haschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungha-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›haschen‹ als Erstglied: ↗Hascherei · ↗Haschmich  ·  mit ›haschen‹ als Letztglied: ↗aufhaschen  ·  mit ›haschen‹ als Grundform: ↗erhaschen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. schnell ergreifen
Beispiele:
das Mädchen hascht den Ball
die Vögel haschten die zugeworfenen Bissen
die Katze hascht die Maus
sich haschen
Beispiele:
Haschen (= Kinderspiel)
Um die Trajanssäule haschen sich die Kinder [KlabundBorgia51]
bildlich
Beispiel:
salopp, spöttisch hasch mich, ich bin der Frühling (= drückt ablehnende Kritik an einer zu auffällig jugendlichen Kleidung und Haltung aus)
nach jmdm., etw. haschenjmdn., etw. schnell zu ergreifen, zu fangen suchen
Beispiele:
er haschte nach ihr, ihrer Hand, nach dem Tuch
das Kind hascht (mit der hohlen Hand) nach dem Schmetterling, nach der Fliege
2.
abwertend, übertragen nach etw. haschenetw. gierig zu erlangen suchen
Beispiele:
nach Beifall, Zustimmung, Anerkennung haschen
er legte alles darauf an, seinem Vorgesetzten zu gefallen, und haschte nach dessen Gunstbeweisen
nach Effekt haschen (= wirken wollen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

haschen1 · Häscher · Hascherl
haschen1 Vb. ‘schnell (er)greifen, zu fangen suchen’, mhd. erhaschen ‘ergreifen’ (14. Jh.), frühnhd. (omd.) haschen ‘ergreifen, (nach vorausgegangener Verfolgung) einfangen’ (16. Jh.) setzt wie schwed. (mundartlich) haska ‘nachlaufen’ ein germ. ōn-Verb voraus, das, wenn *hask- aus *hafsk- hervorgegangen, als Intensivbildung zu der unter ↗-haft, ↗haben und ↗heben (s. d.) angeführten Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ gestellt werden kann. Das vornehmlich omd. Verb gelangt durch Luther in die Literatursprache. Häscher m. ‘Gerichtsdiener, Büttel’ (16. Jh.), heute zuweilen noch geringschätzig ‘von einer Instanz (zu einem bösartigen Zweck) beauftragter Verfolger’. Hascherl n. südd. öst. ‘bedauernswertes Wesen’ (19. Jh.), bezeichnet eigentlich ‘das zu Ergreifende, Erhaschende’, also das einzufangende Kleingetier oder das im Einkriegespiel einzuholende Kind, doch versehen mit einem Mitgefühl, Zuneigung oder Zärtlichkeit ausdrückenden Deminutivsuffix.

Haschisch · Hasch · haschen2
Haschisch m. n. aus einer besonders im Nahen Osten angebauten Hanfart gewonnenes Rauschgift, Entlehnung von arab. ḥašīš ‘Gras, Heu, Kraut’, dann ‘indischer Hanf’, schließlich das aus dessen Blütenharz gewonnene und gerauchte Rauschgiftpräparat. Im Dt. seit 1860 nachweisbar (älter engl. hashish, frz. haschisch). Daraus umgangssprachlich verkürzt Hasch n. wozu haschen2 Vb. ‘Haschisch rauchen’ (60er Jahre 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) fangen · ↗(jemanden) stellen · ↗erwischen · ↗schnappen · zu fassen bekommen  ●  haschen  ugs.
Assoziationen
  • dingfest machen · ↗gefangen nehmen · in Gewahrsam nehmen · in Haft nehmen · ↗inhaftieren · ↗verhaften · vorläufig festnehmen  ●  aus dem Verkehr ziehen  fig. · ↗festnehmen  Hauptform · (die) Handschellen klicken lassen  ugs., auch figurativ · ↗arretieren  geh., veraltet · ↗einkassieren  ugs.
  • (jemanden) ertappen, als er gerade dabei ist, zu (...) · (jemanden) erwischen, wie er gerade (...) · auf frischer Tat ertappen · in flagranti erwischen
Synonymgruppe
Haschisch rauchen · haschen  ●  barzen  ugs. · buffen  ugs. · einen heizen  ugs. · einen smoken  ugs. · ↗kiffen  ugs., Hauptform · ↗vernichten  ugs.
Assoziationen
  • (sich) eine Zigarette anstecken · ↗rauchen · ↗schmauchen  ●  (sich) eine anstecken  ugs. · (sich) eine rauchen gehen  ugs. · eine (Zigarette) durchziehen  ugs. · ↗paffen  ugs. · ↗qualmen  ugs. · ↗quarzen  ugs. · ↗schmöken  ugs., norddeutsch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Effekt Effekten Popularität Schmetterling

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›haschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einer sprang ihm nach und versuchte umsonst ihn zu haschen.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 6144
Er beugte sich über den Tisch, haschte nach ihren Händen und hielt sie fest.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 633
Kohl, der gerne nach Symbolen hascht, erlegt sich wiederum Zurückhaltung auf.
Die Zeit, 22.12.1989, Nr. 52
Solch Wissen freilich ist eitel wie Haschen nach Wind; die Aussicht, es anzuwenden, bleibt theoretisch.
Süddeutsche Zeitung, 30.07.1994
Weinend haschte sie nach seiner Hand, die das rote Taschentuch hielt, und packte sie mit ihren beiden Händen.
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 159
Zitationshilfe
„haschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/haschen>, abgerufen am 16.09.2019.

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