Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

happig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung hap-pig
eWDG

Bedeutung

salopp stark, groß
Beispiele:
eine happige Kälte
happige Preise (= unverschämte Preise)
das ist doch zu happig
er aß und trank aber happig (= sehr viel)
der Schnee fiel gleich happig (= der Schnee fiel in großer Menge)
Geiz, der … immer happig (= gierig) nach guten Anlagen und einträglichen Spekulationen schielt [ St. ZweigBalzac14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Happen · happig
Happen m. ‘mundgerechtes Stück, Bissen’, seit dem 18. Jh. nachweisbar und wahrscheinlich lautmalend in der Kindersprache entstanden (vgl. die Interjektion happ, die das Zuschnappen lautlich nachahmt). Das gleichlautende Verb nd. nl. happen ‘schnappen, verschlingen’ bringt Pokorny 1, 528 (bei Annahme einer affektischen Gemination der germ. Formen) in Zusammenhang mit lat. capere ‘nehmen, fassen, ergreifen’, griech. káptein (κάπτειν) ‘schnappen, schlucken’ und dadurch mit der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ (s. heben), die als Nachahmung des Schnapplautes aufzufassen sein dürfte. – happig Adj. ‘gierig, unmäßig, schwer zu schlucken’ (18. Jh.), meist übertragen im Sinne von ‘derb, ungewöhnlich stark’. daher auch ‘unzumutbar, Unwillen erregend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) viel Geld kosten · kostenträchtig · kostspielig  ●  teuer  Hauptform · (ein) Loch in die Kasse reißen  ugs., fig. · (ein) Loch ins Portmonee reißen  ugs., fig. · (ein) teurer Spaß  ugs., ironisierend · (ein) teures Vergnügen  ugs., ironisierend · deier  ugs., bayr. · gepfeffert (Preis)  ugs., fig. · gesalzen (Preis, Forderung)  ugs., fig. · happig  ugs. · hochpreisig  fachspr. · im oberen Preissegment  fachspr., kaufmännisch, Jargon · ins Geld gehen  ugs. · ins Geld reißen  ugs. · kostenaufwendig  fachspr. · kostenaufwändig  fachspr. · kostenintensiv  fachspr. · preisintensiv  fachspr. · richtig Geld kosten  ugs. · saftig (Preis)  ugs., fig. · sich gewaschen haben (Preis)  ugs., fig. · stolz  ugs., fig.
Assoziationen
  • überhöhte Preise (fordern) · überzogene Preise (haben)  ●  es vom Lebendigen nehmen  Redensart · es von den Lebenden nehmen  Redensart · es von den Lebendigen nehmen  Redensart
  • (ein) beachtlicher Betrag · (eine) stolze Summe · viel Geld  ●  (eine) horrende Summe  negativ · (ein) Haufen Kohle  ugs. · (ein) hübsches Sümmchen  ugs. · da muss eine alte Frau lange für stricken  ugs., Spruch · eine Stange Geld  ugs. · ordentlich was  ugs.
  • (sich) bis aufs (letzte) Hemd ausziehen müssen · viel Geld bezahlen müssen  ●  bluten müssen (für)  ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›happig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›happig‹.

Verwendungsbeispiele für ›happig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was schon stärker stört, ist der vergleichsweise happige Preis für das eher simpel gestrickte Programm. [C’t, 2000, Nr. 10]
Das ist schon happig, was die Herrn so haben wollen. [Die Zeit, 24.02.1992, Nr. 08]
Der Preis dafür ist mit 2500 bis 3000 Mark allerdings happig. [Die Zeit, 13.11.1987, Nr. 47]
Anderntags wird es, nach drei Tagen eher sanften Wanderns, wieder happig. [Die Zeit, 26.03.1976, Nr. 14]
Acht Euro für zwei Stunden findet er zu Recht ziemlich happig. [Süddeutsche Zeitung, 24.01.2004]
Zitationshilfe
„happig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/happig>.

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