Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

haushalten

Grammatik Verb · haushaltet, haushaltete, hat gehaushaltet
Aussprache [ˈhaʊ̯shaltn̩]
Worttrennung haus-hal-ten
Wortzerlegung Haus halten
Wortbildung  mit ›haushalten‹ als Erstglied: Haushalter · Haushaltung · Haushälter
 ·  mit ›haushalten‹ als Grundform: Haushalt
eWDG

Bedeutungen

1.
sparsam wirtschaften, mit etw. haushälterisch umgehen
Beispiele:
gut haushalten
mit den Vorräten, Kohlen haushalten
mit dem Wirtschaftsgeld, seinem Einkommen, seinen Kräften nicht haushalten können
er kann nicht haushalten!
sie muss mit ihrer Zeit haushalten
2.
veraltet den Haushalt führen
Beispiel:
Des Wildhüters Schwester wird Euch [dem katholischen Pfarrer] haushalten kommen [ ZahnIndergand12]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haus · Häuschen · hausen · behausen · Behausung · unbehaust · hausieren · Hausierer · Häusler · häuslich · Häuslichkeit · Hausfrau1 · Haushalt · haushalten · Haushälterin · haushälterisch · Hausherr · Hausmann · Hausmannskost · Hausrat · Haussuchung · Haustier · Hauswesen
Haus n. ‘Gebäude, Bewohner desselben, Geschlecht, Hauswesen’. Das gemeingerm. Substantiv ahd. hūs ‘Gebäude, Familie, Hauswesen, Geschlecht’ (8. Jh.), mhd. hūs ‘Gebäude, Wohnung, Hütte, Schloß, Rathaus, Haushaltung, Familie, Geschlecht’, asächs. mnd. aengl. anord. hūs, mnl. huus, nl. huis, engl. house, schwed. hus, got. in gudhūs ‘Gotteshaus’ läßt sich vielleicht im Sinne von ‘Bedeckendes’ an ie. *(s)keus- anschließen (wozu auch Hose und Hort, s. d.), eine s-Erweiterung der weitverbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. Haut, Hode, Hütte, Scheune, Schuh). Häuschen n. ‘kleines Haus’ (17. Jh.); vgl. ahd. hūsilī(n) (8. Jh.), hūsil (Hs. 13. Jh.), mhd. hiuselīn, hiusel. Die Wendung (ganz) aus dem Häuschen sein, geraten ‘aufgeregt, außer sich sein’ (um 1800) ist vielleicht beeinflußt von frz. Redensarten, die sich an den Namen Petites-Maisons eines ehemaligen Pariser Hospitals mit Irrenanstalt anschließen (vgl. z. B. frz. être un échappé des Petites-Maisons ‘sich wie ein aus dem Narrenhaus Entsprungener gebärden’). hausen Vb. ‘unter schlechten Bedingungen wohnen’, im Südd. und Schweiz. auch ‘sparsam wirtschaften’, ahd. hūsōn ‘wohnen’ (um 1000), mhd. hūsen ‘ein Haus bauen, sich häuslich niederlassen, wohnen, beherbergen, wirtschaften’, seit dem 15. Jh. auch ‘schlecht wirtschaften’, daraus ‘zerstören, verwüsten’ (16. Jh.). behausen Vb. ‘in einer Wohnung unterbringen’ (jetzt nur noch in gehobener Ausdrucksweise), mhd. behūsen ‘mit einem Haus versehen, besiedeln, beherbergen’; Behausung f. ‘Wohnstätte, Unterkunft’, mhd. behūsunge ‘Herberge, Wohnung’; unbehaust Part.adj. ‘keine Unterkunft, keine Wohnung habend, umherziehend’, mhd. unbehūset. hausieren Vb. ‘Waren von Haus zu Haus feilbieten’ (15. Jh.), vgl. mnd. hūsēren; Hausierer m. (16. Jh.). Häusler m. ‘als Tagelöhner arbeitender Dorfbewohner mit eigenem (kleinen) Haus, aber ohne oder mit nur wenig Landbesitz’ (17. Jh.). häuslich Adj. ‘das Haus(wesen), die Familie betreffend, gern zu Hause bleibend, in der Hauswirtschaft tüchtig, wirtschaftlich’ (15. Jh.); vgl. mhd. hiuslīche(n), hūslīche Adv. ‘häuslich, ein Haus besitzend’; Häuslichkeit f. ‘das Zuhause, hauswirtschaftliche Tüchtigkeit’ (16. Jh.). Hausfrau1 f. ‘das Hauswesen besorgende Frau’, mhd. hūsvrou(we), hūsvrowe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Haushalt m. ‘Führung eines Hauswesens, alle Mitglieder eines Hauswesens, Aufrechnung von Einnahmen und Ausgaben eines Staates, einer öffentlichen Einrichtung für ein Jahr, Etat’ (15. Jh.), Rückbildung aus haushalten Vb. ‘sparsam wirtschaften, einteilen, den Haushalt führen’, mhd. hūshalten ‘ein Hauswesen führen’; Haushälterin f. ‘den Haushalt führende Angestellte, Wirtschafterin’ (16. Jh.), älter Haushälter (15. Jh.); haushälterisch Adj. ‘sparsam, wirtschaftlich’ (Anfang 18. Jh.), älter haushältisch (17. Jh.). Hausherr m. ‘Familienoberhaupt, Gastgeber’, (südd. öst.) ‘Hauswirt, Vermieter’, ahd. hūshērro ‘Familienoberhaupt’ (11. Jh.), mhd. hūsherre, auch ‘Hausverwalter’. Hausmann m. ‘mit der Instandhaltung und Reinigung eines Hauses Beauftragter’, früher ‘Vorstand einer Haushaltung, Hausvater, wer bei einem anderen zur Miete wohnt’, ahd. (11./12. Jh.), mhd. hūsman ‘Hausherr, Hausbewohner, Mietsmann’; Hausmannskost f. ‘einfache, nahrhafte, kräftige Kost’ (15. Jh.), wie sie ein Hausmann (‘Hausvater’) gewöhnlich für sich und die Seinen bereiten läßt. Hausrat m. ‘Hausgerät, für die Hauswirtschaft benötigte Gerätschaften und Möbel’, mhd. hūsrāt. Haussuchung f. ‘zur Aufklärung einer Straftat angeordnete Durchsuchung einer Wohnung, eines Gebäudes’ (14./15. Jh.); vgl. ahd. hūssuohha (um 1000), mhd. hūssuoche ‘Hausdurchsuchung’, dagegen mhd. hūssuochunge ‘Hausfriedensbruch’. Haustier n. ‘vom Menschen zur wirtschaftlichen Nutzung oder aus Liebhaberei in der Hauswirtschaft gehaltenes zahmes Tier’ (Mitte 18. Jh.). Hauswesen n. ‘alles, was zu Haushalt, Familie, Wohnung gehört’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Haus halten · haushalten · sparen · wirtschaften
Synonymgruppe
(sein) Geld einteilen · (sein) Geld zusammenhalten · haushalten · mit wenig (Geld) auskommen müssen · sparsam wirtschaften  ●  (sich) nach der Decke strecken (müssen)  ugs., fig.
Assoziationen
  • (Geld) zurücklegen · (sich) ansammeln (bei jemandem) · Ersparnisse machen · Rücklagen bilden · nicht ausgeben · nicht konsumieren · zusammenkommen (bei jemandem)  ●  (Geld) sparen  Hauptform · äufnen  schweiz. · (sich) (das Geld für) etwas zusammensparen  ugs. · auf die Seite legen  ugs., fig. · auf die hohe Kante legen  ugs., fig.
  • (bei / an etwas) sparen · (möglichst) wenig verbrauchen · haushalten (mit) · haushälterisch umgehen (mit) · sparsam sein (mit)  ●  (etwas) sparen  ugs., Hauptform
Synonymgruppe
(bei / an etwas) sparen · (möglichst) wenig verbrauchen · haushalten (mit) · haushälterisch umgehen (mit) · sparsam sein (mit)  ●  (etwas) sparen  ugs., Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›haushalten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›haushalten‹.

Verwendungsbeispiele für ›haushalten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie Sie wissen, müssen wir aber mit unseren Mitteln haushalten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1991]]
Da müssen wir jetzt noch besser mit den Kräften haushalten. [Die Zeit, 01.11.2013 (online)]
Das sei nicht viel, deswegen müsse man mit seiner Zeit gut haushalten. [Die Zeit, 07.01.2013, Nr. 01]
Um mit den derzeitigen Sätzen sein Kind auch nur einigermaßen zu ernähren, muss man besonders gut haushalten können. [Die Zeit, 10.08.2007, Nr. 33]
Auf jeden Fall mußt Du mit den Umschlägen gut haushalten. [Brief von Ernst G. an Irene G. vom 31.01.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Zitationshilfe
„haushalten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/haushalten>.

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