hasardieren

Grammatik Verb · hasardiert, hasardierte, hat hasardiert
Aussprache 
Worttrennung ha-sar-die-ren
Wortbildung  mit ›hasardieren‹ als Erstglied: Hasardeur
Herkunft aus hasarderfrz ‘wagen, auf den Zufall setzen’
eWDG

Bedeutung

veraltet Hasard spielen
Beispiel:
Er spielt nicht am Spieltisch, aber er hasardiert im Leben in einem fort [ FontaneBriestI 4,285]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hasard · Hasardspiel · hasardieren · Hasardeur
Hasard m. ‘Zufall, Glück, Wagnis’, heute mit neutralem Genus kurz für Hasardspiel (s. unten). Ein erstes Mal wird im 13. Jh. mhd. has(e)hart ‘Würfelspiel, Glück, Unglück’ (mit lautlicher Angleichung an die dt. Personennamen auf -hart) entlehnt aus afrz. hasart ‘Würfelspiel, (guter oder schlechter) Wurf im Würfelspiel’ (12. Jh.), das wahrscheinlich eine Übernahme von (allerdings erst im 13. Jh. belegtem) span. azar ‘bestimmtes Würfelspiel, ungünstiger Wurf beim Würfeln’ ist; zugrunde liegt vulgärarab. zahr (mit Artikel az-zahr) ‘Spielwürfel’. Der Wortanfang h- im Afrz. beruht wohl auf der Schreibergewohnheit, bei vokalischem Anlaut fremder Wörter diesen Buchstaben hinzuzufügen. Erneut gelangt im 17. Jh. frz. hasard mit den im Mfrz. entwickelten, sich aus dem hohen Einsatz beim Spiel und aus dem unbestimmten Spielausgang erklärenden Bedeutungen ‘Wagnis, Gefahr’ und ‘Zufall’ (vgl. schon mnl. hasaert ‘Zufall’) ins Dt., anfangs oft Hazard (vgl. die ältere frz. Schreibvariante hazard sowie engl. hazard). Seit dem 19. Jh. wird Hasard auch im Sinne von ‘Glücksspiel’ verwendet, vor allem in der Verbindung Hasard spielen. Hasardspiel n. ‘Glücksspiel, gewagtes Unternehmen’ (17. Jh.), Übersetzung von frz. jeu de hasard ‘nur vom Zufall bestimmtes Spiel’. hasardieren Vb. ‘ein Wagnis, Risiko eingehen, alles aufs Spiel setzen’ (17. Jh.), aus frz. hasarder ‘wagen, auf den Zufall setzen’. Hasardeur m. ‘Glücksspieler, waghalsiger, leichtsinniger Mensch’, Neubildung (um 1925) zu hasardieren (s. oben) bzw. zu frz. hasarder; im Frz. ist entsprechendes mfrz. frz. hasardeur ‘verwegener Mensch’ (afrz. hasardeor ‘Würfelspieler’) seit dem 18. Jh. nicht mehr gebräuchlich.

Verwendungsbeispiele für ›hasardieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Völlig losgelöst hasardieren die Snowboarder auf der lockeren Seite des Seins. [Süddeutsche Zeitung, 07.02.1994]
Haben Sie niemals hasardiert? [Friedländer, Hugo: Die Oldenburgischen Spielerprozeße. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22391]
er habe seit 12 bis 14 Jahren nicht mehr hasardiert, während er noch in den letzten Jahren hasardiert habe? [Friedländer, Hugo: Die Oldenburgischen Spielerprozeße. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22495]
Zitationshilfe
„hasardieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hasardieren>.

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