halsen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghal-sen
GrundformHals1
Wortbildung mit ›halsen‹ als Letztglied: ↗aufhalsen · ↗umhalsen
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben, veraltend sich, jmdn. halsen und küssensich, jmdn. umarmen, umhalsen und küssen
Beispiel:
Sie halste ihn, küßte ihn [Feuchtw.Tag394]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hals · halsen1 · halsen2 · Halsabschneider · Halsgericht · halsstarrig · lauthals
Hals m. ‘Kopf und Rumpf verbindender Körperteil’, ahd. hals (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. hals, aengl. heals, anord. hals, schwed. hals, got. hals (germ. *halsa-) vergleichen sich mit lat. collus (aus *colsos), collum ‘Hals, Bergjoch’. Die Zuordnung zur Wurzel ie. *ku̯el(ə)- ‘(sich) drehen’, wobei Hals als ‘Dreher’ aufzufassen wäre, ist nur möglich, wenn für das Germ. und Lat. Verlust des labialen ‐ͧ vor dem ie. o der zweiten Hochstufe angenommen wird. Vielleicht ist auch Anschluß an die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ (s. ↗Halde, ↗hold) zu erwägen? Hals steht in zahlreichen festen Verbindungen und bildlichen Wendungen, die zunächst an das Äußere des Körperteils anknüpfen, wie Hals über Kopf (aus über Hals und Kopf), jmdm. (vor Freude) um den Hals fallen, etw. auf dem Halse haben. Auf alte Formen der Todesstrafe, das Köpfen, Henken, Rädern, gehen zurück: es geht ihm an den Hals, sich um Hals und Kragen reden. Die Innenseite des Halses im Sinne von ‘Schlund, Kehle’ ist gemeint in Wendungen wie den Hals nicht voll kriegen, jmdm. den Hals stopfen. Vielfach wird Hals übertragen auf halsähnliche Teile von Sachgegenständen (Flaschenhals, Oberschenkelhals). halsen1 Vb. ‘umarmen’, ahd. halsen (8. Jh.), helsen (9. Jh.), mhd. halsen, helsen (auch nhd. noch hälsen), asächs. helsian, mnd. helsen, anord. halsa. Die schwachen Verben sind Ableitungen vom Substantiv. Die unkomponierte Verbform tritt im Nhd. allmählich zurück und wird im 19. Jh. durch umhalsen, ahd. umbihalsen (8. Jh.), mhd. umbehalsen, umbehelsen verdrängt. halsen2 Vb. ‘das Segel beim Wenden auf die andere Bootsseite nehmen’ (19. Jh.), zu Hals(e) ‘untere Ecke des Segels’, eigentlich ‘Dreher’ (18. Jh.), vgl. gleichbed. anord. hals. Halsabschneider m. ‘Betrüger, Wucherer’ (19. Jh.). Halsgericht n. historisch ‘Gericht für todeswürdige Verbrechen’, mhd. halsgerihte, auch ‘Richtplatz’. halsstarrig Adj. ‘eigensinnig, unnachgiebig’, Ableitung (16. Jh.) von Halsstarre ‘Steifhalsigkeit’, zunächst ‘an Halsstarre leidend’, unter Einfluß von spätmhd. frühnhd. halsstarc ‘eigensinnig’ auf die Willenshaltung des Menschen übertragen. lauthals Adv. ‘aus voller Kehle’; aus nd. lūdhals (19. Jh.) zu Anfang des 20. Jhs. ins Hd. eingedrungen, wo um 1800 bereits lauthalsig.

Typische Verbindungen zu ›halsen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›halsen‹.

Verwendungsbeispiele für ›halsen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da wird gekreuzt und in den Wind gedreht, und manch einer wagt sogar eine Halse.
Bild, 12.10.2005
Und der emotional sonst eher reservierte Magath ließ sich herzen und halste zurück.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2003
Die Hanni will sich plötzlich an ihn hängen und ihn halsen.
Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17468
Zum Glück muss man bei einer Weltumseglung nicht allzu oft halsen.
Die Zeit, 03.06.2002, Nr. 22
Dabei wendet und halst die von uns gefahrene 3-Kabinen-Eignerversion auch wie ein Kleinwagen.
Die Welt, 28.08.2004
Zitationshilfe
„halsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/halsen#1>, abgerufen am 07.04.2020.

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halsen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghal-sen
Wortbildung mit ›halsen‹ als Grundform: ↗Halse
eWDG, 1969

Bedeutung

Seemannssprache segeln, indem man mit dem Heck durch den Wind geht, vor dem Wind wendet
Beispiel:
der Steuermann der Jacht halste im Sturm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hals · halsen1 · halsen2 · Halsabschneider · Halsgericht · halsstarrig · lauthals
Hals m. ‘Kopf und Rumpf verbindender Körperteil’, ahd. hals (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. hals, aengl. heals, anord. hals, schwed. hals, got. hals (germ. *halsa-) vergleichen sich mit lat. collus (aus *colsos), collum ‘Hals, Bergjoch’. Die Zuordnung zur Wurzel ie. *ku̯el(ə)- ‘(sich) drehen’, wobei Hals als ‘Dreher’ aufzufassen wäre, ist nur möglich, wenn für das Germ. und Lat. Verlust des labialen ‐ͧ vor dem ie. o der zweiten Hochstufe angenommen wird. Vielleicht ist auch Anschluß an die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ (s. ↗Halde, ↗hold) zu erwägen? Hals steht in zahlreichen festen Verbindungen und bildlichen Wendungen, die zunächst an das Äußere des Körperteils anknüpfen, wie Hals über Kopf (aus über Hals und Kopf), jmdm. (vor Freude) um den Hals fallen, etw. auf dem Halse haben. Auf alte Formen der Todesstrafe, das Köpfen, Henken, Rädern, gehen zurück: es geht ihm an den Hals, sich um Hals und Kragen reden. Die Innenseite des Halses im Sinne von ‘Schlund, Kehle’ ist gemeint in Wendungen wie den Hals nicht voll kriegen, jmdm. den Hals stopfen. Vielfach wird Hals übertragen auf halsähnliche Teile von Sachgegenständen (Flaschenhals, Oberschenkelhals). halsen1 Vb. ‘umarmen’, ahd. halsen (8. Jh.), helsen (9. Jh.), mhd. halsen, helsen (auch nhd. noch hälsen), asächs. helsian, mnd. helsen, anord. halsa. Die schwachen Verben sind Ableitungen vom Substantiv. Die unkomponierte Verbform tritt im Nhd. allmählich zurück und wird im 19. Jh. durch umhalsen, ahd. umbihalsen (8. Jh.), mhd. umbehalsen, umbehelsen verdrängt. halsen2 Vb. ‘das Segel beim Wenden auf die andere Bootsseite nehmen’ (19. Jh.), zu Hals(e) ‘untere Ecke des Segels’, eigentlich ‘Dreher’ (18. Jh.), vgl. gleichbed. anord. hals. Halsabschneider m. ‘Betrüger, Wucherer’ (19. Jh.). Halsgericht n. historisch ‘Gericht für todeswürdige Verbrechen’, mhd. halsgerihte, auch ‘Richtplatz’. halsstarrig Adj. ‘eigensinnig, unnachgiebig’, Ableitung (16. Jh.) von Halsstarre ‘Steifhalsigkeit’, zunächst ‘an Halsstarre leidend’, unter Einfluß von spätmhd. frühnhd. halsstarc ‘eigensinnig’ auf die Willenshaltung des Menschen übertragen. lauthals Adv. ‘aus voller Kehle’; aus nd. lūdhals (19. Jh.) zu Anfang des 20. Jhs. ins Hd. eingedrungen, wo um 1800 bereits lauthalsig.

Typische Verbindungen zu ›halsen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›halsen‹.

Verwendungsbeispiele für ›halsen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da wird gekreuzt und in den Wind gedreht, und manch einer wagt sogar eine Halse.
Bild, 12.10.2005
Und der emotional sonst eher reservierte Magath ließ sich herzen und halste zurück.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2003
Die Hanni will sich plötzlich an ihn hängen und ihn halsen.
Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17468
Zum Glück muss man bei einer Weltumseglung nicht allzu oft halsen.
Die Zeit, 03.06.2002, Nr. 22
Dabei wendet und halst die von uns gefahrene 3-Kabinen-Eignerversion auch wie ein Kleinwagen.
Die Welt, 28.08.2004
Zitationshilfe
„halsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/halsen#2>, abgerufen am 07.04.2020.

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