussichtslos.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 11893
Ich habe jahrelang mit dem Schicksal gehadert, habe mich beschäftigt, so gut es ging, um nicht denken zu müssen.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 341
Sie haderte mit sich, schämte sich, daß sie glücklich war, bereute.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 923
Zitationshilfe
„hadern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hadern>, abgerufen am 18.01.2022.

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