Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

harken

Grammatik Verb · harkt, harkte, hat geharkt
Aussprache 
Worttrennung har-ken
GrundformHarke
Wortbildung  mit ›harken‹ als Letztglied: abharken · ausharken · einharken · nachharken · wegharken · zusammenharken
 ·  mit ›harken‹ als Grundform: beharken

Bedeutungsübersicht+

  1. [landschaftlich, besonders norddeutsch] etw. mit der Harke bearbeiten
    1. a) etw. entfernen
    2. b) etw. aufhäufen
    3. c) etw. einebnen
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, besonders norddeutsch etw. mit der Harke bearbeiten
a)
etw. entfernen
Beispiel:
Blätter vom Weg, vom Rasen harken
etw. säubern
Beispiel:
die Gartenwege harken
b)
etw. aufhäufen
Beispiel:
das Gras, Heu harken
c)
etw. einebnen
Beispiel:
ein umgegrabenes Beet harken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harke · harken · beharken
Harke f. ‘Gartengerät mit aufgereihten Zinken’, mnd. harke, herke, nd. Harke bleibt bis in die Gegenwart auf das nordd. Gebiet beschränkt; vgl. auch mnl. harke, nl. hark. Im Md. und Südd. dafür Rechen (s. d.). Dem Ursprung nach ist Harke wohl aus dem Geräusch zu erklären, das bei ihrer Benutzung entsteht und das der krächzenden Stimme der Krähe ähnelt. Vergleichbar sind anord. hrōkr, aengl. hrōc ‘Krähe’, dann Bezeichnungen für bestimmte Geräusche wie anord. harka ‘mit schlürfendem Geräusch schleppen’, hark ‘Lärm, Geräusch’, norw. schwed. harka ‘kratzen, scheuern’, aind. kharjati ‘knarrt’, griech. krṓzein (κρώζειν) ‘krächzen’ (wie eine Krähe), so daß eine Gutturalerweiterung (für die zitierten Wörter vor allem in der Form ie. *korg-, *krōg-) der Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- Schallnachahmung für heisere, rauhe Töne, wozu auch lat. cornīx ‘Krähe’, griech. kórax (κόραξ) ‘Rabe’ (s. Rabe), angesetzt werden kann. Die geläufige Wendung jmdm. zeigen, was eine Harke ist ‘übel mit jmdm. verfahren’ (16. Jh.) ist wohl wie beharken (s. unten) als ‘(mit der Harke) übel zurichten’ zu erklären. – harken Vb. ‘mit der Harke arbeiten’, mnd. harken, herken. beharken Vb. ‘mit der Harke bearbeiten’ (19. Jh.), bildlich ‘malträtieren, jmdm. zusetzen’, z. B. auch soldatensprachlich ‘unter starkes Feuer nehmen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
harken  norddeutsch · rechen  süddt., österr., schweiz.

Typische Verbindungen zu ›harken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›harken‹.

Verwendungsbeispiele für ›harken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem rackert sie sich auf dem Feld ab, harkt, rupft, pflückt und jätet. [Süddeutsche Zeitung, 12.08.1998]
Es sieht in diesem Dorf alles schmuck aus, geharkt, gefegt, instand gehalten. [Die Zeit, 08.11.2010, Nr. 45]
Wie ein Wesen aus vergangenen Zeiten sät, harkt und pflegt sie behend und kundig jede einzelne Pflanze. [Die Zeit, 18.04.2008, Nr. 17]
Andere Städte buddeln, stutzen, säen und harken fünf Jahre lang auf ein solches Ereignis hin. [Die Zeit, 08.05.1995, Nr. 19]
Diese harken, planieren, pflanzen und gießen pausenlos um ihre Burg herum. [Die Zeit, 10.08.1973, Nr. 33]
Zitationshilfe
„harken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/harken>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
harfen
harb
harangieren
haram
har
harlekinisch
harmlos
harmoniebedürftig
harmonieren
harmonikaartig