halsstarrig

GrammatikAdjektiv
Worttrennunghals-star-rig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›halsstarrig‹ als Erstglied: ↗Halsstarrigkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

hartnäckig, eigensinnig
Beispiele:
ein halsstarriger Mensch
mit halsstarrigem Trotz
halsstarrig bleiben
er bestand halsstarrig auf seinen Forderungen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hals · halsen1 · halsen2 · Halsabschneider · Halsgericht · halsstarrig · lauthals
Hals m. ‘Kopf und Rumpf verbindender Körperteil’, ahd. hals (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. hals, aengl. heals, anord. hals, schwed. hals, got. hals (germ. *halsa-) vergleichen sich mit lat. collus (aus *colsos), collum ‘Hals, Bergjoch’. Die Zuordnung zur Wurzel ie. *ku̯el(ə)- ‘(sich) drehen’, wobei Hals als ‘Dreher’ aufzufassen wäre, ist nur möglich, wenn für das Germ. und Lat. Verlust des labialen ‐ͧ vor dem ie. o der zweiten Hochstufe angenommen wird. Vielleicht ist auch Anschluß an die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ (s. ↗Halde, ↗hold) zu erwägen? Hals steht in zahlreichen festen Verbindungen und bildlichen Wendungen, die zunächst an das Äußere des Körperteils anknüpfen, wie Hals über Kopf (aus über Hals und Kopf), jmdm. (vor Freude) um den Hals fallen, etw. auf dem Halse haben. Auf alte Formen der Todesstrafe, das Köpfen, Henken, Rädern, gehen zurück: es geht ihm an den Hals, sich um Hals und Kragen reden. Die Innenseite des Halses im Sinne von ‘Schlund, Kehle’ ist gemeint in Wendungen wie den Hals nicht voll kriegen, jmdm. den Hals stopfen. Vielfach wird Hals übertragen auf halsähnliche Teile von Sachgegenständen (Flaschenhals, Oberschenkelhals). halsen1 Vb. ‘umarmen’, ahd. halsen (8. Jh.), helsen (9. Jh.), mhd. halsen, helsen (auch nhd. noch hälsen), asächs. helsian, mnd. helsen, anord. halsa. Die schwachen Verben sind Ableitungen vom Substantiv. Die unkomponierte Verbform tritt im Nhd. allmählich zurück und wird im 19. Jh. durch umhalsen, ahd. umbihalsen (8. Jh.), mhd. umbehalsen, umbehelsen verdrängt. halsen2 Vb. ‘das Segel beim Wenden auf die andere Bootsseite nehmen’ (19. Jh.), zu Hals(e) ‘untere Ecke des Segels’, eigentlich ‘Dreher’ (18. Jh.), vgl. gleichbed. anord. hals. Halsabschneider m. ‘Betrüger, Wucherer’ (19. Jh.). Halsgericht n. historisch ‘Gericht für todeswürdige Verbrechen’, mhd. halsgerihte, auch ‘Richtplatz’. halsstarrig Adj. ‘eigensinnig, unnachgiebig’, Ableitung (16. Jh.) von Halsstarre ‘Steifhalsigkeit’, zunächst ‘an Halsstarre leidend’, unter Einfluß von spätmhd. frühnhd. halsstarc ‘eigensinnig’ auf die Willenshaltung des Menschen übertragen. lauthals Adv. ‘aus voller Kehle’; aus nd. lūdhals (19. Jh.) zu Anfang des 20. Jhs. ins Hd. eingedrungen, wo um 1800 bereits lauthalsig.

Thesaurus

Synonymgruppe
bockig · ↗eigensinnig · halsstarrig · ↗hartnäckig · ↗rechthaberisch · ↗renitent · ↗starrköpfig · ↗starrsinnig · ↗störrisch · ↗unbelehrbar · ↗unbeugsam · ↗uneinsichtig · ↗unnachgiebig · ↗unverbesserlich · ↗widerspenstig  ●  ↗stur  Hauptform · ↗beratungsresistent  ugs. · ↗dickköpfig  ugs. · ↗nickelig  ugs. · stur wie ein Panzer  ugs. · sturköpfig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Festhalten Haltung Weigerung beharren festhalten geradezu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›halsstarrig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er nannte sich bis zu seinem Tod halsstarrig einen Kommunisten.
Süddeutsche Zeitung, 30.10.1995
Man will es loswerden wie einen hinderlichen Hut oder einen halsstarrigen Schal.
Die Zeit, 27.12.2010 (online)
Weil sie sich nicht unterwarfen, wurden sie als halsstarrig, bösartig, hinterhältig und kulturlos verteufelt.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 310
Ei, ihr Schelme, was seid ihr alleweil trotzig und halsstarrig gewesen!
Perutz, Leo: Die dritte Kugel, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1988 [1915], S. 307
Doch die langjährige Mitarbeiterin der Bußgeldstelle zeigte sich nicht nur halsstarrig, sie griff klammheimlich ein.
Der Tagesspiegel, 19.03.2002
Zitationshilfe
„halsstarrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/halsstarrig>, abgerufen am 22.03.2019.

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