hauchen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghau-chen
Wortbildung mit ›hauchen‹ als Letztglied: ↗anhauchen · ↗aushauchen · ↗behauchen · ↗einhauchen · ↗hinhauchen · ↗umhauchen · ↗verhauchen · ↗überhauchen
 ·  mit ›hauchen‹ als Grundform: ↗zerhauchen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
den Atem durch den Mund auf etw. strömen lassen
Beispiele:
in seine erstarrten Hände hauchen
auf den Spiegel, an, gegen die gefrorene Fensterscheibe hauchen
bildlich
Beispiel:
jmdm. einen Kuss auf die Stirn, Wange hauchen (= jmdn. fast ohne Berührung küssen)
2.
etw. kaum vernehmbar flüstern
Beispiele:
»Ich komme mit«, hauchte sie
das Jawort hauchen
Wilhelmine hauchte mehr, als sie sprach [KlepperKahn149]
3.
dichterisch, übertragen
a)
etw. ausströmen, verbreiten
Beispiele:
Je wärmer die Tage werden, desto frostigere Nebel haucht das durchkältete Moor [Suderm.6,178]
Und die Wände, die feuchten, / Hauchen Grabesluft [FontaneSchloß Eger]
b)
wehen, schweben
Beispiele:
Die Geschichte der großen Reiche hauchte ihm durch den Kopf [A. ZweigGrischa283]
Als ich so dasaß, hauchte jenes Gefühl durch meine Seele [RoseggerWaldschulmeister1,2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hauchen · Hauch
hauchen Vb. ‘den Atem hörbar durch den Mund strömen lassen, kaum wahrnehmbar flüstern’. Neben lautmalendem mhd. kūchen, frühnhd. kauchen ‘hauchen’ (s. ↗keuchen) ist ebenfalls lautnachahmendes mhd. hūchen seit dem 13. Jh. bezeugt. Luther übernimmt das vor ihm selten verwendete Verb, das obd. durch blasen, wehen wiedergegeben wird. Im 16. Jh. noch wenig gebraucht, breitet es sich im 17. Jh. aus und erfährt in der Dichtung (2. Hälfte 18. Jh.) eine poetische Aufwertung. Hauch m. ‘beim Ausatmen erzeugter, kaum wahrnehmbarer Luftstrom, sanfter Luftzug, leichter Duft, dünne, feine Schicht’, Rückbildung (17. Jh.) aus dem Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Stimme dämpfen · (jemandem etwas) ins Ohr sagen · ↗(jemandem etwas) zuflüstern · hauchen · hinter vorgehaltener Hand (zuflüstern o.ä.) · leise sprechen · mit tonloser Stimme (sagen o.ä.) · ↗munkeln · ↗raunen · ↗säuseln · ↗tonlos (sprechen o.ä.) · ↗tuscheln · ↗wispern · ↗zischeln  ●  ↗flüstern  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Luft bekommen · Luft holen · ↗atmen · hauchen  ●  Luft kriegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atem Frauenstimme Ja Kuß Mikro Mikrofon Ohr Song Sängerin Wange anhauchen aushauchen durchhauchen ein einhauchen entgegen entgegenhauchen fauchen flüstern gurgeln gurren hinein hinhauchen krächzen schnurren seufzen stöhnen umhauchen wispern zuhauchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hauchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst das Angebot aus Zug hauchte ihr wieder Leben ein.
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2004
Das Pianissimo, das er mit seinem Instrument zaubert, hat stets einen runden Ton, nichts klingt gehaucht.
Der Tagesspiegel, 04.09.2003
Auf diese Weise hauchte er in das silberne Ding hinein.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 16
Zwei schmiegen sich aneinander und hauchen einander Kraft ein, es zu ertragen.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Der Sterbende hauchte nur noch Worte von dem Sohne Gottes.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 716
Zitationshilfe
„hauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hauchen>, abgerufen am 18.11.2019.

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