Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

hageln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ha-geln
Wortbildung  mit ›hageln‹ als Letztglied: durchhageln · herabhageln · niederhageln · verhageln

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨es hagelt⟩ Hagel fällt zur Erde
  2. 2. [umgangssprachlich, übertragen] ⟨es hagelt etw., etw. hagelt⟩ etw. fällt, prasselt dicht und in großer Menge auf jmdn., etw. herab
    1. etw. folgt dicht und in großer Menge aufeinander, hintereinander
eWDG

Bedeutungen

1.
es hageltHagel fällt zur Erde
Beispiele:
plötzlich fing es an zu hageln
es hagelte leicht, stark, nur zehn Minuten lang
es hagelte in großen Eiskörnern
2.
umgangssprachlich, übertragen es hagelt etw., etw. hageltetw. fällt, prasselt dicht und in großer Menge auf jmdn., etw. herab
Beispiele:
es hagelte Schläge (auf ihn)
Geh dich schlagen gegen die, deren Bomben auf unbefestigte Städte hageln [ Weiskopf8,274]
etw. folgt dicht und in großer Menge aufeinander, hintereinander
Beispiele:
es hagelte Fragen, Proteste
es hagelte förmlich Rekorde bei diesem Sportfest
in dem Fußballspiel hagelte es Freistöße
die Vorwürfe hagelten von allen Seiten (auf uns)
Flüche, Verwünschungen hagelten nur so auf sie
es hagelte Eintragungen ins Klassenbuch [ NollHolt2,443]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hagel · hageln · verhageln
Hagel m. ‘Niederschlag in Form von Eisstückchen’, ahd. hagal (9. Jh.), mhd. hagel, asächs. hagal, mnd. hāgel, mnl. hāghel, nl. hagel, aengl. hægl, hagol, engl. hail und (mit neutralem Genus) anord. hagl, schwed. hagel; für das Got. ist nur der hierher gehörende Name der h-Rune haal (aus *hagl) in einer Hs. des 10. Jhs. belegt; vgl. aengl. hægl, anord. hagall in gleicher Verwendung. Das germ. Substantiv läßt sich mit griech. káchlēx (κάχληξ) ‘Steinchen, Kiesel, Kiessand’ verbinden, zumal wenn man dieses als Ableitung von einem griech. *káchlos (*κάχλος) auffaßt, das dem germ. *hag(a)la- genau entspräche. Als gemeinsame Ausgangsform ergibt sich dann ie. *kaghlo- ‘kleiner runder Stein’. Im Frühnhd. hat Hagel (wie mnd. hāgel) daneben die in der Jägersprache noch länger bewahrte Bedeutung ‘als Munition dienende Metallstückchen, Schrot’. Metaphorischer Gebrauch kommt bereits mhd. vor, wird aber besonders vom 17. Jh. an im Sinne von ‘herniederprasselnde Menge, dichte Folge’ (ein Hagel von Geschossen, Steinen, Beschimpfungen, Vorwürfen u. ä.) üblich. – hageln Vb. in unpersönlicher Konstruktion es hagelt ‘Hagel fällt’, schon seit dem Mhd. auch übertragen von dicht Herabfallendem, Aufeinanderfolgendem, wobei dieses als Akkusativ-Ergänzung (es hagelt Schläge, Fragen) oder als Subjekt (Schläge, Fragen hageln auf jmdn.) steht; mhd. hagelen, vgl. mnd. hāgelen, aengl. hagolian, engl. to hail, anord. hegla, schwed. hagla; dazu die Präfixbildung verhageln Vb. ursprünglich transitiv ‘durch Hagel zerstören’ (18. Jh.), wegen der Häufigkeit passivischer Sätze (die Ernte ist verhagelt) heute oft als intransitives Verb ‘durch Hagel Schaden nehmen, vernichtet werden’ angesehen.

Typische Verbindungen zu ›hageln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hageln‹.

Verwendungsbeispiele für ›hageln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit diese Ideen auf dem Tisch liegen, hagelte es Proteste. [Die Zeit, 14.11.1997, Nr. 47]
Zuvor hatte es international Kritik am Vorgehen seiner Regierung gehagelt. [Die Zeit, 12.06.2013 (online)]
Als dies im Juni 2009 bekannt wurde, hagelte es Proteste. [Die Zeit, 11.07.2011, Nr. 28]
So hagelt es Kritik, interessanterweise mehr von rechts als von links. [Die Zeit, 06.10.2005, Nr. 41]
Schon hagelt es auch aus dem eigenen Lager Proteste gegen den Begriff. [Die Zeit, 06.11.2003, Nr. 46]
Zitationshilfe
„hageln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hageln>.

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