hanebüchen

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ha-ne-bü-chen
Häufige Falschschreibung hahnebüchen
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend grob, unerhört
Beispiele:
eine hanebüchene Frechheit, Unverschämtheit
hanebüchene Lügen erzählen
eine hanebüchene (= unerträgliche) Hitze
das ist ja hanebüchen!
er hat ganz hanebüchen gelogen
Woher haben Sie wieder diesen hanebüchenen Unsinn? [ SchleichVergangenheit240]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hanebüchen Adj. ‘grob, unerhört, aberwitzig’, mhd. hagenbüechīn (woraus im 15. Jh. md. hanbuchen) ‘aus Hainbuchenholz’, Adjektivableitung von mhd. hagenbuoche, frühnhd. Hage(n)buche ‘Weißbuche’ mit den kontrahierten Nebenformen frühnhd. (md.) Hainbuche (s. d.), Hanbuche (16. Jh.). Die jetzt allein herrschende übertragene Bedeutung, die an das Knorrige, Derbe des Hainbuchenholzes anschließt, kommt erst im 18. Jh. auf; zunächst stehen neben han(e)büchen noch hainbüchen (ein haynbüchener Kerl, 18. Jh.) und hagebüchen (noch im 19. Jh.). In jüngerer Sprache vorwiegend auf unverständliche Entscheidungen und Handlungsweisen bezogen, geläufig insbesondere hanebüchener Unsinn, das ist hanebüchen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) starkes Stück · (eine) Frechheit · (eine) Unverschämtheit · (etwas) spottet jeder Beschreibung · dreist · haarsträubend · hanebüchen · jeder Beschreibung spotten · skandalträchtig · unerhört · unglaublich · unsäglich · unverschämt  ●  hagebüchen  veraltet · nichts für schwache Nerven  übertreibend · (da) bleibt einem die Spucke weg  ugs., fig. · (da) hört sich doch alles auf!  ugs. · (das ist) der Gipfel der Unverschämtheit  ugs. · (das) schlägt dem Fass den Boden aus!  ugs. · (das) schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht  ugs., scherzhaft-ironisch, salopp · (das) setzt dem ganzen die Krone auf!  ugs. · (dazu) fällt einem nichts mehr ein  ugs. · (ein) dicker Hund  ugs., fig. · (eine) Zumutung!  ugs. · (etwas) geht auf keine Kuhhaut  ugs. · Ist das (noch) zu fassen!?  ugs. · also so etwas!  ugs. · bodenlos  ugs. · das Allerletzte  ugs. · das Letzte  ugs. · das ist (ja wohl) die Höhe!  ugs. · heftig!  ugs. · ja gibt's denn sowas!?  ugs. · kaum zu fassen  ugs. · man fasst es nicht!  ugs. · nicht zu fassen  ugs., Hauptform · unmöglich  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausgemacht (Unsinn) · beispiellos · haarsträubend · hanebüchen · unfassbar  ●  hagebüchen  veraltet

Typische Verbindungen zu ›hanebüchen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hanebüchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›hanebüchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn was diese Regierung auszeichnet, ist nicht nur ihr hanebüchenes Agieren, sondern auch die Unfähigkeit zu korrigieren. [Die Welt, 21.06.1999]
Was Liszt sich zumutete, ist musikalisch faszinierend und spieltechnisch hanebüchen. [Der Spiegel, 14.04.1986]
Trotz des umstrittenen Elfmeters ist es hanebüchen, die Schuld bei anderen zu suchen. [Die Welt, 25.05.1999]
Öffentlich mag der Kanzler nicht über die hanebüchene Situation seiner Koalition reden. [Süddeutsche Zeitung, 09.11.2001]
Das macht selbst die hanebüchensten Wendungen seiner über Stock und Stein stolpernden Handlung erträglich. [Die Zeit, 04.03.1999, Nr. 10]
Zitationshilfe
„hanebüchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/haneb%C3%BCchen>.

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