handicapen

Alternative Schreibung handikapen
Grammatik Verb (meist im Part. Prät.)
Worttrennung han-di-ca-pen · han-di-ka-pen
Herkunft Englisch
Rechtschreibregeln § 32 (2)
Wortbildung  mit ›handicapen‹ als Grundform: ↗gehandicapt · ↗gehandikapt
eWDG, 1969

Bedeutung

Sport jmdn. bei einem Wettspiel benachteiligen
Beispiel:
der durch seine Verletzungen gehandikapte Boxer musste aufgeben
übertragen jmdn. behindern, benachteiligen
Beispiel:
unser Kollektiv war durch das Ausscheiden bewährter Mitarbeiter gehandikapt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Handikap · handikapen · gehandikapt
Handikap n. ‘Benachteiligung, Nachteil’, Entlehnung (Ende 19. Jh.) von gleichbed. engl. handicap, eigentlich ein Pferderennen (handicap race), bei dem die stärksten Pferde belastet werden, dann mit Zeit- oder Streckenvorgabe für die schwächeren Pferde, was jeweils auf eine Benachteiligung der stärkeren hinausläuft. Danach allgemein ‘(Be)hinderung, Benachteiligung’. Weithin wird angenommen, engl. handicap gehe auf die Verbindung hand i’ cap (hand in cap) zurück, eine Aufforderung, in einer Art ‘Lotterie’ (so das früheste engl. Zeugnis, 17. Jh.) gesetztes Geld (oder Wertsachen) in eine Mütze zu geben, aus der anschließend eine Verteilung durch den Schiedsrichter erfolgt. Dagegen erklärt Knobloch in: Sprachwiss. 16 (1991) 95 ff. engl. handicap im Sinne von ‘körperliche Behinderung’ als Wiedergabe von mlat. manucaptus ‘mit der Hand ergriffen’, und zwar im Sinne einer Gefangennahme oder als Rechtsausdruck der Eigentumserwerbung durch Handauflegen. Vgl. lat. manceps ‘Aufkäufer, Pächter, Besitzer’, eigentlich ‘Erwerber von Eigentum (Beute) durch Griff mit der Hand (im Krieg)’, lat. mancipium ‘Eigentumserwerbung, durch Auflegen der Hand (im Kriege als Beute) erworbener Sklave’. Engl. handicap wäre nach dieser Deutung zunächst die Verfügungsgewalt des Schiedsrichters über Wetteinsätze, dann über die Rennpferde und ihre vorzunehmende Belastung, schließlich die ‘(körperliche) Behinderung’. handikapen Vb. ‘jmdm. ein Handikap, eine Benachteiligung auferlegen’, engl. to handicap; meist jedoch als Part.adj. gehandikapt ‘behindert, benachteiligt’ (20. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›handicapen‹, ›handikapen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er weiß sich gehandicapt; und er kann es bis zu einem gewissen Grade sogar verstehen, daß man über sein Handicap amüsiert ist.
Die Zeit, 05.06.1964, Nr. 23
Beide Kinder seien jedoch noch über längere Zeit gehandicapt und müssten von den plastischen Chirurgen noch mehrmals operiert werden.
Die Welt, 08.02.2000
Und während wir hilflos auf die Übersetzung der Übersetzung warten, fragen wir uns immer öfter, wer hier eigentlich gehandicapt ist.
Süddeutsche Zeitung, 07.05.1997
Nochmals, gehe ich so, schwach und schwer gehandicapt, unter Leute, dann mache ich mir alles kaputt.
Tucholsky, Kurt: An Walter Hasenclever, 14.03.1933. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1933], S. 9686
Wie kann er die der EZB in der Öffentlichkeit gut verkaufen, wenn er durch Gerichtsverfahren gehandicapt ist?
Der Tagesspiegel, 07.02.2002
Zitationshilfe
„handicapen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/handicapen>, abgerufen am 30.05.2020.

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