Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

haschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ha-schen
Wortbildung  mit ›haschen‹ als Erstglied: Hascherei · Haschmich  ·  mit ›haschen‹ als Letztglied: aufhaschen · erhaschen  ·  mit ›haschen‹ als Binnenglied: Effekthascherei  ·  mit ›haschen‹ als Grundform: Haschen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. jmdn., etw. schnell ergreifen
    1. ⟨sich haschen⟩
    2. ⟨nach jmdm., etw. haschen⟩ jmdn., etw. schnell zu ergreifen, zu fangen suchen
  2. 2. [abwertend, übertragen] ⟨nach etw. haschen⟩ etw. gierig zu erlangen suchen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. schnell ergreifen
Beispiele:
das Mädchen hascht den Ball
die Vögel haschten die zugeworfenen Bissen
die Katze hascht die Maus
sich haschen
Beispiele:
Haschen (= Kinderspiel)
Um die Trajanssäule haschen sich die Kinder [ KlabundBorgia51]
bildlich
Beispiel:
salopp, spöttisch hasch mich, ich bin der Frühling (= drückt ablehnende Kritik an einer zu auffällig jugendlichen Kleidung und Haltung aus)
nach jmdm., etw. haschenjmdn., etw. schnell zu ergreifen, zu fangen suchen
Beispiele:
er haschte nach ihr, ihrer Hand, nach dem Tuch
das Kind hascht (mit der hohlen Hand) nach dem Schmetterling, nach der Fliege
2.
abwertend, übertragen nach etw. haschenetw. gierig zu erlangen suchen
Beispiele:
nach Beifall, Zustimmung, Anerkennung haschen
er legte alles darauf an, seinem Vorgesetzten zu gefallen, und haschte nach dessen Gunstbeweisen
nach Effekt haschen (= wirken wollen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

haschen1 · Häscher · Hascherl
haschen1 Vb. ‘schnell (er)greifen, zu fangen suchen’, mhd. erhaschen ‘ergreifen’ (14. Jh.), frühnhd. (omd.) haschen ‘ergreifen, (nach vorausgegangener Verfolgung) einfangen’ (16. Jh.) setzt wie schwed. (mundartlich) haska ‘nachlaufen’ ein germ. ōn-Verb voraus, das, wenn *hask- aus *hafsk- hervorgegangen, als Intensivbildung zu der unter -haft, haben und heben (s. d.) angeführten Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ gestellt werden kann. Das vornehmlich omd. Verb gelangt durch Luther in die Literatursprache. Häscher m. ‘Gerichtsdiener, Büttel’ (16. Jh.), heute zuweilen noch geringschätzig ‘von einer Instanz (zu einem bösartigen Zweck) beauftragter Verfolger’. Hascherl n. südd. öst. ‘bedauernswertes Wesen’ (19. Jh.), bezeichnet eigentlich ‘das zu Ergreifende, Erhaschende’, also das einzufangende Kleingetier oder das im Einkriegespiel einzuholende Kind, doch versehen mit einem Mitgefühl, Zuneigung oder Zärtlichkeit ausdrückenden Deminutivsuffix.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) erwischen · (jemanden) fangen · (jemanden) schnappen · (jemanden) stellen · (jemanden) zu fassen bekommen  ●  (jemanden) haschen  altertümelnd, literarisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Haschisch rauchen · haschen  ●  barzen  ugs. · buffen  ugs. · einen heizen  ugs. · einen smoken  ugs. · kiffen  ugs., Hauptform · vernichten  ugs.
Synonymgruppe
angeln (nach) · fischen (nach) · grabschen (nach) · haschen (nach) · schnappen (nach) · zu erhaschen versuchen · zu erwischen versuchen · zu fangen versuchen  ●  greifen (nach)  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›haschen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›haschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›haschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er beugte sich über den Tisch, haschte nach ihren Händen und hielt sie fest. [Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 633]
Kohl, der gerne nach Symbolen hascht, erlegt sich wiederum Zurückhaltung auf. [Die Zeit, 22.12.1989, Nr. 52]
Mit zwölf hat Christiane F. zum ersten Mal gehascht, ein Jahr später hat sie gedrückt. [konkret, 1980]
Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens hatte er auch zugegeben, immer wieder mal zu haschen. [Süddeutsche Zeitung, 05.06.1997]
Solch Wissen freilich ist eitel wie Haschen nach Wind; die Aussicht, es anzuwenden, bleibt theoretisch. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.1994]
Zitationshilfe
„haschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/haschen>.

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