hasardieren
GrammatikVerb · hasardierte, hat hasardiert
Aussprache
Worttrennungha-sar-die-ren (computergeneriert)
HerkunftArabisch → Französisch
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltet Hasard spielen
Beispiel:
Er spielt nicht am Spieltisch, aber er hasardiert im Leben in einem fort [FontaneBriestI 4,285]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hasard · Hasardspiel · hasardieren · Hasardeur
Hasard m. ‘Zufall, Glück, Wagnis’, heute mit neutralem Genus kurz für Hasardspiel (s. unten). Ein erstes Mal wird im 13. Jh. mhd. has(e)hart ‘Würfelspiel, Glück, Unglück’ (mit lautlicher Angleichung an die dt. Personennamen auf -hart) entlehnt aus afrz. hasart ‘Würfelspiel, (guter oder schlechter) Wurf im Würfelspiel’ (12. Jh.), das wahrscheinlich eine Übernahme von (allerdings erst im 13. Jh. belegtem) span. azar ‘bestimmtes Würfelspiel, ungünstiger Wurf beim Würfeln’ ist; zugrunde liegt vulgärarab. zahr (mit Artikel az-zahr) ‘Spielwürfel’. Der Wortanfang h- im Afrz. beruht wohl auf der Schreibergewohnheit, bei vokalischem Anlaut fremder Wörter diesen Buchstaben hinzuzufügen. Erneut gelangt im 17. Jh. frz. hasard mit den im Mfrz. entwickelten, sich aus dem hohen Einsatz beim Spiel und aus dem unbestimmten Spielausgang erklärenden Bedeutungen ‘Wagnis, Gefahr’ und ‘Zufall’ (vgl. schon mnl. hasaert ‘Zufall’) ins Dt., anfangs oft Hazard (vgl. die ältere frz. Schreibvariante hazard sowie engl. hazard). Seit dem 19. Jh. wird Hasard auch im Sinne von ‘Glücksspiel’ verwendet, vor allem in der Verbindung Hasard spielen. Hasardspiel n. ‘Glücksspiel, gewagtes Unternehmen’ (17. Jh.), Übersetzung von frz. jeu de hasard ‘nur vom Zufall bestimmtes Spiel’. hasardieren Vb. ‘ein Wagnis, Risiko eingehen, alles aufs Spiel setzen’ (17. Jh.), aus frz. hasarder ‘wagen, auf den Zufall setzen’. Hasardeur m. ‘Glücksspieler, waghalsiger, leichtsinniger Mensch’, Neubildung (um 1925) zu hasardieren (s. oben) bzw. zu frz. hasarder; im Frz. ist entsprechendes mfrz. frz. hasardeur ‘verwegener Mensch’ (afrz. hasardeor ‘Würfelspieler’) seit dem 18. Jh. nicht mehr gebräuchlich.
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Völlig losgelöst hasardieren die Snowboarder auf der lockeren Seite des Seins.
Süddeutsche Zeitung, 07.02.1994
Haben Sie niemals hasardiert?
Friedländer, Hugo: Die Oldenburgischen Spielerprozeße. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22391
Er hasardierte den ganzen Tag mit den Deutschen, und zwar nicht eben harmlos, abends aber spielte er mit seinen Generälen.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 20
Durch dergleichen höllisches Paktieren hätten die hochseligen Kaiser Rudolf und Matthias sich in Ruin gebracht und die ewige Seligkeit hasardiert.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 6150
Im Gegensatz zu den fetten Jahren lautet nun das Motto: Haushalten statt hasardieren.
Die Zeit, 22.08.2013 (online)
Zitationshilfe
„hasardieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hasardieren>, abgerufen am 20.11.2017.

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