hasten

GrammatikVerb · hastete, ist gehastet
Aussprache
Worttrennunghas-ten
Wortbildung mit ›hasten‹ als Letztglied: ↗davonhasten · ↗entlanghasten · ↗herbeihasten · ↗hinaufhasten · ↗umherhasten · ↗vorbeihasten · ↗vorwärtshasten · ↗vorüberhasten · ↗weiterhasten · ↗zurückhasten · ↗überhasten
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
sich in Hast (auf ein bestimmtes Ziel hin) bewegen
Beispiele:
er hastet zur Arbeit, in die Schule, zum Bahnhof
die Reisegruppe ist nur durch die Stadt gehastet
die Frau hastete hin und her, keines Entschlusses fähig
hastenden Schrittes lief er durch das Tor
das hastende (= ruhelose) Getriebe der Großstadt
das Jagen und Hasten nach Geld
Laufkäfer hasten durchs Gesträuch / In ihren goldnen Panzerröckchen [StormAbseits]
2.
Worte schnell hervorstoßen
Beispiele:
»ich komme gleich«, hastete Jürgen
»Gewiß, selbstvers-tändlich«, hastete der Onkel mit unbeherrschtem Unterkiefer [Th. MannZauberb.2,607]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hast · hasten · hastig
Hast f. ‘aufgeregte Eile, Überstürzung’, ein nd. Wort, seit dem 16. Jh. in der Literatursprache. Mnd. hāst, hast ‘Eile, Eifer, Zorn’ (14. Jh., vermutlich älter; vgl. Öhmann in: ZfdWf. N. F. 16 (1960) 161 ff.) geht wie wohl auch mnl. hast(e), haest(e), nl. haast und wie engl. haste zurück auf afrz. haste ‘Hast, Eile’ (frz. hâte), das selbst aus dem Germ., wohl aus anfrk. *haist ‘Heftigkeit’, stammt. Dieses ist mit ahd. heistīgo Adv. ‘ungestüm, sehr’ (9. Jh.), langobard. haistan Adv. ‘gewaltsam’, aengl. hǣst ‘ungestüm; Heftigkeit’, afries. hāst ‘hastig; Eile’ zu verbinden und damit an die unter ↗heftig (s. d.) angeführte Wortgruppe um ahd. heifti, mhd. heifte ‘ungestüm, sehr’, anord. heifst, got. haifsts ‘Zank, Streit’ anzuschließen. hasten Vb. ‘sich hastig bewegen, sich überstürzen’ (16. Jh.), mnd. hāsten, mnl. haesten, nl. haasten; vgl. afrz. haster, frz. hâter. hastig Adj. ‘voller Hast, überstürzt, sehr eilig’, mhd. hasteclīche Adv., mnd. hāstich.

Thesaurus

Synonymgruppe
eilen · ↗galoppieren · hasten · ↗hechten · ↗hetzen · ↗huschen · ↗pfeifen · ↗rasen · schnell laufen · ↗schnellen · ↗sprinten · ↗stieben  ●  ↗fegen  fig. · ↗laufen  Hauptform · ↗rennen  Hauptform · ↗schießen  fig. · Gummi geben  ugs. · Hackengas geben  ugs. · ↗dahinpreschen  ugs. · die Beine in die Hand nehmen  ugs., fig. · ↗düsen  ugs. · ↗fetzen  ugs. · fitschen  ugs., ruhrdt. · ↗fliegen  geh., fig., literarisch · ↗flitzen  ugs. · ↗jagen  ugs. · ↗pesen  ugs. · ↗preschen  ugs. · ↗sausen  ugs. · ↗spurten  ugs. · ↗stürmen  ugs. · ↗wetzen  ugs. · ↗zischen  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
  • (sich) fortbewegen · von A nach B kommen
Unterbegriffe
Assoziationen
  • in schneller Gangart · schnellen Schrittes  ●  mit kurzen, schnellen Schritten  militärisch · eilenden Schrittes  geh. · hurtigen Schenkels  ugs., ironisch · im Sauseschritt  ugs. · im Schweinsgalopp  ugs.
  • langsam laufen · ↗schnüren (z.B. Füchse) · ↗traben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bahnsteig Laufschritt Neurasthenie Raste Treppe atemlos eilig entgegen entlanghasten hasten her heran herbei herein hinab hinauf hinaufhasten hinterher hinterherhasten hinunterhasten hoch nu runter umher vorbei vorbeihasten vorwärts vorüber vorüberhasten weiterhasten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hasten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verletzte werden auf Händen hereingeschleppt, überarbeitete Ärzte hasten von einem Patienten zum anderen, es ist ein chaotisches Durcheinander.
Die Zeit, 25.07.2006, Nr. 30
Ich hastete vor, bereit, dem Schicksal ins Auge zu sehen.
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2004
Sie ließ die Decke fallen und hastete aus dem Zimmer.
Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 291
Vielleicht hatte sie es auch satt, von Redaktion zu Redaktion zu hasten und überall als Bittstellerin behandelt zu werden.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 10
Da es immer heller wurde, hasteten wir über das Niemandsland in unsere vordere Linie.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 187
Zitationshilfe
„hasten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hasten>, abgerufen am 12.11.2019.

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